Brabus Rocket – 362,4 km/h im Tiefflug

Nardo im Juni 2006. Der Brabus Rocket, ein Mercedes-Benz CLS mit maßgeschneiderter Leistungssteigerung aus Bottrop, stellt einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Mit 362,4 km/h übernimmt die Coupé-Limousine den flüchtigen Titel des EV12: „Schnellste Limousine der Welt“.

340 km/h ist die maximale Höchstgeschwindigkeit des neuen Lamborghini Murciélago LP640, auf 350 km/h schafft es ein Pagani Zonda und bei 360 km/h ist der Ferrari Enzo bereits im Rückspiegel zu sehen. Sie alle sind jedoch Sportwagen in ihrer reinsten Form und Funktion, die von Grund auf als solche konzipiert wurden. Warum ist der CLS dennoch schneller, wird sich der ein oder andere Besitzer dieser Exoten zu Recht fragen?

Brabus Rocket – 362,4 km/h im TiefflugBrabus Rocket – 362,4 km/h im Tiefflug

Genau können wir diese Frage auch nicht beantworten, nur eines ist soweit klar, alle Rekordlimousinen haben das gleiche Antriebskonzept: den S V12 S Biturbo. Dabei bedient sich Brabus an dem V12-Biturbomotor aus dem aktuellen Mercedes-Benz 600, der ab Werk bereits drehmomentstarke 550 PS auf die Straße presst. Durch Hubraumerweiterung, einem modifizierten Ansaug- und Auspufftrakt sowie größeren Turboladern erreicht das Triebwerk nunmehr 730 PS bei 5.100/min und erzeugt ein maximales Drehmoment von 1.320 Nm, das allerdings auf 1.100 Nm ab 2.100 Touren begrenzt wird. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt der CLS 4,0 Sekunden, 10,5 vergehen von Null bis Tempo 200 km/h und 300 km/h erreicht man bereits nach 29,5 Sekunden – aus dem Stand versteht sich.

Mit seinem Biturbo-Zwölfzylinder hat Brabus im süditalienischen Nardo schon die S-Klasse auf 340 km/h, die E-Klasse (EV12) auf 350,2 km/h und im Sommer letzten Jahres den Brabus Rocket auf elektronisch begrenzte 350 km/h beschleunigt. Im Anschluss feierte der 348.000 Euro teure CLS auf der IAA in Franfurt unter dem Titel „schnellstes viertüriges Coupé der Welt“ selbstbewusst seine Publikumspremiere.

Dass der Rocket mit 362,4 km/h nun sogar den Rekord des berühmten EV12 einstellen konnte, verdanken die Bottroper vor allem ihrem Reifenhersteller Yokohama, der für die Rekordfahrt Hochleistungsreifen in den Dimensionen 255/35 ZR 19 (vorn) und 285/30 ZR 19 (hinten) lieferte. Diese Kombination soll ebenfalls im Alltagseinsatz höchste Sicherheit bieten; zusätzlich limitiert Brabus die Höchstgeschwindigkeit der Straßenversion auf 350 km/h.

Wann Brabus die 400-km/h-Mauer stürmt, ist uns nicht bekannt. Es scheint jedoch, als würden sich die Bottroper Runde um Runde an Koenigsegg und Bugatti heranarbeiten. Für die nächste Rekordhürde von 370 km/h schlagen wir die gerade enthüllte CL-Klasse vor – da ist der V12-Biturbo sogar schon vorinstalliert.

Text: Jan Richter
Fotos: Brabus


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