Jolly Good Fellows: Die schönsten Sommer-Strandflitzer

Nach einem langen Tag am Strand ist das Letzte, was Sie brauchen, eine schwarze Limousine, um zur Yacht zurück zu gelangen. Anstatt in eine rollende Sauna zu steigen, lassen Sie sich doch in einem dieser türlosen Strandflitzer den Sand aus der Kleidung blasen.

Fiat Topolino „Mare“

Ist dieser Fiat Topolino „Mare“ vielleicht der Urvater aller Strandflitzer? Sicherlich konnten sich im Jahr 1954 nur die wohlhabendsten Leute ein derartiges Gelegenheitsautomobil leisten. Doch das Rezept bestehend aus fehlenden Seitentüren, einer Markise und Korbsitzen sollte sich fortan bewährt machen, wie sie weiter unten sehen werden.

Isetta 600 Moretti

Mit seiner weiß-blauen Markise ist die vom Turiner Karosseriebauer Moretti umgebaute, elegante BMW Isetta 600 der ideale Strandflitzer. Hier finden nicht nur vier Passagiere Platz, sondern auch ein großer Picknickkorb. Wer will schon allein zum Strand fahren?!

Fiat 500 Jolly

Der Jolly entstand auf Wunsch des Fiat-Bosses Agnelli, der sich einen Tender für die Straße vorstellte, in dem er seine Yacht ansteuern konnte. Ohne zu wissen, dass der kleine Wagen einmal Symbol der Dolce-Vita-Ära und Kult-Auto der Reichen und Berühmten werden sollte.

Fiat Michelotti Shellette beach car

Das Michelotti Shellette Beach Car basiert zwar auf einem Fiat 850, hat mit dem Serienmodell allerdings nur noch wenig gemein. Entstanden ist der Michelotti-Strandwagen in Zusammenarbeit mit dem Yachtdesigner Phillip Schnell und repräsentiert bravourös das Design der späten Sechziger Jahre. Der Shellette war im Vergleich zu den Jolly-Modellen nicht nur schneller, sondern auch komfortabler. Wenn das nicht überzeugend klingt…

Mini Beach Car

Gebaut von der Versuchsabteilung in Longbridge (nicht lachen), war das Mini Beach Car, alias „Riviera Buggy“, Austins Antwort auf den Fiat Jolly. Obwohl nur etwa 15 Exemplare gebaut wurden, waren sie seinerzeit eine Sensation. Sogar die Queen hielt sich einen dieser Minis, um die Wege um Windsor Castle zu verkürzen. Es brachte vermutlich mehr Spaß, als im trägen Rolls‘…

Renault 4 Plein Air

Leider haben bis heute nur wenige Renault 4 Plein Air überlebt – nicht, weil überhaupt nur wenige gebaut wurden, sondern weil die Kinder der wohlhabenden Besitzer eines Plein Air den Begriff „Strandauto“ oft zu ernst nahmen. So fielen viele Exemplare dem schleichenden Salzwasserfraß zum Opfer. Bis es soweit war, mussten die Besitzer allerdings einen Heidenspaß gehabt haben.

Citroën Méhari

Im Vergleich zum Plein Air war der Citroën Méhari ein Schnäppchen. Und wir können uns kein besseres Gefährt vorstellen, um mit vielen Freunden (und deren Surfboards) an den Strand zu gelangen. Sein schlichtes Design und hoher Nutzwert waren eine unschlagbare Kombination, wurden doch fast 150.000 Exemplare gebaut. Interessanterweise war das Auto derart leicht und geländetauglich, das es sogar von der französischen Armee eingesetzt wurde.

Fiat 600 Multipla „Eden Roc“

Warum den Bus zum Strand nehmen, wenn man mit acht weiteren Personen in dieser „Straßen-Riva“ Platz findet? Von Pininfarina entworfen, wurde dieser 1956er Fiat Multipla „Eden Roc“ gebaut, um in der Villa Leopolda in Villefranche-sur-Mer, dem persönlichen Anwesen der Familie Agnelli, zum Einsatz zu kommen. Angeblich soll Henry Ford ein weiteres Exemplar gekauft haben, am selben Tag, als das Modell zum Verkauf kam.

DAF Kini

Als Prinz Willem Alexander geboren wurde, schenkte der ehemalige niederländische Autohersteller DAF der Königsfamilie einen maßgeschneiderten Strandflitzer, den von Michelotti designten Kini (ein anderes Wort für König). Das skurrile Styling mag nicht jedermanns Sache sein, aber als Strandauto ist der Kini eine kleine Sensation.

Fotos: Artcurial, Bonhams, Citroën, Renault