Dirty Money: Warum man jetzt in Rallye-Autos investieren sollte

Gleich mehrere Rallye-Monster und deren straßenzugelassenen Pendants haben auf den diesjährigen Auktionen in Europa erstaunlich hohe Preise erzielt. War dies nur ein Zufall oder zeichnet sich ein echter Trend ab? Classic Driver befragte Experten.

Im Februar 2014 verkaufte Artcurial auf der Rétromobile einen erstklassigen Renault 5 Turbo, einen ehemaligen Calberson-Werksrennwagen, für knapp 400.000 Euro - eine Sensation! Denn damit wurde nicht nur die Preiserwartung von 280.000 bis 320.000 Euro überboten, sondern auch ein neuer Weltrekordpreis erzielt. Pierre Novikoff, Automobilexperte des französischen Auktionshauses, hält das Ergebnis für weit mehr war als nur einen Ausnahmepreis, begünstigt vom Heimvorteil der Rallyelegende: „Vor der Auktion erhielt ich viele Anrufe von Leuten, die mich für verrückt erklärten, weil ich für einen Renault 5 Turbo einen derart hohen Preis ansetzt hatte. Doch ich war mir sicher, dass er diesen Preis erzielen würde – allein in Frankreich gibt es mehrere ernsthafte Sammler von Rallyewagen. Das Gleiche gilt für England, Spanien oder Deutschland.“ Auch die drei anderen Rallye-Klassiker dieser Auktion übertrafen übrigens ihren Schätzpreis mit solidem Abstand.

Springende Preise

Wie bei allen Sammlerfahrzeugen dreht sich auch hier alles um Originalität, Authentizität und Rennhistorie. „Es ist wichtig, zwischen den wahren Rallyewagen und jenen Straßenwagen, die nachträglich auf Rallye-Spezifikationen umgebaut wurden, zu unterscheiden“, sagt Max Girardo von RM Auctions. „Es ist wie immer: Wer das Beste kauft, wird davon früher oder später profitieren“, ergänzt Pierre Novikoff. „Authentizität ist wichtig und es ist bekannt, dass viele nachträglich aufgebauten Rallyewagen im Umlauf sind.“

Helden der Homologation

Während echte Wettbewerbsautos nur von einer kleinen Sammlergemeinde gekauft werden, die ihr Objekt der Begierde oftmals mehr für seine Motorsportgeschichte schätzen als für die Einsatzfähigkeit im historischen Rennsport (es gibt nach wie vor nur sehr wenige Events, bei denen Gruppe-B-Rennwagen fahren dürfen, wenngleich sich dies allmählich ändert), steigt das Interesse an den straßentauglichen Homologationsmodelle geradezu rapide. So verkaufte RM Auctions im September einen Peugeot T16 für knapp 157.000 Pfund. „Es ist eine Generationssache“, sagt Max Girardo. „Damals schauten mehr Menschen Gruppe-B- statt Formula-1-Rennen. Einige dieser Enthusiasten sind heute in der Lage, diese Autos zu kaufen.“

Geht noch mehr?

Der nächste Rallye-Hochkaräter kündigt sich bei Artcurial am 2. November 2014 an: ein Lancia Delta S4 Gruppe-B-Rennwagen. Der Gewinner der Argentinien-Rallye von 1986 geht mit Preiserwartungen von 650.000 bis 750.000 Euro ins Rennen. Novikoff verriet uns, dass der Wagen bereits großes Interesse generiert hat. Die Chancen stehen also gut, dass die Gebote neue Sphären erreichen. Wir sind gespannt und werden berichten.

Fotos: RM Auctions / Artcurial

Zahlreiche Rallye-Autos stehen im Classic Driver Markt zum Verkauf.