Snapshot, 1965: Alfa Romeo und die Ruhe vor dem Sturm in Sebring

März 1956: Die vier Werk-Alfa Romeo TZ1 erwarten bei noch sonnigem Wetter den Start zu den 12 Stunden von Sebring. Noch ahnt keiner ihrer Piloten, welches epochale Unwetter gerade in Richtung des legendären Flugplatzkurses in Florida heranzieht....

Die 12 Stunden von Sebring gehören nicht nur zu den großen Klassikern des Langstreckensports, sondern sind aufgrund der berüchtigten, weil holprigen Betonplatten des alten Flughafenkurses und des mitunter blitzschnell wechselnden Wetters vielleicht noch unkalkulierbarer als Le Mans. Beim Rennen von 1965 setzte nach ungefähr fünf Stunden ein heftiger Gewitterregen ein, der binnen Minuten die Boxengasse mehrere Fuß hoch unter Wasser setzte. Auch die Strecke wurde rasch überflutet, was zu unzähligen Drehern und Ausrutschern führte. Dennoch wurde das Rennen nicht abgebrochen, und am Ende freute sich Autodelta über die ersten drei Plätze ihrer flinken TZ1 in der GT-Klasse bis 1,6 Liter: mit der #58 von Rolland/Consten als Sieger vor der #56 mit Bussinello und dem am Beginn seiner Karriere stehenden späteren Formel 1-Fahrers Andrea de Adamich und der #57 mit Deserti/Zeccoli. Nur die #55 mit Andrey/Stoddard sah nicht das Ziel dieses in die Annalen des Motorsports eingegangenen Rennens.  

Foto: GP Library / UIG via Getty Images