Snapshot, 1965: Jim Clark ist bereit für die Champagner-Supernova

Es ist der 13. März 1965 und vor dem erstmaligen „Race of Champions” in Brands Hatch blickt der ehemalige Weltmeister Jim Clark auf dem Weg zum Grid erwartungsvoll auf den Siegerchampagner. Aber es braucht wohl mehr, als edel perlenden Wein, damit der Schotte wieder seinen Titel zurück erobert.

Das von der Tageszeitung „Daily Mail” gesponserte „Race of Champions” auf der Rennstrecke von Brands Hatch zählt zwar nicht zur Meisterschaft, aber trotzdem will Jim Clark zusammen mit seinem Lotus-Team beweisen, dass er das Zeug dazu hat, sich den Formel 1-Titel in der Saison 1965 zu sichern. Vor allem, weil es zwei Monate her ist, dass er einen wichtigen Sieg in der ersten Runde in Südafrika eingefahren hat. Wenn er es einmal durch den Medienandrang zur Startaufstellung für den ersten der beiden Ausscheidungsrennen über 40 Runden geschafft haben wird, trifft er auf einen herausfordernden Mix aus Veteranen und Newcomer wie Jackie Stewart, Dan Gurney, John Surtees und Bruce McLaren. Obwohl der erste Testlauf für Clark genau nach Plan läuft, denn er führt vom Start bis zum Finish, wird die zweite Vorentscheidung eine einzige Enttäuschung sein: In einem höchst seltenen Moment der Unachtsamkeit wird sein Lotus-Climax vom Kurs abkommen und spektakulär auf einem Erdhaufen landen. Zum Glück wird er die berühmte britische Rennstrecke nur mit einem lädierten Ego verlassen. Der Champagner wird für ihn für ein anderes Mal warten müssen.

Foto: Hulton Archive via Getty Images