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Ein Rückblick auf das britische Autotreffen, das sofort ausverkauft ist

Bicesters Sunday Scrambles vereinen Enthusiasten aller Art und gelten in der britischen Szene längst als legendär. Das Frühlings-Event am vergangenen Wochenende war ein voller Erfolg und ließ niemanden enttäuscht zurück.

Der Scramble bei Bicester Motion bewies erneut, warum er zu den begehrtesten Automobil-Treffen Großbritanniens zählt. Tickets sind meist innerhalb weniger Tage oder sogar Stunden nach Verkaufsstart vergriffen. Sobald man das Gelände betritt, wird sofort klar, warum. Die Mischung aus Tradition, modernster Ingenieurskunst und Fankultur wirkt nicht wie eine statische Ausstellung, sondern wie eine lebendige Feier des Automobils.

Diese Ausgabe war aufgrund mehrerer Jubiläen von besonderem historischem Gewicht. Maserati feierte 100 Jahre „Dreizack“. Genau ein Jahrhundert nach dem Debüt des Tipo 26 bei der Targa Florio prägte die Präsenz der Marke den „Main Drive“. Die Ausstellung folgte einem klaren roten Faden, der sich von den Maserati-Brüdern über den Vorkriegs-Rennwagen 6CM bis hin zu modernen Supercars zog.

An Jubiläen mangelte es bei der Veranstaltung insgesamt nicht. Eine Gruppe von Lamborghini Miura kam zusammen, um den sechzigsten Geburtstag des Modells zu feiern, das bis heute als Blaupause für den modernen Supercar gilt. Mehrere S- und SV-Varianten gleichzeitig zu sehen, wirkte fast surreal – besonders in einem so zwanglosen Rahmen. Der Aston Martin Owners Club feierte zudem 25 Jahre Aston Martin Vanquish mit einigen historisch bedeutsamen Exemplaren.

An anderer Stelle traf Innovation auf faszinierende Weise auf Nostalgie. Encor Design zog die Massen mit einem neu interpretierten Lotus Esprit S1 an, der mit einem Carbon-Grundgerüst und V8-Power wiedergeboren wurde. Direkt daneben parkte ein originales Exemplar aus den späten Siebzigerjahren, bekannt aus dem James-Bond-Film „Der Spion, der mich liebte“. Der Kontrast war beeindruckend, da es sich nicht nur um einen Restomod, sondern um einen Dialog zwischen den Epochen handelte.

Top Gear, seines Zeichens offizieller Medienpartner des Scramble, kuratierte eine der lebhaftesten Ausstellungen im Fahrerlager. Zu den Highlights gehörten zwei Singer DLS Turbos sowie ein Mix aus besonderen Neuwagen und nostalgischen Maschinen – von der Neuauflage des Renault Twingo bis hin zu modernen Exoten wie dem Lamborghini Revuelto.

Beim Scramble zählt die offene Atmosphäre mehr als das bloße Blech. Hier gibt es keine Absperrungen oder elitäres Gehabe. Stattdessen herrscht ein von Enthusiasten geprägtes Umfeld, in dem Vorkriegs-Rennwagen, moderne Hypercars und alles dazwischen ganz natürlich nebeneinander existieren. In einer Ära zunehmend durchgestylter Auto-Events liegt der Charme des Scramble in seiner Authentizität. Nach der Geschwindigkeit der Ticketverkäufe zu urteilen, ist dieses Erfolgsrezept voll am Puls der Zeit.

Fotos von Joe Windsor-Williams

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