Blaue Wunder: Die coolsten blauen Autos aller Zeiten

Die Farbe blau hat viele Bedeutungen: Manche Menschen denken an Männlichkeit, das Mittelmeer oder – wenn man so tickt wie wir – einen Ecurie Ecosse D-Type, der die Mulsanne-Gerade herunterrast. Wir haben unsere liebsten blauen Automobile aller Zeiten zusammengestellt.

Bugatti Type 35

In den Vorkriegsjahren waren die blauen Grand-Prix-Rennwagen von Bugatti auf allen europäischen Rennstrecken gefürchtet. Ihren blauen Lack trugen sie als Zeichen ihrer französischen Abstammung – italienische Autos waren rot, englische dunkelgrün und deutsche weiß oder silber. Doch das Bugatti-Blau war alles andere als einheitlich: In den frühen Tagen trugen die Rennwagen noch ein blasses Blau, das vom Farbton der Gauloise-Zigarettenpackungen, die Ettore Bugatti mit sich herumtrug, inspiriert gewesen sein soll. Später wurden die Karosserien dann in jenem Königsblau lackiert, das dem Bugatti Type 35B und seinen Schwestermodellen ihre herrschaftliche Aura gab – und das wir bis heute mit der großen Historie der Marke verbinden. 

Campbell-Railton Blue Bird

Sir Malcolm Campbells Blue Birds stellten in den 1920er und 1930er Jahren nicht weniger als neun Geschwindigkeitsrekord auf. Benannt hatte Sir Malcolm seine Rekordautos und -boote nach Maurice Maeterlincks Schauspiel „The Blue Bird“ – und nach dem ersten Erfolg eines blau lackierten Darracq blieb er Namen und Farbe treu. Einer der größten und letzten Triumphe war eine Fahrt auf den Bonneville Salt Flats im Jahr 1935, als sein Campbell-Railton Blue Bird eine Geschwindigkeit von 484,62 km/h erreichte. 

Ford GT40

Im April 1966 wurde ein Ford GT40 an Mr. Grady Davis, den Vizepräsidenten der Gulf Oil Corporation, ausgeliefert. Es sollte der Beginn einer der berühmtesten Partnerschaften in der Geschichte des Motorsports werden. Der erste von Gulf Oil gesponsorten GT40 war 1967 noch dunkelblau. Erst nach der Übernahme einer kalifornischen Firma wechselte Gulf Oil seine Farben – und die Rennwagen erstrahlten in jener Kombination von hellblau und orange, die später von großen Rennwagen wie Mirage GR8, Porsche 917, Aston Martin DBR9 getragen wurde – und als berühmtestes Rennsport-Livrée in die Geschichte eingehen sollte. 

Renault 8 Gordini

Der Renault 8 Gordini war der letzte Schrei in den 1960ern – kein Wunder: Schließlich wurde der Renault von einem hochgezüchteten Heckmotor angetrieben und bot obendrein Platz für vier Personen. Der Fahrer konnte also das Temperament und den recht guten Komfort dieses Wagens mit gleich drei Freunden teilen. Außerdem war das Auto günstig und sprach daher ein breiteres, jüngeres Publikum an. Entsprechend populär wurde der Renault 8 Gordini. Das herausragendste Feature des Franzosen war jedoch seine Farbe: Das Blau war das französischer Rennwagen, hinzu kamen zwei dezente weiße Streifen. Die „kleinen blauen Bomben“ erwiesen sich übrigens auch als äußerst geschickt bei komplizierten Wertungsprüfungen: Ein R8 Gordini holte tatsächlich einmal den Gesamtsieg bei der 1965er Tour de Corse. Klar, dass die schnellen Renaults heute eine begehrte Wahl bei historischen Rallyeveranstaltungen sind.

Die Ecurie Ecosse Collection

Schottlands führendes Rennteam verewigte den Farbton „Flag Blue Metallic“ auf der Bestenliste aller Motorsportfarben der Geschichte. Das mutige Privatteam, das 1951 vom ehemaligen Formel-1-Fahrer David Murray in Edinburgh gegründet wurde (und übrigens nur so genannt wurde, weil es seiner Meinung nach besser klang, um das Interesse potentieller Sponsoren zu wecken), kam, sah und siegte. Zu den Erfolgen zählten zwei aufeinanderfolgende Siege in Le Mans (1956 und 1957) auf wunderschönen Jaguar D-Types. Unter den jungen und talentierten Fahrern befanden sich Jim Clark, Sir Jackie Stewart und, etwas später, Allan McNish. Insgesamt fuhr das Team 68 Siege in nur 10 Saisons ein!

Fotos: Bonhams, Renault, RM Auctions, Alex Easthope 

Im Classic Driver Markt stehen unzählige blaue Klassiker zum Verkauf.