Timeless Classics: Ferrari 250 GT California Spider

Ferrari. California. Spider. Drei Worte, welche die Essenz des klassischen Fahrens aufspalten: Sportwagen mit Rennsportgenen. Sonnenverwöhnte Straßen, die sich entlang eines sprudelnden Ozeans schlängeln. Offenes Dach, um die Wärme, den Geruch, den Klang, den Nervenkitzel ungefiltert zu spüren...

Es ist schwierig, einen vergleichbaren Sportwagen zu nennen, der so sehr von zeitloser Schönheit gesegnet ist – und für die „Goldene Ära“ der Sportwagen steht, wie der California Spider. Dass er Ende 1958 die Bühne betrat, ist den Ferrari-Distributeuren John von Neumann und Luigi Chinetti zu verdanken, die in den USA eine Marktnische entdeckten.

Einer, nachdem man sich umdrehte

Anders als der Touring-orientierte Ferrari 250 GT Cabriolet, der parallel angeboten wurde, war der California Spider eng mit dem 250 GT Berlinetta Rennwagen verwandt. Er besaß den gleichen grandiosen Dreiliter-V12 mit 240 PS, der Ferrari bereits zahlreiche Siege bei der Tour de France eingebracht hatte.

Darüber lag das himmlische Designkleid aus der Feder von Pinin Farina, aufgebaut von Scaglietti, nach dem man sich schlicht umdrehen musste. Mit dieser Kombination posierte der California Spider auf dem Boulevard besser als jeder andere Sportwagen und konnte gleichzeit auf der Rennstrecke alles in Grund und Boden fahren. Anfangs baute der offene Ferrari auf dem langen Chassis des TdF-Modells (2.600 mm) – von dieser LWB-Serie wurden 50 Autos gebaut. Erst 1960 löste die Shortwheelbase-Variante (2.400 mm) den Spider mit langem Radstand ab.

Eleganz trifft Aggression

Das Design von Pinin Farina wirkte genauso elegant wie aggressiv. Die Seitenlinie erstrecke sich fast linear vom Kotflügel über die Türen, ehe sie am Heck zu einer muskelähnlichen Wölbung anschwoll, die dem Betrachter vermittelte, dass sich darunter jede Menge Kraft entlädt. An der Front prangte die langgezogene Nase, über der sich eine relativ kurze Motorhaube befand. Auf dieser wiederum prangte der charakteristische Lufteinlass, der die drei großen Weber-Vergaser mit Frischluft versorgte.

Die Kombination aus Schönheit und Agression hatte eine fast magische Anziehungskraft auf solche Fahrer, die es bevorzugten, hart am Gas zu fahren. Vermutlich der berühmteste war Hollywoodstar James Coburn, der seinen SWB-Ferrari im Jahr 1964 vom belgischen Importeur Jacques Swaters erwarb, nachdem er gerade die Dreharbeiten für den Film „Great Escape“ in Bayern fertig gestellt hatte.

California Dreaming

2008 versteigerte RM Auctions so einen Ferrari für 5,5 Millionen Pfund an den britischen Radiomoderator Chris Evans. Dieser erwarb letztes Jahr einen weiteren California Spider, den er, laut eigener Aussage, vor wenigen Tagen über den Ferrari-Händler Talacrest für über neun Millionen Pfund wieder verkaufte.

Einmal im Leben zwei Exemplare des großartigsten Ferrari aller Zeiten besitzen? Das ist wirklich „California Dreaming“!

Fotos: RM Auctions

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Timeless Classics“, die von RM Auctions präsentiert und freundlich unterstützt wird.

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