Snapshot, 1974: Der Moonliner setzt an zum großen Sprung

Es ist 1974 und Rennfahrer Gary Gabelich wird gleich an Bord des fantastischen Moonliners – einem Drag-Racer aus der Kustom-Kar-Traumfabrik von Dean Moon – in wildem Ritt über die Bonneville Salt Flats jagen.

Fünf Jahre ist es her, dass Neil Armstrong als erster Mensch über den Mond spazierte. Seitdem hat sich die allgemeine Mondsucht merklich abgekühlt – das Apollo-Programm wurde eingestellt, das Budget in den Vietnamkrieg investiert. Doch Gary Gabelich hat an diesem Tag sowieso andere Sorgen: Gleich wird er den Moonliner, ein raumschiffartiges Geschoss von gewaltiger Dimension, über die Salzseen von Bonville beschleunigen und – wenn alles klappt – einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen. Ursprünglich gebaut von einem gewissen Jocko Johnson, ging der Moonliner schließlich in den Besitz des schillernden Automobilfantasten und Rennsport-Innovators Dean Moon über. Wer in den 1970er-Jahren aufgewachsen ist, hat seine „Mooneyes“ Drag-Racer möglicherweise als Hot Wheel-Spielzeugauto besessen. Angetrieben wurde das Geschoss von einem Big-Block-Chevymotor. Und anstatt der für Moon typischen gelben Lackierung erstrahlte der Moonliner in rot, weiß und schwarz – schließlich war er der Star einer Fernsehwerbung von Budweiser, die zeitgleich gedreht wurde. Später hieß es, Gary Gabelich habe an jenem Tag auf dem Salzsee eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 460 km/h erreicht – doch wer weiß, ob dies tatsächlich so stattfand oder ob die CIA nur einen weiteren Hoax orchestriert hatte, um den nationalen Bierkonsum zu steigern und die Bevölkerung gefügig zu machen?

Fotos: Gray Baskerville/The Enthusiast Network/Getty Images