Was man beim Goodwood Revival 2015 nicht versäumen sollte

Inzwischen muss man das Goodwood Revival als grandiose Feier historischen Motorsports nicht weiter erklären, oder? Für die Fülle der Events hat Classic Driver allerdings ein paar Tipps parat. Bleibt eigentlich nur noch die drängende Frage der passenden Kostümierung.

Ein echter Coupé-Coup für Goodwood

Carroll Shelbys Daytona Cobras mit Peter Brocks wegweisendem Design waren 1965 eine Kampfansage an die bis dahin dominierenden Ferraris. Nur sechs Exemplare wurden gebaut. Zum 50. Jubiläum werden sie alle in Goodwood wieder zu sehen sein und zusammen mit anderen wichtigen Cobras ein paar Runden drehen. Für die Dauer des Revivals werden die Rennwagen in Boxengassengaragen im Vintage-Sebring-Look untergebracht. Mehr noch: Eine Daytona Cobra wird im berühmten RAC TT Celebration-Rennen gegen die Ferrari 250 GTO und Leichtbau-E-Types antreten. Das verspricht der Ohrenschmauß des Goodwood-Wochenendes zu werden.

Revival in Rosso

Mehr Ferraris als je zuvor werden in Goodwood erwartet, denn allein beim Lavant Cup starten über 25 Modelle mit Trommelbremsen aus der Ära vor 1960. Zu diesen ganz seltenen Erscheinungen zählen beispielsweise der Ferrari 375 MM Spyder und der 412 MI. Außerdem werden beim historischen Earls Court-Concours weitere rote Juwelen aus der Markengeschichte zu bestaunen sein - wie der Urahn 125 S von 1947 und der kürzlich vorgestellte 488 GTB. 

Mini Mania

Waren Sie auch einer jener jugendlichen Rebellen der Youthquake-Bewegung, die Mitte der 1960er Jahre die Welt der Erwachsenen aufgerüttelt haben? Für ein Wochenende wird sich das Anwesen von Lord March in ein „Swinging Goodwood” verwandeln, um beim 50. Jubiläums dieses Lebensgefühls noch einmal zu feiern. Und natürlich gehören Models im Minirock einfach dazu! Man sollte sich auf Überraschungen gefasst machen, den Goodwood-Schöpfer Lord March und sein Team überlassen nichts dem Zufall. Schauen Sie sich an diesem Wochenende einfach sehr genau Ihre Umgebung an - Sie werden sehen, was wir meinen.

Wer zählt die Spitfires am Himmel?

Goodwood erweist wie in jedem Jahr den britischen Helden des Zweiten Weltkriegs Referenz. 75 Jahre sind seit dem „Battle over Britain” vergangen. Zum Jubiläum beim Freddie March Spirit of Aviation-Concours werden sich über 30 fliegende Veteranen dieses Luftkrieges wie die Hawker Hurricanes, die einzige noch flugtaugliche Bristol Blenheim und beeindruckende 22 Supermarine Spitfires einfinden. Der frühe Morgenappell dürfte nicht nur ein unüberhörbarer Weckruf für Langschläfer sein, der sogenannte „Dawn Patrol” verspricht auch ein - diesmal - friedliches Spektakel.

Bye bye, Defender...

Manche werden mit der Botschaft zwar noch hadern, aber Anfang 2016 wird Land Rover nach 67 Jahren die Produktion des Defenders einstellen. Es wäre nicht das Revival in Goodwood, wenn die Organisatoren nicht eine Parade aller bedeutenden Modelle in allen möglich Varianten von 1948 bis 1966 aufgeboten hätte. In dieser Werkschau werden als Highlight einige höchst seltene Vorserien-Modelle zu sehen sein. Classic Driver hat das Glück, bei diesem Konvoi am Samstag mit von der Partie sein zu dürfen.

Limousinen im Rennfieber

Wenig Events machen Publikum und Teilnehmern gleichermaßen viel Spaß wie die St. Mary's Trophy für Serien-Limousinen. Auch 2015 kann man auf der Starterliste eine Reihe berühmter Namen entdecken. Jochen Maas hat sich gemeldet, ebenso Steve Soper, Brian Redman, Tom Kristensen, Marino Franchitti, Emanuele Pirro, Andy Wallace und der große, unermüdliche Rauno Altonen. Sie alle klemmen sich hinters Steuer so verrückter Maschinen wie den Go-kart-ähnlichen Minis, den wendigen Lotus Cortinas und donnernden Ford Galaxys. 

Mass macht's

Wenn man sich beim Goodwood Revival auf einen Menschen verlassen kann, dann ist das Jochen Mass, der Jahr für Jahr hinter dem Steuer eines neuen, interessanten Klassikers antritt. „Das Goodwood Revival ist eine Veranstaltung, die von Jahr zu Jahr an Qualität gewinnt. Und es ist immer wieder spannend, gegen die harte Konkurrenz dort mit etwas Neuem anzutreten. In diesem Jahr starte ich in der St Mary’s Trophy mit einem Ford Galaxie, für den man seinen Fahrstil komplett verändern muss. Übrigens fahre ich nicht zum Revival, weil ich unbedingt gewinnen will. Vielmehr möchte ich in großer Runde Spass haben. Als Fahrer ist man den Zuschauern so nahe wie sonst nirgends – gemeinsam saugt man die Atmosphäre förmlich in sich auf. Wie sich die Menschen verkleiden und wie sie den Geist des historischen Rennsports aufleben lassen, ist außergewöhnlich. Das macht das Goodwood Revival weltweit wirklich einzigartig.“

Photos: Rémi Dargegen, Amy Shore, Getty Images

Classic Driver berichtet umfassend vom Goodwood Revival 2015 – und wird dabei von Credit Suisse freundlich unterstützt. Die neuesten Artikel aus Goodwood finden Sie hier im Überblick.