Snapshot, 1977: Sandro Munari hält in Monaco alle Karten in der Hand

Es ist Januar 1977 und Sandro Munari liegt bei der Rallye Monte Carlo komfortabel in Führung. Schon in den beiden Vorjahren hat er in seinem Spaceship namens Stratos gewonnen – nun peilt er für sein Lancia-Team den Hattrick an...

Die legendäre Sonderprüfung Sospel-Lantosque der Rallye Monte Carlo gilt auch wegen der Passage des berühmten Col de Turini als eine der physisch wie psychisch härtesten Herausforderungen des Motorsports. Doch nicht, wenn wenn Du Sandro Munari, auch bekannt als Il Drago, bist. Bereits in den beiden Vorjahren hat der Italiener die Rallye in seinem futuristischen Lancia Stratos HF dominiert. In einer glücklichen Symbiose aus lateinischem Temperament und britischer Coolness zähmte er den im Grenzbereich nervösen Mittelmotor-Boliden wie kein anderer. Auf der nächsten und zugleich letzten Etappe, die wie üblich bei der Monte im Schutz der Dunkelheit laufen wird, wird er sein virtuoses Können noch einmal zeigen und mit über zwei Minuten Vorsprung auf den engsten Verfolger Jean-Claude Andruet (Fiat 131 Abarth) erneut als Sieger am Hafen von Monte Carlo einlaufen. Sein insgesamt vierter Sieg – 1972 siegte er bereits auf einer Lancia Fulvia – macht den 36-Jährigen zum bis dahin erfolgreichster Fahrer der Monte-Geschichte und legt zugleich den Grundstein für den späteren Gewinn des Fahrertitels in der Rallye-WM des Jahres 1977. 

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