Oldtimer Grand Prix 2016 mit frischen Ideen und raren Rennsportschätzen

Ein Trackday am Freitag auf der Nordschleife, Läufe für Formel 3, All Time DRM-Heroes, ein Rennen in die Dämmerung und Demofahrten der Gruppe B-Monster, – beim Oldtimer-Grand Prix 2016 setzten die Macher erfolgreich auf neue Programmpunkte.

Die 44. Ausgabe des vom Automobilclub von Deutschland (AvD) organisierten Oldtimer Grand Prix sah über 500 Rennwagen aus sieben Jahrzehnten in 20 Rennen und Gleichmäßigkeitsprüfungen am Start. Zum Auftakt am Freitag sorgte ein erstmals ausgetragener „Trackday“ für einen stimmungsvollen Auftakt, als rund 120 klassische und moderne Sportwagen um die Nordschleife fuhren.

Die Palette reichte vom Porsche 911 2.8 RSR von 1962 und Jaguar E-Type Roadster von 1965 bis zu einer großen Gruppe exklusiver Sportwagen der Moderne. „Wir haben versucht, diejenigen zu erreichen, die mit ihren Fahrzeugen kein Rennen fahren wollen, denen das reine Zuschauen aber zu langweilig ist“, erklärte Organisator Jörge Bratke von Bergen. Das Experiment ging auf, alle vertrugen sich und so wird es wohl 2017 eine Neuauflage geben.

Die ab Samstag startenden Rennen liefen dagegen auf dem Grand Prix-Kurs. Darunter auch der vorletzte Lauf zur Jaguar Classic Challenge. Nach dem Ausfall von Julian Thomas, dem Sieger der ersten drei Läufe, gewann wie im Vorjahr der Local Hero Marcus von Oeynhausen. Als weitere Highlights für die 51.500 Zuschauer warteten die beiden Läufe zur Historischen Formel 1 (Sieger Nick Padmore auf Williams FW07C) oder das in die Dämmerung führende Einstunden-Rennen der zweisitzigen Rennwagen und GT bis 1960/61. In die jüngere Rennsport-Geschichte entführte das Rennen für Formel 3 bis 1984 - hier vertreten auch der erste Formel 3 von Ayrton Senna, ein von Mark Martin gesteuerter Ralt RT3/82-Toyota.

Ein weiterer Höhepunkt war das Feld der über 40 Vorkriegsrennwagen, darunter allein acht Kompressor-Mercedes SSK und der von Peterheinz Kern pilotierte Mercedes-Benz 680 S Rennsport, in dem Rudolf Caracciola 1927 das Eröffnungsrennen des Nürburgrings gewann. Weitere Modelle mit historischer Bedeutung waren der von Ford-Ingenieur John Wheeler ausgeführte – und nie eingesetzte - RS 200 Gruppe S und der zuletzt bei Le Mans Classic gezeigte Jaguar XJ13 mit dem unverwüstlichen, 96-jährigen Jaguar-Urgestein Norman Dewis.

Opel zeigte mit dem legendären „Cliff“-Calibra das Siegerfahrzeug der Internationalen Tourenwagen-Meisterschaft ITC von 1996. Damals gesteuert von Manuel Reuter, doch am Ring ausgeführt von „Smoking Joe“ Winkelhock. „Es war das erste Mal, dass ich ein solches ITC-Auto gefahren bin“, sagte der Schwabe. „Ich fuhr ja damals für BMW in der BTTC. Umso schöner, dass es jetzt endlich geklappt hat.“ Erstmals wieder zu sehen war auch jenes Astra Coupé, dass 2003 das 24 Stunden Rennen am Nürburgring gewinnen konnte.

Unter den vielen prominenten Gästen war der direkt von Schloss Dyck angereiste Derek Bell – er führte im Le Mans-924 GTP eine aus Anlass des 40-Jährigen Transaxle-Jubiläums zusammengestellte Parade von 80 Porsche 924, 944 und 968 an. WEC Pilot Stefan Mücke steuerte einen Ford Capri RS 3100 im Revivallauf zur Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM), dem Vorläufer der DTM. Ex-Formel 1-Pilot Christian Danner zeigte derweil bei Jaguar den neuen Formel E der Raubkatzenmarke – leider nur statisch und nicht in Aktion. 

Fotos: Frederik Dulay © 2016 für Classic Driver