10 Klassiker, die Sie 2015 nicht aus den Augen lassen sollten!

Statt sich über verpasste Gelegenheiten zu ärgern, sollten Sie jetzt Ihre Automobil-Investitionen für 2015 planen. Wir haben zehn der angesehensten Markt-Experten gefragt, welche Klassiker sie in diesem Jahr nicht aus den Augen lassen werden.

Ferrari 365 GTB/4

James Knight vom Auktionshaus Bonhams glaubt daran, dass der Berlinetta Boxer von Ferrari in 2015 einen Sprung machen wird: „Obwohl sich der 365 in den 512 BB und 512 BBi verwandelte, setze ich konkret auf die früheste Variante, den Ferrari 365 GT4 BB. Ganz einfach, weil es die erste und damit ursprünglichste Generation ist. Nicht selten ist es nämlich so, dass mit der Evolution eines Modells die Begehrtheit sinkt – siehe Jaguar E-Type oder Lamborghini Countach. Ich denke, dies gilt auch für den frühen Boxer von Ferrari.“

„Die ursprüngliche Version hat eine ganz pure, ästhetische Form. Ich meine, wer kann diesen sechs Abgasrohren schon widerstehen? Außerdem war der 365 Ferraris erster Straßenwagen mit Mittelmotor, und er ist die seltenste Variante der BBs: Nur circa 390 wurden gebaut, wovon etwa 60 in Großbritannien landeten. Und wenn man sich die Preisentwicklungen von Daytona, Miura und Countach anschaut, sieht die Zukunft für den Boxer wirklich rosig aus.“

Porsche 959

David Gooding, Präsident des US-Auktionshauses Gooding & Company, traut dem ohnehin schon wertvollen Porsche 959 weiteres Potentials zu: „Wenn es ein Modell gibt, dass bereits einen Höhenflug erlebt hat und weiter aufsteigen wird, dann ist es Porsches Allrad-Sportwagen der 1980er Jahre. Nicht nur, dass wir bei unseren Auktionen sowohl für Komfort- als auch für Sport-Modelle großes Interesse generiert und immer höhere Summen erzielt haben – auch abseits der Auktionen ist die Nachfrage hoch. Jedes Mal, wenn wir einen 959 bei einer Auktion anbieten, wissen wir schon vorher, dass wir eine starkes Ergebnis erzielen. Ein Ergebnis, das wieder neue Energie in die Sache bringt und uns eine neue Generation von Käufern beschert.“

Aston Martin V8 Vantage

Tom Papadopolous, Geschäftsführer der amerikanischen Klassiker-Institution Autosport Designs, erwartet für das Jahr 2015, dass einer seiner persönlichen Favoriten an Wert gewinnt:  „Der Aston Martin V8 Vantage wurde in den 1970er und 1980er Jahren in nur äußerst geringen Stückzahlen gebaut. Je nachdem, wie man die verschiedenen Serien und Variationen zählt, gibt es nur rund 350 Exemplare. Und vom frühesten Modell mit angeschraubter Heckspoilerlippe gibt es gerade einmal 38 Stück. Ich bezeichne den V8 Vantage immer als einen modernen DB4 GT, obwohl er ja eigentlich eher dem noch selteneren DB4S mit GT-Motor entspricht – eher Gentleman's GT als echter Rennwagen.“

„Obwohl sie so selten und attraktiv sind, haben die Aston Martin V8 Vantage erst kürzlich begonnen, ernsthaft an Wert zuzulegen. Sie sind im Vergleich zu anderen Supercars nicht allzu teuer im Unterhalt und absolut alltagstauglich – egal, ob man ihnen in die Stadt fährt oder wohl klimatisiert einmal quer über den Kontinent. Paul Frère hat den Vantage deshalb einmal als „zivilisierten Ferrari Daytona“ bezeichnet. Er hat eine exzellente Geschichte und als Investment-Objekt noch viel vor sich: Der derzeitige Marktwert liegt deutlich unter dem anderer Supersportwagen der selben Ära. Abhängig von Zustand und Variante, muss man derzeit rund 160.000 bis 380.000 Euro investieren. Aber natürlich bin ich vorbelastet: Ich fahre einen Aston Martin V8 Vantage, der sich seit der Anschaffung im Besitz unserer Familie befindet, und ich verliebe mich jedes Mal auf's neue, sobald ich hinter dem Steuer sitze.“

BMW M und Alpina

Chris Routledge, Geschäftsführer des britischen Auktionshauses Coys, glaubt an eine Rückkehr der einfachen Sportwagen der 1980er Jahre. „Meiner Ansicht nach haben alle großen und begehrenswerten Marken im großen Boom des Klassikermarktes in den letzten fünf Jahren ihr Level mehr oder weniger erreicht. Deshalb dürften nun die weniger bekannten und attraktiven Automobile aus späteren Jahrgängen zu Sammlerstücken werden und in diesem Jahr einige Rekorde brechen. Ich denke da vor allem an die schnellen BMW – frühe Alpinas und M-Modelle werden sehr gut laufen –, aber auch andere Achtzigerjahre-Modelle wie etwa der Ford Sierra Cosworth wird an Wert zulegen. In diesem spannenden Markt sehe ich 2015 die meiste Bewegung.“

Lamborghini Espada

Pierre Novikoff, Automobilspezialist des französischen Auktionshauses Artcurial, verspricht für 2015 ebenfalls Bewegung im Markt der 1980er-Jahre-Sportwagen – aber nicht ausschließlich: „Ich denke, der Ferrari Testarossa wird in diesem Jahr deutlich anziehen – es ist einfach unmöglich, das er weiterhin auf diesem Preis-Level bleibt. Ein anderes Automobil, dass uns 2015 jedoch wirklich überraschen sollte, ist der Lamborghini Espada. Die Form ist wirklich einzigartig und der Markt für klassische Lamborghini derzeit sehr attraktiv. Der Espada mag nicht jedermanns Geschmack sein, doch zusammen mit Miura und Countach wird auch der Viersitzer an Wert gewinnen. Ebenfalls nicht aus den Augen lassen werde ich den Bugatti EB110.“

Enzo Ferrari

James Cottingham vom britischen Händler DK Engineering kennt sich mit klassischen Ferraris bestens aus. Dennoch empfiehlt er für 2015 die neueren Modelle aus Maranello: “Eingentlich können Sie in alle limitierten Ferrari der letzten zehn Jahre investieren – 360 Challenge Stradale, 16M, 430 Scuderia, 599 GTO oder SA Aperta oder Enzo. Wenn ich mich auf ein einziges Modell festlegen sollte, das in diesem Jahr noch begehrter werden wird, würde ich den Enzo wählen. Wir haben in den letzten Monaten ein deutlich gesteigertes Interesse bemerkt. Viele Enthusiasten hatten sich auf den LaFerrari gefreut, haben gewartet und waren enttäuscht. Ein guter Ferrari Enzo mit 10.000 Kilometern kostet Sie schließlich nur 1,1 Millionen Euro, während Sie für seinen Nachfolger bei der aktuellen Marktlage schon 1,6 bis 1,9 Millionen Euro bezahlen müssen."

Porsche 911 (964)

„Herausragende Automobile werden immer ein hohes Level erreichen“, sagt Nick Whale von Silverstone Auctions. „Das klingt vielleicht etwas poetisch, aber es ist immer etwas ganz besonderes, Autos zu entdecken, die zuvor nicht oder lange Zeit nicht im Markt verfügbar waren. Sammler sind plötzlich hellwach, wenn solche Ausnahmeerscheinungen zum Angebot kommen. Jüngster Beweis dafür ist der wunderbare Mercedes-Benz 190SL, den wir auf der NEC Classic Car Show für ein beispielloses Resultat versteigerten. Mein Tipp für 2015 ist aber weder ein 190SL, noch eine Pagode – die sicherlich auch gut performen wird –, sondern ein Sportwagen der 1980er und 1990er Jahre: Der Porsche 911 der Generation 964 ist für mich einer, der schon zu lange unterbewertet ist.“

Maserati Sebring

Für Bernhard Kerkloh, Geschäftsführer bei Movendi, ist der Maserati Sebring der Investment-Tipp für das Jahr 2015. „Von diesem Wagen wurden insgesamt nur 591 Exemplare gebaut“, so Kerkloh. „Es ist ein ganz klassischer GT, der seinerzeit in Konkurrenz zum Aston Martin DB4 und DB5 stand. Im Vergleich zu den englischen Rivalen von einst ist der Sebring noch sehr preiswert zu bekommen, vorausgesetzt man findet überhaupt einen. Das Angebot auf dem Weltmarkt ist derzeit an einer Hand abzuzählen.“

Jaguar E-Type V12

Henry Pearman, Besitzer von Eagle E-Types, sieht die weniger begehrte V12-Variante des legendären Jaguar-Roadsters im Aufwind: „Ohne voreingenommen zu sein – viele Kunden sprechen mich in letzer Zeit darauf an, was für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis der V12 E-Type doch im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen aus den frühen Siebzigerjahren bietet. Er war schließlich der letzte und fortschrittlichste E-Type und eignet sich heute mit seinen Bremsen, der Kühlung und der Elektronik besser für den Einsatz im modernen Straßenverkehr. Und der V12 hat Rennsport-Geschichte geschrieben und in Le Mans und Daytona gewonnen, das darf man nicht vergessen. Wer etwas Besonderes sucht, kann sich zudem für ein Exemplar der finalen „Commemorative“-Serie mit schwarzem Lack, zimtfarbenem Interieur und Gedächtnisplakette entscheiden.“

„Was die Preise angeht, findet man einsatzfähige V12 Roadster ab rund 95.000 Euro, während man für wirklich hochwertige Exemplare rund 150.000 bis 250.000 Euro einplanen sollte. Für „Commemorative“-Modelle kann man meistens von einem Aufschlag von 50 Prozent ausgehen. Gut erhaltene Coupés sind schwerer zu finden, die Preisspanne reicht von 40.000 bis 130.000 Euro für die allerbesten Exemplare.“

Porsche 930 Turbo

Auch Max Girardo, Geschäftsführer von RM Auctions, traut einem Supercar der 1980er Jahre besonderes Potential zu: „Ich setze auf einen konkreten Trend des Sammlermarktes, von dem ich glaube, dass er sich weiter entwickeln wird.“ Girardo meint damit die steigende Liebe für Poster-Autos der 1980er Jahre. Autos, wie den Lamborghini Countach, Ferrari Testarossa oder Porsche 930 Turbo. „Als es uncool wurde, Fan von Miami Vice und Filofax zu sein, stürzten diese Sportwagen ab und schmachteten ein Dasein am untersten Ende der Begehrlichkeitsskala. Doch das hat sich geändert. Sammler erkennen allmählich, dass diese exzessive Ära einige der beeindruckendsten und außergewöhnlichsten Automobil-Designs hervorbracht hat, die wir je zu Gesicht bekamen. Je größer, je breiter, je bespoilerter, je greller, desto besser! Diese Supercars der Achtziger waren einfach zu lange zu günstig gewesen. Doch das ändert sich gerade mit großen Schritten – also greift man sich am besten einen Flatnose 930 Turbo, so lange noch einer übrig ist!“

Fotos: Bonhams, Gooding & Company, Nick Zabrecky für LBI Limited, Alex Penfold für DK Engineering, James Lippman für Eagle E-types, RM Auctions

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