6 fabelhafte Retro-Looks für's Goodwood Revival

Es ist an der Zeit für die größte Verkleidungsparty der Welt, auch bekannt als das Goodwood Revival. Am kommenden Wochenende verwandelt sich die Rennstrecke in ein Film-Set, auf dem Zuschauer, Fahrer und Piloten die goldene Goodwood-Ära der 1940er, 1950er und 1960er Jahre wieder aufleben lassen.

Und so mischen sich Vierzigerjahre-Ganoven mit kunstvoll pomadierten Sixties-Rockern, Gentlemen in feinstem Tweed, Pin-Up-Girls mit Wespentaillen, schnurbärtigen Air-Force-Piloten und glamourösen Hollywood-Starlets zu einem absolut einzigartigen Popkultur-Cocktail. Auch die Fahrer geben sich größte Mühe, den passenden Look zu ihren klassischen Maschinen zu finden: Man kann sie beobachten, wie sie mit Hemd, Krawatte und weißem Overall im Fahrerlager herumlungern, bevor sie möglichst dezent in die von der FIA vorgeschriebenen Sicherheits-Kleider steigen. Selbst die Motorradfahrer verzichten für Goodwood auf ihre bunten Lederkombis und entstauben die alten Biker-Jacken. So großen Spaß macht das ganze übrigens, weil wirklich alle Beteiligten das Spiel mitmachen. Sollten Sie also ein Ticket, aber noch nicht das passende Outfit gefunden haben, dann besorgen Sie sich doch einfach einen dieser sechs Klassiker.

Der 1950er-Jahre-Rennmechaniker

Schlüpfen Sie wie einst Wilkie Wilkinson in einen strahlend weißen Overall, möglichst mit dem BRM-Logo auf der Brusttasche. Mit zum Outfit gehören mindestens ein Schraubenschlüssel von Whitworth, ein Spannungsmesser, ein öliger Lappen in der Gesäßtasche (der zur Not auch festgenäht werden darf) und natürlich die Unterwäsche eines Gentleman: Unterhemd, Oberhemd, Krawatte! Perfekt wird der Look mit einer Schiebermütze aus Tweed und einem Paar Sicherheitsstiefel mit sichtbarer Stahlkappe. 

Der RAF Wing Commander

Falls sie eine authentische blaue Uniform der Royal Air Force ergattern können, erobern Sie als Wing Commander noch immer die Herzen der Goodwood-Besucher (und vor allem der Besucherinnen). Essentiell für den Erfolg der Mission ist der perfekte Sitz der Uniform – und natürlich der lässig-elegante Charme des Luftwaffekommandanten außer Dienst, den man am besten vor dem Badezimmerspiegel übt: Tiefenentspannt, aber dennoch allzeit bereit, einem Ganoven das Handwerk zu legen (oder das Herz eines jungen Fräuleins zu erobern). Nochmals um 100 Prozent erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen natürlich mit einem kunstvoll gestutzten Schnurrbart – doch wenn auf Ihrer Oberlippe noch keine Grundlage angelegt wurde, ist es hierfür jedoch leider zu spät!

Der Nachkriegs-Ganove

Obwohl die Rennstrecke von Goodwood erst 1948 eröffnet wurde, tummelten sich zu dieser Zeit noch zahllose Nachkriegs-Ganoven an Englands Straßenecken. Zum öligen Auftritt gehörten ein Bleistiftmoustache, Unmengen von Pomade im Haar und ein schlecht sitzender, beigefarbener Zweireiher, unter dem man stets ein kleines Sortiment der aktuellen Schmuggelware versteckt halten konnte. Authentizität verleihen Sie dem Kleinkriminellen-Look mit einer selbst gedrehten, am Mundstück gut durchnässten Zigarette, einem „Pork Pie Hat“ und einem von Motten zerfressenen Kamelhaarmantel gegen den kalten Ostwind.

Die Vierzigerjahre-Krankenschwester

Es ist ein Klischee von fast biblischem Alter, doch bis heute bekommen heterosexuelle Männer beim Gedanken an eine junge Krankenschwester weiche Knie: Egal, ob man sich nach einem schweren Unfall auf der Rennstrecke heldenhaft aus dem brennende Wrack seines Maserati 250F gerettet hat oder bloß auf dem Rasen vor dem Bierzelt zusammengeklappt ist – die junge Dame aus dem Lazzarett wird einen schon wieder auf Vordermann bringen. Hier ist historische Korrektheit ausnahmsweise zweitrangig: Ein kurzer weißer oder blauer Kittel mit dem roten Kreuz auf der Brust, ein wollenes Häubchen, eine Strumpfhose mit Naht – und das Wartezimmer ist bis zum späten Sonntagabend gut gefüllt.

Der Rocker

Bei diesem Outfit ist Vorsicht geboten – denn sehen Sie zu echt aus, werden selbst gute Bekannte einen großen Bogen um Sie machen. Herzstück des Rocker-Outfits ist die schwere, abgetragene, mit zahlreichen Aufnähern individualisierte Lederjacke, idealerweise von Aviakit oder Lewis Leathers. Dazu kombiniert man gerade geschnittene Arbeits-Jeans aus besonders festem Stoff mit zahlreichen Ölflecken, hohe Schnürstiefel mit cremefarbenen Seaboot-Socken darunter und dicke Rollkragen-Pullover. Ihr Haar können Sie vor Ort mit etwas Motoröl in Form bringen. Wichtig ist zudem der Draufgänger-Look mit leicht zugekniffenen Augen. Und vergessen Sie nicht, jederzeit einen offenen Helm mit Motorradbrille mit sich herumzutragen. Sonst sehen Sie einfach nur albern aus. 

Der, äh, Druide?

Diese Option für besonders mutige Goodwood-Besucher wird in der Szene bereits als Look des Jahres 2014 gehandelt, seit Lord March verkündete, vor dem Rolex Drivers' Club eine lebensgroße Replik der Megalithen von Stonehenge aufbauen zu lassen. Was zur offiziellen Berufsbekleidung eines Druiden gehört, ist nicht ganz klar – doch eine weiße Robe oder Soutane mit locker geknotetem Gürtel und einem dunklen Kape oder einer großen Kaputze sollte funktionieren. Auch Sandalen, ein Wanderstock und eine Sichel scheinen uns als adäquate Accessoires. Achten Sie nur bei der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmittel darauf, nicht als vermeintliches Mitglied des Ku Klux Klans aus dem Verkehr gezogen zu werden. 

Classic Driver berichtet umfassend vom Goodwood Revival 2014 – und wird dabei von Credit Suisse freundlich unterstützt. Die neuesten Artikel aus Goodwood finden Sie hier im Überblick.