Video: Holman Moody Ford Fairlane in Goodwood

Graue Eminenzen sind der bloßen Logik nach meist ein seltener Anblick. So ist es auch beim legendären Holman Moody Ford Fairlane aus dem Jahre 1964. Das soll sich ändern. Wir haben das Classic Driver Team Car nicht nur ans Licht, sondern auch auf die Rennstrecke geholt. Nach Goodwood.

 

Spätestens mit dem Starten des Motors wähnt man sich zurück in jener Zeit, als dieser Wagen scheinbar unbesiegbare Ford GT40 & Co. in Grund und Boden fuhr. Das Potenzial dazu hat der mächtige Holman Moody Ford Fairlane immer noch. Regelmäßig geht er bei ausgewählten historischen Rennveranstaltungen an den Start. Mit Erfolg – im vergangenen Jahr gewann der Bolide, gekonnt in Szene gesetzt durch unseren Fahrer „Barney“, beim Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring. In Spa fuhr der graue Kreuzer beim Sechs-Stunden-Rennen als Zweiter durchs Ziel.

Woher nimmt das Auto dieses Potenzial? Der Ford Fairlane Thunderbolt war eine von Ford gebilligte Homologationsvariante für den Motorsport. Ziel war es, den größten verfügbaren Motor, den mächtigen 427er, in den quadratischen Motorschacht zu pflanzen. Wohlgemerkt, der Ford war nach damaligen US-Standards ein eher kleiner Wagen. In der Kabine erhielt der Fairlane gemäß NASCAR-Anforderungen den obligatorischen Käfig, unten herum ein einstellbares Fahrwerk und Scheibenbremsen an der Vorderachse.

 

Video: Holman Moody Ford Fairlane in Goodwood
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Heute ist das Auto entsprechend dem FIA-Reglement klassifiziert, mit HTP-Papieren für die GTP-Klasse ausgestattet. Damit tritt der Amerikaner gegen die schnellsten Sportwagen seiner Epoche an. Praktisch so wie vor bald 50 Jahren im Februar 1964, als Stock-Car-Spezialist „Fireball Roberts“ beim 250-Meilen-America-Challenge-Cup die Ziellinie als Zweiter überquerte. Das Daytona Beach Sunday News Journal beschrieb die Platzierung von Roberts damals als „Schock“ – und das entspricht wahrscheinlich ziemlich genau der Gefühlslage, die auch heute vielen Fahrern widerfährt, wenn sie der grauen Wand begegnen. Oder dem grauen Schatten – je nach Perspektive und Tempounterschied.

 

 

Video: Holman Moody Ford Fairlane in Goodwood
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Ganz ähnlich die Eindrücke in Goodwood. Der V8 mit sieben Liter Hubraum zieht den Wagen kräftig nach vorne über die Gerade der Rennstrecke von Goodwood. Erstaunlich ist, wie verlässlich der Kreuzer durch die langsam zu nehmenden Kurven kommt. Auch in der berühmten Schikane von Goodwood gibt sich der Fairlane keine Blöße. Dabei klingt der V8 kraftvoll und souverän. Während der originale Wagen von Alan Mann, der später von Martin Birrange pilotiert wurde, als verschollen gilt, wurde diese gelungene Recreation von Holman Moody in den Jahren 2002 und 2003 aufgebaut. Die bekannte Werkstatt mit angeschlossenem Rennstall aus North Carolina fertigten schon damals die Originalfahrzeuge. Da schien es nur folgerichtig, dass hier ein weiterer Fairlane für die Rennstrecke quasi als Faksimile des 1964er Originals auf die Räder kommen sollte. Es sollte der Einzige bleiben, der sich noch so vital im aktiven Renneinsatz präsentiert.

 

 

Video: Holman Moody Ford Fairlane in Goodwood
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Die deutschen Eigentümer des Fairlane bringen ihren Rennkreuzer nicht nur regelmäßig zum Einsatz, sondern sorgen sich auch um dessen Historie. Ordner voller Dokumente und Papiere begleiten den Weg dieses Holman-Moody-Originals von Einsatz zu Einsatz. Denn am beeindruckendsten sind fraglos die Renneinsätze auf dem Ring oder in Spa. Wenn zwischen Ford GT40-, Lotus-, Elva- und Brabham-Rennern plötzlich die graue Wagenburg auftaucht, wissen Sie Bescheid.

 

Video & Fotos: Simon Clay

Goodwood: www.goodwood.co.uk

Goodwood Road Racing Club: www.goodwood.co.uk

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