Brabus Rocket: Elektronische Bremse bei 350 km/h

Als „das schnellste viertürige Coupé der Welt“ stellt Brabus auf der IAA sein neuestes Werk auf Basis des Mercedes-Benz CLS vor. Ausgestattet mit einem 730 PS starken Zwölfzylinder-Biturbo-Triebwerk und einer im Vergleich zur Serienversion effizienteren Aerodynamik, soll das Limit des Brabus Rocket erst bei elektronisch begrenzten 350 km/h erreicht sein. Zwischendurch absolviert der Brabus-CLS raketenartige Spurts: 0 – 100 km/h in nur 4,0 Sekunden! Bis Tempo 200 km/h vergehen gerade mal 10,5 Sekunden.

Herzstück des „Rocket“ ist der V12-Biturbomotor aus dem Mercedes-Benz SL 600, dessen Hubraum auf 6.233 cm³ erweitert wird. Zusätzlich rüsten die Ingenieure das Triebwerk mit größeren Turboladern, einer effizienteren Ladeluftkühlung und einer Vierrohr-Edelstahl-Hochleistungsauspuffanlage mit staudrucksenkender Metallkatalysatoranlage auf. Somit erreicht das „Brabus S V12 S Biturbo“-Triebwerk eine Leistung von 730 PS bei 5.100/min sowie ein maximales Drehmoment von 1.320 Nm, die jedoch auf 1.100 Nm elektronisch begrenzt wurden und bei 2.100/min bereit stehen. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt über ein modifiziertes Fünfgang-Automatikgetriebe und ein von Brabus entwickeltes Sperrdifferenzial.

Sowohl für das konventionelle als auch für das luftgefederte CLS-Fahrwerk liefert Brabus eine Tieferlegung, die dem Coupé mehr Aerodynamik und ein verbessertes Ansprechverhalten bei hohen Geschwindigkeiten verleiht. Für eine optimale Bremsleistung sorgen innenbelüftete Keramik-Bremsscheiben im Format 375 x 36 mm und 12-Kolben-Aluminium-Festsättel an der Vorderachse sowie Innenbelüftete und gelochte 355 x 28 mm Stahlscheiben mit 6-Kolben-Aluminium-Festsättel an der Hinterachse. Sie verbergen sich hinter mehrteiligen 19 Zoll Monoblock-Leichtmetallfelgen mit Reifen der Dimensionen 255/35 ZR 19 vorn und 285/30 ZR 19 hinten.

Optisch wirkt der Brabus Rocket eigenständiger als man es von seinen Brüdern gewohnt ist: Nach den Erkenntnissen im Windkanal entwickelte das Designteam eine spezielle Frontschürze mit großen Lufteinlässen – zur optimalen Anströmung der Wasser- und Ölkühler – eine Heckspoilerlippe sowie eine diffusorbestückte Heckschürze. Gemeinsam sollen die neuen Komponenten den Auftrieb des CLS weiter minimieren. Die Seitenschweller und die Heckschürze erhalten als besonderes Feature integrierte LED-Leuchten, die bei Betätigung der Fernbedienung oder Ziehen eines Türgriffes den Boden seitlich und hinter dem Fahrzeug ausleuchten. Um eine verbesserte Wärmeabfuhr des Motors zu erzielen, wurde die Motorhaube des „Rocket“ mit zahlreichen Lüftungsschlitzen versehen.

Der Innenraum des Coupés wurde mit atmungsaktiven Mastikleder und Alcantara ausgekleidet. Ein Brabus-Markenzeichen stellen das ergonomisch geformte Sportlenkrad und der Tachometer bis 360 km/h dar.

Der Brabus Rocket soll nach seiner Präsentation in Frankfurt lediglich in Kleinserie gefertigt werden; wer allerdings bereits im Besitz eines Mercedes-Benz 600 oder 65 Modells (S, CL, SL) ist, erhält ab sofort die gleiche Leistungssteigerung für sein Fahrzeug.

Text: Jan Richter
Fotos: Brabus


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