Bonhams Ferrari Auktion in Gstaad 2003 - Rückblick

Bonhams Ferrari Auktion in Gstaad 2003 - Rückblick Bonhams traditionelle „Exceptional Ferrari Motor Cars, Automobilia and Fine Watches”-Auktion hat sich im feinen Schweizer Gstaad zu einer Art End-of-the-Season Party für die internationale Elite der Automobil-Sammler entwickelt. In diesem Jahr wurden 14 Fahrzeuge aus der bekannten „Lepeltier-Sammlung“ versteigert.

Unter der besagten Sammlung war der Ferrari 250GT SWB „Street“ von 1960, mit einer ungewöhnlichen Lampenanordnung, der für 1.050.372 SFR inkl. Provision verkauft wurde. Das Fahrzeug wurde (wie alle aus der Lepeltier-Sammlung) seit 1990 eingelagert und nicht bewegt – sicherlich wurde dieser Faktor beim Preis berücksichtigt. Ebenfalls verkauft wurde das ehemalige Ausstellungsfahrzeug vom Genfer Autosalon, ein Ferrari 365GTB/4 Daytona von 1972, der 190.632 SFR einbrachte. Der silberne Ferrari 275GTB/4 Baujahr 1967 zeigte mit einem Verkaufspreis von 504.786 SFR, dass sich diese Fahrzeuge mit vier Nockenwellen großer Beliebtheit erfreuen.

Besonders interessant war es zu sehen, dass die Verkaufspreise für die Fahrzeuge der Lepeltier-Sammlung sich stark an den damaligen Marktpreisen orientierten. Nehmen wir beispielsweise den Ferrari F40, der für 366.989 SFR einen neuen Besitzer fand - oder der Ferrari 288GTO mit einem Auktionspreis von 344.944 SFR. Viele Enthusiasten waren besonders gespannt, wie viel der Ferrari 275GTB von 1965 einbringen wird. Das Auto ist in einer extravaganten Goldlackierung gehalten, verfügt über 4 Nockenwellen und einen großen V12-Motor. Für 300.855 SFR fand der Wagen einen neuen Besitzer. Das preiswerteste Auto der „Lepeltier-Sammlung“ war ein pfefferminz-grüner Ferrari 308 GTB von 1970 für 45.948 SFR.

Unter den anderen Angeboten präsentierte sich ein ex-N.A.R.T Ferrari Daytona Grp IV Competizione von 1972, der nicht verkauft werden konnte. Der Ferrari 512BB LM Series II von 1980 (ein weiteres ehemaliges North American Racing Team Auto) ging für 444.145 SFR unter den Hammer. Zu den Fahrzeugen der sechziger Jahre gehörte auch ein Ferrari 500 Superfast Speziale von 1964 aus dem ehemaligen Besitz von Prinz Bernhard. Das Auto brachte 422.100 SFR. Ein sehr seltener Ferrari 330 America von 1964 wurde für faire 75.814 SFR versteigert. Äußerlich baugleich mit dem 250GTE wurden nur 50 Fahrzeuge mit dem großen Motor produziert.

Der Ferrari 250GT Prototype „Boano“ wurde nach der Auktion für 212.181 SFR verkauft. Der Ferrari 212 Barchetta by Allegretti wurde vor der Auktion zurückgezogen und konnte somit nicht versteigert werden.

Highlights Automobilia: Das 1:10 Modell Ferrari TR58, von dem nur zwei Stück von Michele Conti gebaut wurden, brachte 31.050 SFR. Ein 1:2 Model eines Ferrari P2 von 1965 brachte erstaunliche 18.400 SFR – hatte doch ein Schwestermodell vor ein paar Wochen auf einer Auktion in London nur einen Bruchteil eingebracht.

Die letzen Worte kommen von Simon Kidston, Präsident Bonhams Europe: “Nachdem wir soviele Jahre daran gearbeitet haben die Lepeltier-Sammlung zu schützen, ist es doch unglaublich, dass wir sie jetzt verkauft haben. Es war ein sehr emotionales Gefühl, zu sehen, wie sich diese Sammlung auflöst. Wir haben noch nie ein derartiges Interesse an Sammlern und Zuschauer hier in Gstaad gehabt.“

Die Auktion brachte die Gesamtsumme von SFR 5.800.000 ein.

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Text: Steve Wakefield
Fotos: Bonhams