Snapshot, 1952: Der letzte Tankstopp vor der Wüste...

Selbst Mille-Miglia-Gewinner bekamen hier einen heißen Kopf: Die Carrera Panamericana erlaubte den Rennfahrern nur wenige Momente der Ruhe wie diesen Tankstopp im November 1952, irgendwo in Mexiko.

Wer sagt, dass man mit einem Ferrari keine Wüsten durchqueren kann? Auf diesem Bild tank der italienische Rennfahrer Giovanni Bracco im mexikanischen Parral noch schnell Benzin, bevor er mit seinem Ferrari 250 Sport zur siebten Etappe der Carrera Panamericana antritt. Bracco hatte im selben Jahr bereits in einem haarsträubenden Aufholkampf die Mille Miglia gewonnen – der Legende nach mit einer Flasche Cognac und vier Schachteln Chesterfield als „Wegzehrung“. Und auch in Mexiko sieht es gut aus für den italienischen Haudegen: Seinen Konkurrenten Karl Kling und Hans Klenk in ihrem Mercedes ist ein Geier durch die Windchutzscheibe geflogen und Bracco hält bis zur sechsten Etappe die Führung. Doch in Parral wird ihm klar, dass sein Ferrari die Strapazen nicht bis zum Ende mitmachen wird – er überlässt den deutschen Rivalen in einer Geste großen Sportsgeists das Feld. Einen Tag später erreicht der Flügeltürer von Kling – nun ausgestattet mit einem provisorischen „Vogelschutzgitter“ – als erster das Ziel, vor Hermann Lang, Luigi Chinetti und dem weit abgeschlagenen Mille-Miglia-Sieger Giovanni Bracco.

Foto: Klemantaski Collection/Getty Images