Black Falcon: Concept Three of Ten

Industriedesigner Ian Berry hat beim kalifornischen Quail Motorcycle Gathering sein neuestes Meisterwerk präsentiert: Die Black Falcon, ein Drag Racer auf Basis der legendären Vincent Black Shadow, ist Berrys dritte von zehn geplanten Eigenkreationen auf Basis britischer Vintage-Motorräder.

In seinem Workshop in Downtown Los Angeles verschwimmen die Grenzen zwischen Mechanik, Design und Kunst: Ian Berry, 1973 im kalifornischen Santa Cruz geboren, hat eine Karriere im Silicon Valley aufgegeben, um sich seiner Leidenschaft für britische Motorrad-Ikonen zu widmen. Dabei baut er die historischen Norton, Triumph oder Royal Enfield der Jahrgänge 1930 bis 1960 nicht originalgetreu auf. Vielmehr lässt er aus den klassischen Brit-Bikes mit immensem Arbeitsaufwand eindrucksvolle wie eigenwillige Fahrskulpturen entstehen, die den motorradfahrenden Gentlemen einer zivilisierteren Ära Tribut zollen. Für seine Handwerkskunst werden Ian Berry und seine Geschäftspartnerin Amaryllis Knight in ganz Hollywood verehrt, doch die Auswahlkriterien für Neukunden sind streng. Schließlich entsteht bei Falcon Motorcycles derzeit nur ein neues Custom Bike pro Jahr. Seit mehr als drei Jahren arbeiten die Designer an der Serie „Concept Ten“, das Auftakt-Motorrad The Bullet nach Vorbild einer Triumph Thunderbird wurde 2008 beim Legend of the Motorcycle International Concours d’Elegance als „Best Custom“ ausgezeichnet.

Black Falcon: Concept Three of Ten Black Falcon: Concept Three of Ten
Black Falcon: Concept Three of Ten Black Falcon: Concept Three of Ten

Auch das 2010 vorgestelle zweite von zehn Unikaten, die in mehr als. 2.000 Arbeitsstunden bis ins kleinste Detail von Hand gefertigte Falcon Kestrel auf Basis einer Triumph Bonneville, erhielt den begehrten Custom-Titel – dieses Mal bei Quail Motorcycle Gathering. Nur logisch, dass Berry das diesjährige Motorradtreffen im kalifornischen Carmel nutzte, um die dritte von zehn Ausnahme-Machinen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Black Falcon wurde innerhalb eines Jahres von einem sechsköpfigen Team aufgebaut, als Grundlage der Arbeit diente der Motorblock einer Vincent Black Shadow von 1951 – mit 201 km/h für mehr als 25 Jahre das schnellste Serienmotorrad der Welt. Bereits in den 1950er und 1960er Jahren war die Maschine umfassend modifiziert worden, um beim Drag Racing sowie bei Geschwindigkeits-Rekordversuchen auf den amerikanischen Salzseen zu brillieren. Unter Ian Berrys Regie und mit fachkundiger Beratung des Vincent-Experten „Big Sid“ Biberman, wurde der Motor bis auf’s Zehntelgramm austariert und – wie es Chris Hunter vom Motorrad-Blog Bike EXIF treffend formuliert – „in ein 75 PS starkes Schweizer Präzisionsuhrwerk verwandelt.“ Als ehemalige Rennmaschine ist die Black Falcon zudem mit zwei Benzintanks ausgestattet: Der „Roadster“-Tank ist für die normale Fahrt ausgelegt, der „Quarter Mile“-Tank kann bei Beschleunigunsgrennen sekundenschnell aufgefüllt werden.

Das Chassis wurde derweil fast komplett neu konstruiert. Rahmen, Gabeln, Bremsen, Lenker, das Gaspedal, die Sitze, sogar die Schutzbleche – alle Teile wurden von Berry überarbeitet, um Funktionalität und Ästhetik zu optimieren. Performance und Handling sollen dadurch im Vergleich zum Original aus den 1950er Jahren deutlich besser ausfallen. Es verwundert kaum, dass die Black Knight auch in diesem Jahr beim Quail Motorcycle Gathering mit dem Titel „Best Custom“ ausgezeichnet wurde.

Weitere Informationen finden Sie unter www.falconmotorcycles.com.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Falcon Motorcycles
Video: Los Angeles Times