Die goldenen Jahre von Kyalami

Es war etwas Magisches an dieser südafrikanischen Grand-Prix-Strecke, auf der zwischen 1967 und 1985 die großen F1-Helden wie Stewart, Lauda und Fittipaldi ihre Kräfte maßen. Wir blicken zurück auf die goldenen Jahre von Kyalami.

Wir möchten nicht sagen, dass die neue, in den frühen 1990er Jahren gebaute Strecke eine Enttäuschung ist. Und doch ist der alte, schnellere und deutlich längere Track in der Erinnerung vieler Fahrer, die ihn am Steuer erleben durften, etwas ganz besonderes. Vielleicht liegt der Zauber von Kyalami rückblickend nicht nur an der Strecke selbst – sondern auch an der legendären Kyalami Ranch, in der so viele F1-Piloten während der Rennen abstiegen. Statt sofort zum nächsten Austragungsort zu sprinten, blieben viele von ihnen auch nach dem Rennwochenende, um in charmanter Athmosphäre zu entspannen – oder sich mit einer der Bikini-Stewardessen, die in den Erinnerungen der Fahrer auffällig häufig vorkommen, im Pool zu vergnügen. Kein Wunder also, dass Emerson Fittipaldi, Niki Lauda, Jackie Stewart und die anderen auf unserem Titelbild von 1973 so schelmisch grinsen!

Die legendäre Kyalami Ranch

Es gibt zahlreiche Gerüchte und Legenden, die sich um die Geschehnisse auf der Kyalami Ranch ranken: Niki Laudas Mietwagen wurde mit Honig versiegelt, Jacky Ickx Bett an einem besonders heißen Tag mit Milch getränkt und für Fittipaldi, der panische Angst vor Schlangen hat, hatten die anderen Fahrer wohl immer einige Gummireptilien parat. Auch von einem nackt durch den Garten rennenden James Hunt wird berichtet - zum freudigen Schrecken der weiblichen Gäste. 

Hohes Tempo, schnelle Kurven

Doch es ging in Kyalami auch ernster zur Sache: Mit ihren weiten, langgezogenen Kurven und ultralangen Geraden verführte die Rennstrecke geradezu zum Rasen – und war somit nicht nur ein Ort großer Triumphe, sondern auch der Tragödien. Besondern die Geschichte des jungen und vielversprechenden Fahrers Tom Pryce bleibt uns bis heute im Gedächtnis: Beim Großen Preis von Südafrika 1977 kollidierte der Waliser bei 290 km/h mit einem 19-jährigen Streckenposten, der über die Fahrbahn geeilt war. Beide waren sofort tot. 

Ein Blick ins Fotoalbum

Doch welche Rennstrecke hat in ihrer Geschichte nicht ähnliche dunkle Episoden? Zum Glück ist die Erinnerung gnädig – und uns bleiben von Kyalami vor allem die sonnigen Momente der 1960er und 1970er Jahre im Gedächtnis, die auf diesen Archiv-Bildern so wunderbar festgehalten wurden. Wie etwa jenes ausgelassene südafrikanische Weihnachtsfest 1968 mit Colin Chapman, Jochen Rindt, Graham Hill and Sir Jackie Stewart.

Fotos: Getty Images / Rex Features