Bonhams-Auktion in Scottsdale, Arizona: Die Ergebnisse

Bonhams-Auktion in Scottsdale, Arizona: Die Ergebnisse

Langsam entwickelt sich Phoenix im US-Bundesstaat Arizona zum Epizentrum der wichtigsten Klassiker-Versteigerungen zum Jahresauftakt. Auch das ehrwürdige englische Auktionshaus Bonhams hat während der Scottsdale-Week Mitte Januar erstmals zur Versteigerung eingeladen. Verkauft wurden eine ganze Reihe von Vor- und Nachkriegsklassikern, amerikanischen Ikonen und das eine oder andere Schnäppchen.

Gerade in der Kategorie „Schnäppchen“ war einer der Stars ein Porsche 356A Speedster, Baujahr 1955 (Bild oben). Nur 233 Stück wurden in jenem Jahr gebaut, insgesamt liefen nur etwa 4.800 Einheiten vom Band. Der erzielte Preis von rund 100.000 US-Dollar ist ein Beleg für die aktuelle Begeisterung für Klassiker im Originalzustand – mit authentischer Patina. Zu den weiteren 356ern, für die geboten wurde, zählten ein 356SC Cabriolet (1964), das für 133.500 US-Dollar den Zuschlag erhielt sowie ein sogenanntes 356 „bent window“ Coupé von 1954, das mit seinem markanten Fensterdesign für 93.600 US-Dollar den Besitzer wechselte. Weniger Glück hatte Bonhams mit dem viel gepriesenen Porsche 906, für den sich kein Interessent fand.

Bonhams-Auktion in Scottsdale, Arizona: Die Ergebnisse

Den größten Erfolg hatte Bonhams mit den Vorkriegsmodellen, allen voran das Mercedes-Benz 540K Cabriolet C von 1937, um das sich Kaufwillige aus den USA, Großbritannien, Osteuropa und Fernost heftig zu überbieten suchten. Der Mercedes wechselte für 667.000 US-Dollar den Besitzer und tritt nun nach 40 Jahren die Reise aus einer New Yorker Sammlung zurück nach Europa an. Ein traumhafter Rolls-Royce Phantom I Transformation Phaeton von 1929, der einst Marlene Dietrich gehörte, wurde seinem Schätzpreis gerecht und erzielte 524.000 US-Dollar, während das Delahaye 135M 3-Position Drophead Coupé, das der berühmten Karrosseriewerkstatt von Figoni et Falaschi entstammte, mit 472.500 US-Dollar weit über dem Einstandsgebot von 250.000 bis 350.000 US-Dollar versteigert wurde.

Eine weiteres Lot der Bonhams-Auktion, das ebenfalls mit einem Celebrity-Faktor glänzte, war der linksgelenkte 1966er Aston Martin DB6 Vantage, der einst in der Garage von Bing Crosby gestanden hatte. Er wurde für 298.500 US-Dollar versteigert. Der andere Aston im Angebot, ein V8 Vantage von 1989, kam für 150.000 US-Dollar unter den Hammer. Erstaunlicherweise waren weder Ferrari noch Maserati im Katalog der Offerten vertreten.

1968er Shelby Mustang GT500KR Fastback ($70.200) 1956er AC Ace Bristol ($221.500)

Wir mögen die winzigen, von Abarth spezialisierten Fiats – und zwei Sammlerstücke fanden auch bei Bonhams ihre Liebhaber: ein 1958er Fiat Abarth 750 GT „Double Bubble“ von Zagato für 111.150 US-Dollar und ein Fiat Abarth TC Berlina Corsa von 1967 für 46.800 US-Dollar. Am anderen Ende der Skala wurde ein wunderbarer Shelby Mustang GT500KR Fastback angeboten, der in seiner Highland Green-Lackierung an Steve McQueens „Bullitt“-Geschoss erinnerte. Der Shelby wurde für durchaus angemessene 70.200 US-Dollar ersteigert. Ein ebenso begehrenswerter aber restaurierungsbedürftiger AC Ape von 1956 mit Bristol-Motorisierung erzielte 221.500 US-Dollar. Alle Ergebnisse der Auktion finden Sie hier.

Bonhams nächste Auktion findet am 2. Februar 2012 im Rahmen der Rétromobile in Paris statt. Der Star der Veranstaltung ist schon jetzt ein Aston Martin DB4GT von 1961 mit einem Schätzwert zwischen 1.100.000 und 1.400.000 Euro.

Text: Steve Wakefield (aus dem Englischen von Alexandra Felts)
Fotos: Bonhams