Diese fünf Design-Dynastien haben Automobilgeschichte geschrieben

Kann es sein, dass einzelne Familien die Designgeschichte des Automobils maßgeblich bestimmt haben? Tatsächlich ist eine Automobilwelt ohne das Werk dieser fünf Dynastien kaum mehr vorstellbar.

Die Bugattis

Ettore Bugatti stammte aus einer Familie von Künstlern und sein Anspruch an die eigenen Kreationen war auch immer ein ästhetischer. Doch seine Automobile waren nicht nur schön anzusehen, sondern auch höchst innovativ und erfolgreich – allein bis 1925 verbuchten die französischen Rennwagen stolze 410 Siege. Ettore Bugatti gilt als Vorvater des modernen Automobildesign, doch auch seinem Sohn Jean war die Kreativität in die Wiege gelegt: Sein erster Entwurf war der Bugatti Type 57, heute einer der begehrtesten Klassiker der Welt. Wie Vater und Sohn die Marke wohl heute führen würden?

Die Bertones

Murmeln sie in einem beliebigen norditalienischen Café die Worte Marzal, Miura, Countach und Stratos – die Aufmerksamkeit der anderen Gäste ist Ihnen sicher! Doch die unter “Nuccio” Bertone entstandenen Postercars der 1970er Jahre waren nicht die ersten Automobile, die den Familiennamen trugen:  Die Turiner Karosseriebau-Tradition der Bertones lässt sich zurückverfolgen bis ins Jahr 1912, als Giovanni Bertone noch für sein kunstvolles Pferdekutschen-Design gefeiert wurde. Leider musste das Designstudio 2014, nach mehr als 100 Jahren, Konkurs anmelden. Das Erbe der Bertones lebt jedoch fort.

Die Pininfarinas

Die Familie Pininfarina ist vor allem für ihre langjährige Partnerschaft mit Ferrari bekannt und hat im Herzen jedes autobegeisterten Italieners einen besonderen Platz. Begründet wurde der Erfolg des wahrscheinlich berühmtesten Designstudios der Welt mit der Arbeit des Patriarchen Battista “Pinin” Farina in den 1930er und 1940er Jahren, bevor sein Sohn Sergio die Führung des Familienunternehmens übernahm und die gloreiche Allianz mit Maranello schmiedete.

Der heutige Erfolg verdankt sich jedoch vor allem dem Enkel Andrea Pininfarina, der 2008 tragisch bei einem Unfall verstarb. Heute wird die Firma von seinem Bruder Paolo Pininfarina geführt. Wie die italienische Automobilgeschichte ohne die Leistung der Pininfarina-Dynastie ausgesehen hätte, kann man sich heute kaum mehr vorstellen.

Die Porsches

Obwohl die Familie in den letzten Jahren vor allem durch ihre Rivalitäten und Grabenkämpfe Schlagzeilen geschrieben hat, steht der Name Porsche doch bis heute für den Höhepunkt deutscher Ingenieurskunst. Die Basis des Erfolgs schufen Ferdinand Porsche und sein Sohn Ferry, während Enkel Ferdinand Alexander – genannt F.A. – mit dem Porsche 911 die größte Ikone der Marke schuf. 

Den größten wirtschaftlichen Erfolg feiert heute jedoch ein anderer Sprössling aus dem Porsche-Clan: Ferdinand Piëch, Enkel des visionären Firmengründers und noch immer die graue Eminenz hinter dem Volkswagen-Imperium. 

Die Zagatos

Seine Wurzeln hatte Ugo Zagato in der Luftfahrtindustrie, doch nach dem ersten Weltkrieg waren vor allem individuelle Transportmittel gefragt – und Zagato widmete sich mit seinem Unternehmen der Welt der Automobile. Die Entwürfe der Milaneser waren unkonventioneller und auch umstrittener als andere Autos. Dabei ist die Familie Zagato bis heute für einige absolute Designikonen verantwortlich: Ugo Zagatos Söhne Elio und Gianni gelten als Erfinder des Gran Turismo, und die berühmten “Double Bubbles” kennt bis heute jeder Classic Driver.