Check my Machine: Der BMW als Instrument

Schon Kraftwerk wusste um die Musikalität der Maschinen. In dieser Tradition haben die Münchener Kreativ-Köpfe Jonas Imbery und Mirko Borsche im Regensburger BMW-Werk ein Video produziert, in dem ein BMW 1er den Soundtrack beisteuert.

Jonas Imbery ist in München ein bunter Hund. Als Betreiber des Musik-Labels Gomma hat er die bayerische Hauptstadt seit 1999 zurück auf die Landkarte der elektronischen Tanzmusik geholt. Auch seine neueste Produktion könnte man bedenkenlos am frühen Samstagmorgen in der „Ersten Liga“ oder der „Roten Sonne“ auflegen – dabei wurde der Soundtrack nicht von einem der Gomma-Musiker wie Munk oder Leroy Handhofer eingespielt, sondern vom neuen BMW 1er – und zwar komplett. „Der Reiz der Arbeit bestand darin, eine tragfähige, eigenständige und wiedererkennbare Komposition zu entwickeln, die sich nur der Geräusche des Fahrzeugs bedient“, kommentiert Imbery das Projekt. Aufgezeichnet wurden dafür unter anderem der Sound der Blinker, Navigationsstimme, Sicherheitsgurte, Türen und Sicherheitshinweisglocken.

Die visuelle Auflösung des Akustikrätsels liefert der nicht weniger bekannte Münchener Kreativdirektor Mirko Borsche (Süddeutsche Magazin, Zeit Magazin, Amore Magazin) mit einem ungewöhnlichen Mix aus Musikclip und Industriefilm: „Wir wollten einen neuen Standard setzen, eine einzigartige Bildsprache erschaffen und uns klar vom Look eines klassischen Imagefilms unterscheiden. Der Film sollte ein selbstständiges und künstlerisch anspruchsvolles Werk werden“, erklärt Borsche. Bei der Umsetzung halfen die Produktionsfirmen Brainstormclub und Eyetrip.

Text: Jan Baedeker
Video: BMW