Was Sie beim 75. Goodwood Members' Meeting nicht verpassen sollten

Mit seinem streng limitierten Kartenkontingent ähnelt das Members’ Meeting in Goodwood einer exklusiven Party für Enthusiasten. Aber keine Sorge, falls Sie noch kein Ticket besitzen: Wir führen Sie beim Auftakt zur Goodwood-Saison hinter die Kulissen.

Die Ehre des Hauses

Auch dank der limitierten Besucherzahlen ist das Members’ Meeting ein Ort, an dem aus Unbekannten schnell Freunde werden. Schließlich ist die beste Art, in England miteinander warm zu werden, eine kleiner Wettstreit. Und davon gibt es in Goodwood freilich mehr als genug – nicht nur auf der Rennstrecke. Jeder Besucher – egal, ob es sich um einen Rockstar, einen Rennfahrer oder einen vierjährigen Knirps handelt – wird (ähnlich wie bei Harry Potter und seinen School Houses) einem sogenannten Haus zugeteilt. Und so hat jeder die Chance, für sein ganz persönliches Team zu gewinnen. Ob man die Rennlegenden auf dem Rundkurs anfeuert oder spontan beim Tauziehen einspringt – es geht immer um die Ehre des Hauses. Das Spektrum der Erfahrungen reicht von einem Dreibeinelauf mit Jochen Maas bis zum Versuch, seine Gummistiefel weiter zu werfen als Nicholas Minassian.

Grandiose Vorführungen

Obwohl die Atmosphäre bezaubernd und die Spiele höchst unterhaltsam sind, gibt es einen Hauotgrund für das Treffen der GRRC-Mitglieder in Goodwood: die Rennen. Als erste Veranstaltung des historischen Motorsports im Jahr brennen die Zuschauer förmlich darauf, endlich wieder ein paar wunderbaren und sehr schnellen Autos beim Gasgeben zuzusehen. Wir empfehlen, sich möglichst zeitig einen Platz auf dem Rasen nahe den Zäunen zu sichern. Das ist die ideale Warte für die High Speed-Vorführungen. Ferraris, Alfas, Lolas in Form von 3,0-Liter-Sport-Prototypen, Porsches, Jaguars, dann noch die McLaren F1-GTRs der Legends of GT1-Reihe bis hin zu den Rover SD1, Jaguar XJS und den BMW M3 der Gruppe A-Tourenwagen bieten wirklich für jeden Geschmack etwas. Und wenn man sie am Samstag verpasst hat, bleibt immer noch der Sonntag.

Party Time in Goodwood

Der erste Tag ist traditionell sehr lang und bisweilen alkoholgeschwängert, weswegen viele Besucher lieber früh zu Bett gehen. Der Sonntag ist schließlich schneller da, als man denkt. Wir raten jedoch zu einer Sonderportion Koffein und vielleicht noch einer Extrarunde Goodwood Ale, um die Lebensgeister für die wahnsinnige Party am Samstagabend zu mobilisieren. Es locken Fahrgeschäfte aller Art, Tänzer, Musiker, Feuerschlucker und Akrobaten. Auf keinen Fall entgehen lassen darf man sich den Barn Dance, einen traditionellen amerikanischen Volkstanz, bei dem man wie im Western in einer Linie tanzt. Aber natürlich kann man es sich in der Scheune auch auf einem Heuballen bequem machen. Als großes Finale des Tages gibt es fantastisches Feuerwerk, dessen bunte Lichter auf dem im März oft regennassen Rundkurs und in den glücklichen Gesichtern der Zuschauer wiederspiegeln.

Rennen am Sonntag

Der zweite Tag des Members’ Meeting steht ganz im Zeichen der Autos. Denn jetzt werden die Rennen gewonnen. Jeder Fahrer hofft auf einen Platz auf dem Podium – schließlich winken den Siegern mehr als zehn Trophäen. Autos aus jeder Epoche – von der S.F. Edge Trophy der sehr frühen Edwardian Specials bis zu den Gruppe 1-Limousinen der Siebziger und frühen Achtziger bei der Gerry Marshall Trophy – treten gegeneinander an, um zu gewinnen. Neu ist die Scott Brown Trophy, bei der nur Listers, die bis 1966 Rennen gefahren sind, starten dürfen. Nach John Surtees Tod wurde jetzt auch eine  Trophy zu seinen Ehren geschaffen, die mit Sportwagen-Prototypen der Can-Am-Gruppe 7 der sechziger Jahre für lautstarke Erinnerungen sorgen wird.

Fotos: Rémi Dargegen für Classic Driver © 2017

Sie finden unsere komplette Berichterstattung von Goodwood Members’ Meeting 2017, die freundlicherweise von IWC unterstütz wird, in unserem regelmäßig aktualisierten Überblick.