Race on Sunday, sell on Monday: Fiskens im Porträt

Queens Gate Place Mews gilt als Londons Automobil-Paradies, haben sich auf dem Kopfsteinpflaster doch in den letzten 50 Jahren zahlreiche Classic-Car-Unternehmen und private Rennteams angesiedelt. Auch Fiskens ist hier seit 1991 Programm und genießt in der Szene hohes Ansehen. Wir waren vor Ort.

„Dies ist der Ort, an den die großartigsten Automobile gelangen, um verkauft zu werden.“

Während sich die meisten Automobilhändler auf eine bis wenige Marken oder ein Herkunftsland spezialisieren, repräsentiert das Angebot von Fiskens so gar keine Markentreue – der Fokus liegt hier ganz klar in: der Qualität. Nur die besten Autos kommen in den Londoner Showroom. Vorkriegs-Bentleys und Invictas finden sich neben modernen Helden, wie einem Porsche 959 und einem Bugatti EB110SS. Ein bemerkenswert schöner Bizzarrini komplettiert die geradezu elektrisierende Szenerie.

Eindrucksvolle Verkäufe

„Dies ist der Ort, an den die großartigsten Automobile gelangen, um verkauft zu werden. Sprich, nur die Besten ihres Typs,“ erklärt Inhaber Gregor Fisken selbstbewusst. Im Gespräch wird jedoch auch klar, dass es sehr viel mehr bedarf als nur attraktiver Offerten, um sich in der Szene einen Namen zu machen. Doch Fiskens hat den nötigen Background, um solche Autos an den Mann zu bringen. Das zeigt auch die Liste an kürzlich verkauften Fahrzeugen. Wir sprechen hier von automobiler Prominenz vom Schlage eines DB4 Zagato (nicht nur einer wurde hier verkauft), Ford GT40 Werksrennwagen und einer Vielzahl an Sport- und Rennwagen der „Goldenen Ära“.

Es gab Zeiten, da hieß es: „Race on Sunday, sell on Monday.“ Und Gregor Fiskens ist einer der wenigen, die dieses vielzitierte Mantra am Leben gehalten haben. Er ist einer dieser Fahrer, die in allen vier Le-Mans-Klassements antreten. Seine Arbeit hinter dem Volant ist dabei ebenso hoch angesehen, wie das Vertrauen, was er im Oldtimergeschäft vermittelt. Gregors jüngsten Renneinsätze sind tatsächlich so vielfältig, wie sein Angebot im Showroom: 2013 nahm er am Goodwood Revival TT Rennen teil und pilotierte hier einen Jaguar E-Type. Mit an Bord war Peter Hardman. Einige Wochen später trat er in der British GT Championship in einem 911 GT3-R (997) an. Der Rennwagen trug eine komplette Schottentracht, in Anlehnung an Gregor Fiskens schottischen Wurzeln.

Der Markt ist gespalten

Im Geschäft der hochdotierten Klassiker arbeitet Fiskens seit 20 Jahren nicht nur an seinen Ruf, er ist auch stets bemüht, seine Zukunft zu sichern und ist dabei sehr realistisch: „Angesichts der Endlichkeit des Marktes, wird die Preis-Schere zwischen den besten Autos mit authentischer Historie und eher mittelmäßigen Exemplaren immer weiter aufgehen“, vermutet Fiskens. „Der Markt ist bereits gespalten, und in Zukunft werden wirklich gute Exemplare preislich noch deutlich anziehen.“

Fotos: Jan Baedeker/Joe Breeze