Der Supertrain war eine Siebzigerjahre-Schienen-Disco mit Nuklearantrieb

1979 wartet Amerika gespannt auf den Start des "Supertrains" - einem nuklearbetriebenen Luxuszug mit Disco, Swimming Pool, Kino und sogar einer Shopping Mall an Bord. Leider bliebt dem futuristischen Trans-Amerika-Express bloß eine Existenz als Star einer Fernsehserie vergönnt.

Ging es nach den Produzenten, dann sollte "Supertrain" das größte TV-Ereignis der späten 1970er Jahre werden. Mit einem Budget von fünf Millionen Dollar war die Serie großzügiger finanziert als je eine TV-Sendung zuvor - und der TV-Sender NBC erhoffte sich, nicht nur am Rivalen ABC vorbei zu ziehen, sondern auch gleich ein "Love Boat auf Schienen" zu werden. Doch der Erfolg blieb aus, nach nur neun Episoden wurde der Superzug bereits vom Gleis genommen. Zu unausgegoren war das Konzept und zu wirr die Story, während sich die Kosten in schwindelerregenden Höhen bewegten.

Halt auf freier Strecke

Das im Siebzigerjahre-Lounge-Stil möblierte Set im Maßstab 1:1 hatte Unsummen gekostet. Doch auch die kleineren Modelle des Zuges waren mit 250.000 Dollar pro Stück nicht nur alles andere als günstig, sie neigten auch zum Entgleisen und brachten die Produktion dadurch immer wieder zum Erliegen. Am Ende kam nicht nur der Supertrain selbst von der Strecke ab, er zog auch den Sender NBC mit ins Verderben. Umso verständlicher scheint es aus heutiger Sicht, dass sich noch niemand an einem Remake des gescheiterten Superzuges versucht hat.

Fotos: Gary Null/NBCU/Getty