Big Boys, Big Ships: Die legendären griechischen Tycoons

Wer hat die größte Flotte, die längste Jacht, die schönsten Frauen, die ultimative Privatinsel? Der Tanker-Set hielt mit seinen Superlativen einst die Welt in Atem. Seit es diese griechischen Götter der Neuzeit nicht mehr gibt, ist die Society um eine Schiffslänge langweiliger geworden.

 



Big Boys, Big Ships: Die legendären griechischen Tycoons

Stavros G. Livanos: Der Vater der Bräute

„Ich habe kein Geld, nur Schiffe”, darauf war der Übervater der griechischen Reeder-Dynastien ebenso stolz, wie auf seinen Geiz und seine schwieligen Matrosenhände. Er machte als erster ein Vermögen mit "Shipping Made in Greece". Andere wären stolz gewesen auf Schwiegersöhne, die Aristoteles Onassis und Stavros Niarchos heißen. Er nicht. Er hielt sie für prahlerische Playboys. Die Ehen seiner Töchter Athina und Eugenie währten auch nicht lange.





Big Boys, Big Ships: Die legendären griechischen Tycoons

Aristoteles Onassis: Die Welt ist nicht genug

Abgesehen von Maria C. und Jackie O. hätte sein Leben so angenehm sein können, wäre da nicht Schwager Stavros Niarchos gewesen. Baute „Ari” einen großen Tanker, trumpfte der Rivale mit einem noch größeren Kahn auf. Durchkreuzte Niarchos mit seiner Riesenyacht Creole das Mittelmeer, konterte Onassis mit einer umgebauten Fregatte, die unter dem Namen seiner Tochter Christina vom Stapel lief. Und weil der beharrliche Gegen-Tycoon Aktionär bei der Société des Bains de Mer und damit Anteilseigner bei den Luxushotels und dem Spielcasino von Monte Carlo war, kaufte Onassis einfach die Aktienmehrheit und bootete Niarchos kurzerhand aus.





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Stavros Niarchos: Kunst kommt von Können

Was tun, wenn Schwiegerpapa Livanos Gefallen am Raubtiercharme des Schwagers Onassis findet, wenn dieser auch noch die größte Operndiva und die berühmteste Witwe der Welt betört? Auf den Weltmeeren und an den Gestaden des Jet-Set war Ari immer einen Schritt voraus. Dann entdeckte Stavros, die ewige Nummer zwei unter den Reedern, neben dem Skifahren ein ganz eigenes Gebiet: die Kunst. Er erwarb die Sammlung des großen Hollywood-Gangsters Edward G. Robinson, kaufte Bilder von Rubens, Goya, van Gogh, Matisse und Picasso. Sein Skilift, den er einst St. Moritz gestiftet hat, läuft heute noch.





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John Spyridon Latsis: Der stille Teilhaber

Er war der große Unbekannte in der goldenen Tycoon-Ära der griechischen Reeder. Auch er entstammte einfachen Verhältnissen und machte mit Schiffen ein Vermögen - und er kaufte Banken. Latsis scheute die Öffentlichkeit und engagierte sich sogar für den Umweltschutz. Doch wenn es darauf ankam, konnte es die Gästeliste von „Captain John” mit der von Onassis und Niarchos durchaus aufnehmen. Auf seiner Jacht Alexandros schipperte Prince Charles sowohl mit Diana wie auch später mit Camilla auf dem Mittelmeer. George Bush war darauf Gast, und Marlon Brando. Eines mußte der 2003 gestorbene Reeder und Financier allerdings nicht mehr erleben: Die Kurzzeit-Verlobung seines Enkels Paris mit Paris, der Enkelin des Hotel-Tycoons Conrad Hilton.





Fotos: Getty Images