Zwei Rallye-Ikonen der Gruppe B-Ära kommen diesen November unter den Hammer

Silverstone Auctions Versteigerung vom 13./14. November hat einige verführerische Rallye-Autos aufzubieten – darunter zwei unserer Favoriten aus der monströsen Gruppe B-Ära...

Wird man nach einem ikonischen Rallyewagen gefragt, ist es sehr wahrscheinlich, dass Fans ein Auto aus den 1980er-Jahren nennen. Jenes Jahrzehnt, in denen Rallyes dank der flammenspuckenden Turbo-Monster der Gruppe B zu einer der weltweit populärsten Motorsportdisziplinen avancierten. Nach der Einführung der Gruppe B im Jahr 1982 war Renault mit dem R5 Turbo einer der ersten auf der Szene. Mit dem ursprünglich nach Gruppe 4-Reglement aufgebauten Modell konnte Jean Ragnotti bereits 1981 mit dem Sieg bei der Rallye Monte Carlo als erster Pilot eines Turbo-Modells einen WRC-Lauf gewinnen. 1982 und mit in Kraft treten des neuen Reglements wurde der 1,4-Liter-Renault vom dominanten Audi Quattro regelmäßig ausgestochen. Doch stellte er im gleichen Jahr bei der Tour de Corse, erneut mit Ragnotti am Volant, seine unglaubliche Agilität eindrucksvoll unter Beweis. Danach sollten dann allerdings drei Jahre bis zum nächsten Sieg vergehen – und 1985 war es erneut Korsika und wieder Ragnotti!

Dieser spezielle Renault 5 Turbo (Chassis B0000454) wurde neu an die Renault Vertretung in Chartres geliefert und wurde dort unmittelbar für Wettbewerbseinsätze vorbereitet. Das Auto wurde mit etwas Werksunterstützung drei Jahre lang eingesetzt und errang seinen größten Erfolg 1984 bei der Monte Carlo mit Platz vier und der Besatzung  Jean-Luc Thérier/Michel Vial.

Der Metro 6R4 kam erst spät zur Gruppe-B-Party dazu. Als Englands Versuch, gegen die dominierenden Lancia, Audi und Peugeot Nadelstiche zu setzen. Im November 1985, als bereits erste Zweifel an der Sicherheit und Zukunft der Gruppe B aufkamen, feierten die Metros in den Händen von Tony Pond und Malcolm Wilson ihr Debüt bei der Lombard RAC Rallye, dem Saisonfinale. Wilson lag in den Top Ten, ehe er aufgeben  musste – Zuverlässigkeitsprobleme hatten bereits die Entwicklung des Kraftzwergs verzögert. Tony Pond hingegen gewann mehrere Sonderprüfungen und landete hinter zwei der neuen Lancia Dela S4 auf Platz drei. Ein vielversprechender Start für den Metro, doch sollte dieses Resultat auch schon das beste Ergebnis in seiner Wettbewerbshistorie bleiben. Mitte 1986 kam nach einer Reihe von schweren Unfällen das Ende der Gruppe B, 1987 traten nur noch Gruppe A-Fahrzeuge an.  

Dieses Auto wurde 1986 fertiggestellt und ist der Wagen mit dem zweitbesten Metro-Ergebnis – Platz vier mit Malcolm Wilson bei der Rallye Sanremo. C99 KOG befand sich immer in britischem Besitz und wurde mechanisch komplett überholt, während das Exterieur noch stolz die originalen Gruppe B-Kampfspuren zur Schau trägt. Rallyeautos werden populärer und erzielen mittlerweile Preise, die ihrem wahren Wert entsprechen, daher darf man davon ausgehen, das auch diese beiden Renner zu guten Kursen über den Tisch gehen werden. Schauen Sie sich hier die beiden Rallyehelden etwas genauer an, ebenso wie den kompletten Katalog der NEC Classic Live Auction von Silverstone Auctions am 13./14. November.