Classic Grand Prix auf dem A1-Ring

Es ist die größte Oldtimer-Rennveranstaltung in Österreich. Zum zweiten Mal trafen sich populäre Rennserien in dem kleinen Tal bei Spielberg. Die traditionelle Rennstrecke hat geladen und alle kamen: Die FHR, die Historische Tourenwagen Trophy (HTWT), die Tourenwagen- und GT-Europameisterschaft sowie die historischen Formel 1-Boliden. Die nicht gerade leisen Rennwagen wurden an diesem Wochenende noch lautstark von formationsfliegenden Düsenjäger der Flugshow auf dem benachbarten Flugfeld von Zeltweg unterstützt.

Der FHR-Lauf begann am Freitag mit zwei Trainingssessions. Die zweite und Startplatzentscheidende fand dann in einem spontanen Platzregen statt, der die bergige Rennstrecke in eine rutschige Berg- und Talbahn verwandelte. Die ersten fünf gestarteten Fahrzeuge fanden sich dann auch in Kurve drei, der Gösser-Kurve, im Kiesbett wieder. Etwas Öl in Verbindung mit frischem Wasser ließ auch bestgewählte Bremspunkte sinnlos werden. Blechschäden blieben jedoch glücklicherweise aus.

Am Samstag startete das Feld zum Rennen 1 über eine Stunde. Strahlend blauer Himmel und hitzige Temperaturen versprachen ein interessantes Rennen. Die erstplatzierten der vorherigen Rennen überzeugten auch diesmal durch Beständigkeit und hohem Tempo. Der weiße Gruppe 2 BMW 2002 von Trojan/Bremmekamp siegten nach 60 Minuten mit einer Runde Vorsprung vor Dalemann/Löffelsender im Lotus Elan und den Luxemburgern Wagner/Hoffeld auf Ford Mustang. Kienen/Bremmekamo/Schachinger auf BMW 1800 Ti kamen auf Platz vier ins Ziel.

Zu einem Eklat kam dann leider nach dem Rennen. Zwei Teams fuhren zu schnell durch die Boxengasse, was man korrekterweise mit einer Stop-and-Go Strafe zu bestrafen versuchte. Leider übersahen die Fahrer das Signal, dass auf dem Starttürmchen direkt hinter der Kurve zur Start-/Zielgeraden gezeigt wurde. Da das Signal eine starre Platte ist und sich nicht in Augenhöhe befindet, kann dieses auch leicht übersehen werden. Entgegen dem offiziellen Reglement wurden die betroffenen Teams auch nicht von der Rennleitung über den Regelverstoss informiert. So wurde die Chance vertan, dass diese wiederum den Fahrer ein Zeichen geben konnten. Die Fahrer wurden disqualifiziert und sogar von der Veranstaltung ausgeschlossen. Der Protest der Teams, der fristgerecht eingereicht werden sollte, konnte leider von keinem Offiziellen entgegengenommen werden - es war keiner mehr da! Eine Strafe und eine Verfahrensweise, über die sicherlich noch diskutiert werden wird. Ihren Kommentaren sehen wir gespannt entgegen.

Der zweite Teil des Rennens über 110 Minuten startete am Sonntag, Punkt 12 Uhr. Leichte Bewölkung und trockene Strecke waren die optimalen Bedingungen für ein Langstreckenrennen. Der weiße BMW von Trojan/Bremmekamp konnte sich erneut leicht absetzen und eine weitere Runde gutmachen. Dalemans/Löffelsender setzten sich auf Platz zwei fest. Von Startplatz 6 aus schoss der Porsche 911 des Pro Histo Racing Teams nach vorne und verwiesen die Luxemburger mit ihrem Mustang auf den vierten Platz.

Weiter hinten entbrannte in der Alfa Romeo Giulia-Klasse ein heißer Kampf. Siegte noch im ersten Rennen Team Lüssern/Salewsky mit einer Runde Vorsprung vor Horst Walther, änderte sich in Rennen zwei die Rangfolge. Doch 32 Sekunden Vorsprung nach 50 Runden im Ziel waren nicht genug, um im Gesamtergebnis die Nase vorn zu behalten. Beide Wertungen zusammengezogen reichten für Lüssern/Salewski, um den Klassensieg zu erringen. Baldi/Franz des Teams Scuderia del Portello fuhren mit ihrer Polizei-Giulia auf Platz drei der Klasse, Bossert/Bovensiepen/Roitzbach vom Team Alfina kamen nach Bremsproblemen und Keilriemenriss noch auf Platz vier. Der schöne GTA und einzige Nicht-Giulia in der Klasse fiel im ersten Rennen mit technischen Problemen aus, genau wie Buuman/Wechselberger des Teams Scuderia del Portello.

Platz
Team Fahrzeug Punkte
1. AC Bergisch Land BMW 2002 Gruppe 2 86
2. Team Scuderia Colonia Lotus Elan 84
3. Team Wagner/Hoffeld

Ford Mustang

83
4. Team AC Bergisch Land BMW 1800 Ti 82
5. Team Derichs Rennwagen Ford Shelby GT 350 81

Text: FHR - Langstrecken Cup
Fotos: Dirk Reiter