Die fünf feurigsten Rotschöpfe aller Zeiten

Blondinen bevorzugt? Nicht immer. Denn auch die eigensinnigen, unergründlichen und ein bisschen teuflischen Schönheiten mit dem Feuerschopf haben ihre Fangemeinde. Hier ist unsere ganz persönliche "Red List".

# 5 Tina Louise: Nicht reif für die Insel
 

Sie machte dem Ruf der Rothaarigen, unberechenbar zu sein, alle Ehre. Andere Schauspielerinnen hätten sich über einen Serienerfolg gefreut, die 1934 geborene Tina Louise haderte aber ständig mit der Rolle der Diva Ginger Grant in der Sechzigerjahre-Sitcom „Gilligans Insel”. Die Frau mit den grünen Augen, die schon in Europa mit Roberto Rosselini gedreht hatte, konnte ihre Vorstellungen zwar nicht durchsetzen, war aber so konsequent, sich nicht für die gut bezahlte Werbung rund um die Hitserie einspannen zu lassen. Nach ein paar Gastauftritten in „Dallas” und „Eine schrecklich nette Familie” wurde sie Geschäftsfrau und vermarktete Pflegeprodukte und Sonnenschirme für Frauen mit heller Haut und Sommersprossen. Redheads eben.


#4 Jessica Rabbit: L.A. Confidential

„Ich bin nicht böse, ich wurde eben so gezeichnet”. Allein dieser Auftritt in „Falsches Spiel mit Roger Rabbit” von 1988 sorgte schon für Furore. Jessica, die liebende aber verruchte Gattin des Unglückshasen, brachte als Nachtclubsängerin in einer Los Angeles nachempfundenen Toontown reale und gezeichnete Männer gleichermaßen um den Verstand. Mit ihrer rauchigen Stimme, der langen roten Mähne und einem sehr körperbetonten pinkfarbenen Kleid war diese Kunstfigur den gefährlichen Sirenen der Serie-Noir-Krimis der Vierzigerjahre durchaus ebenbürtig. Jessica war auch eine Verbeugung vor Veronika Lake und Lauren Bacall. Die Stimme hatte ihr damals Kathleen Turner geliehen, ein Vamp der Achtzigerjahre. Die unvergleichliche Mrs. Rabbit wurde von Filmkritikern übrigens zum „Sexiest Cartoon Alive” gewählt. 


#3 Der Vamp von nebenan

Die 1941 in Valsjöbyn geborene Ann-Margret Olsson ist nach Greta Garbo und Ingrid Bergman der dritte erfolgreiche Schwedenexport nach Hollywood. Sie ist ein Multitalent, das früh als Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin auffiel. Sie drehte unter anderem „Viva Las Vegas” mit Elvis Presley, der auch ein guter Freund wurde, und „Cincinnati Kid” mit Steve McQueen. Ganz zu Beginn ihrer Karriere tanzte sie in einem Nachtclub in der Spielerstadt Reno - dort wurde nicht nur ein Filmproduzent auf sie aufmerksam. Marilyn Monroe dreht gerade ihren letzten Film, ”Misfits”, und gab der sympathischen jungen Frau ein paar Tipps mit auf den Weg. Vielleicht gehörte dazu auch ein Besuch beim Friseur, denn wie Marilyn so war auch Ann-Margret zunächst Brünett. Mit über 50 Jahren konnte sie noch einmal ihre ganze sinnliche Ausstrahlung ausspielen. In dem Kinoerfolg „Ein verrücktes Paar” agierte sie in den neunziger Jahren als verführerische rothaarige Nachbarin des komödiantischen Duos Walter Matthau und Jack Lemmon und wirbelte deren Seniorendasein gehörig durcheinander.

 

#2 Jane Fonda: Die rote Rebellin

 Ob es nun an ihrer rotblonden Haarpracht oder am strengen Vater Henry lag, Jane Fonda ließ sich nie auf eine Rolle oder ein Klischee festlegen. War sie in den Sechzigerjahren noch das Weltraum-Sexkätzchen Barbarella, so wurde sie in den Siebzigern zur Aktivistin gegen den Krieg in Vietnam und bekam für ihre Rolle in dem düsteren Polizeithriller „Klute” ihren ersten Oscar. Sie heiratete erst den französischen Regisseur Roger Vadim, der vermutlich eine andere Filmwelt als die ihres Vaters verkörperte, dann den linken Politiker Tom Hayden und später den CNN-Gründer Ted Turner. Sie polarisierte die amerikanische Öffentlichkeit mit ihrer politischen Haltung und dann wieder verblüffte sie alle, als sie mit ihren Aerobic-Videos einen der größten Fitness-Trends auslöste. Daß sie ihren letzten großen Filmerfolg 2005 als „Schwieger-Monster” hatte, dürfte auch treueste Fans irritiert haben. Das Geheimnis ihrer scheinbar alterslosen Attraktivität dürfte an den besonderen Genen liegen: Jane Fonda ist mütterlicherseits mit Jane Seymour, eine der vielen Frauen Heinrich des VIII., verwandt.


#1 Christina Hendricks: Sixties Reloaded
 

Nicht nur Männer werden bei ihrem Anblick schwach. Zu ihren größten Fans zählen nämlich auch die Zuschauerinnen. Denn Christina Hendricks in ihrer Rolle als Vorzimmergöttin Joan Holloway in der Kultserie „Mad Men” ist selbst schon Kult. Die Schauspielerin, deren üppige Kurven in den Sixties-Outfits zelebriert werden, ist der Gegenentwurf zum aktuellen Magerkeitswahn Hollywoods. Noch bevor sie eine erste kleine Rolle in der Serie „Emergency Room” - die übrigens auch George Clooney zum Star machte - annahm, riet man ihr, abzunehmen. Christina Hendricks lehnte dieses Ansinnen genauso ab wie den späteren Rat ihrer Agentur, die Rolle der Joan Holloway nicht anzunehmen. Die Natur hatte für die 1975 in Tennessee geborene Frau zwar blond vorgesehen, aber schon als Kind färbte sie ihre Haare rot. Der innere Redhead setzte sich eben durch und damit auch der Eigensinn, der ihr zu einer überraschenden Karriere verhalt. Vor drei Jahren wählte sie das Magazin „Esquire” zur schönsten Frau der USA und Hollywood holte sie für gar an die Seite des neuen Stars Ryan Gosling. Der Sixties-Style, der preisgekrönt in „Mad Men” ein Comeback erlebt, hat Christina Hendricks auch eine andere Homage beschert: Es gibt eine Barbie im Joan-Holloway-Look. Vielleicht nicht pädagogisch wertvoll oder politisch korrekt, aber was kümmert das schon einen Redhead?


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