Timeless Classics: BMW 507 Roadster

Anfang der 1950er galt BMW als einer der führenden Sportwagenhersteller, vor allem dank der Vorkriegs-328er. Die Bayern hatten gerade einen modernen V8-Motor entwickelt – nur der passende Sportwagen fehlte noch. Glücklicherweise kam rechtzeitig ein grandioser Designentwurf aus den USA eingeflogen...

Importeur Max Hoffman in New York hatte immer ein offenes Ohr für europäische Autohersteller.

Während der Nachkriegs-Automarkt in Amerika boomte, hatte Importeur Max Hoffman in New York immer ein offenes Ohr für europäische Autohersteller. Nachdem er bereits einen Markt für Jaguar in den USA entdeckt hatte, bekam er schnell Wind von BMWs großem Engagement für den dringend benötigten Sportwagen. Hoffman sah den bayerischen Sportwagen schon nebst 300 SL und 356 Speedster auf den Containerschiffen über den Atlantik schippern. Dank neuem V8-Motor rechnete der Importeur zwar mit einem äußerst sportlichen Wagen – besorgt war er jedoch über das Design, das vielleicht doch zu sehr an die barocken Limousinen anlehnen könnte, auf denen der neue Sportwagen aufbauen sollte.

Der entscheidende Entwurf

Aus diesem Grund schlug Hoffmann vor, dass Albrecht von Goertz einige Designvorschläge entwarf und von Amerika nach München schickte. Der Vorstand entschied sich prompt für den Entwurf eines modernen, zeitlosen Roadsters – und gegen Ernst Loofs eher traditionsreichen Designvorschlag. Man war der Meinung, es sei an der Zeit, sich endgültig vom Vorkriegsdesign zu verabschieden.

Nieren und Kiemen

Von den berühmten „Nieren“, über die sanft geschwungene Gürtellinie mit ihren prägnanten Kiemen, bis zu den wohlgeformten Hüften war der von Goertz entworfene 507 unglaublich stimmig. Details finden sich heute noch in modernen Modellen der Bayern wieder. Wie gelungen das Design war, zeigte sich 1955 beim Debut des Roadsters im Waldorf Astoria. Nicht nur Elvis Presley oder Graf Agusta waren hin und weg. Da sich aber nur die Reichen und Berühmten diesen Sportwagen leisten konnten, wurden nicht mehr als 251 hergestellt, was den BMW 507 damals wie heute umso begehrenswerter machte.

Unsterblichkeit erwünscht

Die weitverbreitete Meinung, der 507 sei der begehrenswerteste Serienwagen der BMW-Geschichte, hat zum heutigen Marktwert des Klassikers beigetragen. Im November 2013 verkaufte RM Auctions ein seltenes, silberfarbenes Exemplar der zweiten Serie für 1,65 Millionen Dollar – passenderweise bei der New Yorker Auktion mit dem Titel „Art of the Automobile“. Ein weiteres Serie-II-Exemplar (das hier gezeigte) mit „Rudge-Felgen“ kommt in Kürze bei RM in Amelia Island zum Aufruf. Die Preiserwartungen liegen zwischen 1,4 und 1,8 Millionen US-Dollar. Viele Enthusiasten mögen es bedauern, dass der BMW 507 für sie preislich mittlerweile außer Reichweite ist – doch in Hinblick auf seine Seltenheit, Exklusivität und zeitlose Schönheit ist diese Wertenwicklung geradezu logisch.

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Timeless Classics“, die von RM Auctions präsentiert und freundlich unterstützt wird.

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