Design Masters: Z wie Zagato

Wenn ein Sportwagen leicht, schnell und schön unterwegs sein sollte, musste er einfach von Zagato stammen. Denn die große Mailänder Schmiede hat wahrlich legendäre Windhunde aus Metall geformt.

 



Design Masters: Z wie Zagato

Ugo Zagato: Der Großvater des Erfolgs

„Lieber ein kleiner Chef sein, als ein wichtiger Mitarbeiter”, soll Ugo Zagato festgestellt haben, als er 1919 seinen eigenen Karosseriebetrieb gründete. Er ist der große Chef einer legendären italienischen Carrozzeria geworden, zu deren Kunden so klangvolle Marken wie Alfa Romeo, Fiat, Lancia, Ferrari, Bristol oder Aston Martin zählten. Im Alter von 15 Jahren nahm Zagato eine KFZ-Lehre in einer Werkstatt in Köln an. Das war 1905. Er kehrte erst nach Jahre zurück in seinem Heimatland Italien und heuerte bei einer Flugzeugfabrik an. Mit dieser brisanten Mischung aus frühem „German Engineering” und dem Wissen um Aerodynamik machte Zagato schon bald Furore mit Meilensteinen wie dem Alfa Romeo 6C 1500 und dem 6C 1750. Aber nicht nur der Leichtbau aus der Aeronautik trug die Handschrift des Gründers. Schon in den dreißiger Jahren entwickelte er renntaugliche Sportwagen mit integrierten Scheinwerfern und geneigten Windschutzscheiben. „So ein Auto haben Sie noch nie gesehen? Dann ist es ein Zagato” - ein Lieblingsspruch von Signore Z.





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Elio und Gianni Zagato: Die Väter des Gran Turismo

Schon vor Ugo Zagatos Tod 1968 waren die beiden Söhne treibende Kräfte in der Carrozzeria. Vom Firmensitz in Rho nahe Mailand startete Elio Zagato eine erfolgreiche Karriere als Rennfahrer. Unter anderem steuerte er eine Z-Ikone, den Fiat-Achtzylinder Otto Vu, zum Sieg auf der Avus 1955. Kleinserien und die Geburt des Gran-Turismo-Designs prägten die große Nachkriegsepoche von Zagato. Elio und Gianni gaben legendären sportlichen Coupés den aerodynamischen Feinschliff für die Rennstrecke, zum Beispiel dem Fiat 750 für Abarth. In dieser Zeit wurde auch der typische Zagato-Look zum Markenzeichen der Metallmodelleure: der als „Double Bubble” bekannte Längsknick im Dach und das einst vom Deutschen Wunibald Kamm entwickelte, strömungsgünstige abgeschnittene Heck. Diese „Coda Tronca” zelebrierte der vierte im Zagato-Bund, der große Designer Ercole Spada beispielsweise mit der großartigen Giulia TZ (Tubolare Zagato) für den Lieblingskunden Alfa Romeo in den sechziger Jahren.





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Andrea Zagato und Marinella Rivolta-Zagato: Enkel im Glück

Ob bei dieser Hochzeit der Himmel voller Geigen oder nicht doch eher voller noch unrealisierter Traumwagen hing, ist leider nicht verbürgt. In dritter Generation wird das Unternehmen nämlich von Ugos Enkel Andrea und Ehefrau Marinella, der Enkelin von Renzo Rivolta, dem Vater der Isetta und des Gran Turismo Iso Grifo, geführt. Heute ist Zagato nicht nur für Prototypen und Show Cars wie dem atemberaubenden Coupé für BMW und exklusiven Limited Editions wie dem auf 101 Stück begrenzten Aston Martin V12 Zagato federführend. Das Power-Paar des Automobildesigns hat die einstige handwerklich orientierte Karosseriewerkstatt in ein modernes Unternehmen verwandelt, in dessen Centrostile zum Beispiel Trambahnen für Bombardier, Telefone für Siemens und Gabelstapler entwickelt.





Fotos: Zagato / Getty Images