Diesen Versuchungen bei Gooding & Company müssen Sie sich auf der Stelle hingeben

Simon de Burton hat sich in die Lose der aktuellen „Geared Online“-Auktion von Gooding & Company vertieft und fünf Lieblinge ausgewählt. Haben Sie Lust, ihn zu überbieten?

Zu den Risiken, die man inmitten der „neuen Normalität“ der automobilen Online-Auktionen erlebt, gehört, dass man soviel mehr Zeit hat, sich zu entscheiden: Ja, man muss sich unbedingt dieses merkwürdige Sammlerstück sichern oder dieses eigentlich ungeliebte Auto, das man bei einer Versteigerung „live“ an sich hätte vorbeiziehen lassen. Also werde ich im Lauf der kommenden 24 Stunden bis zum Abschluss der „Geared Online“-Auktion von Gooding & Co. mir, mir selbst und wohl oder übel auch dem Rest meiner Familie erklären müssen, weshalb in der nahen Zukunft die folgenden Lose ihren Weg in unsere Garage gefunden haben.


Dank Aston Martins früherem Werksrennfahrer Darren Turner bin ich versessen nach seinen „Base Performance“-Rennsimulatoren, aber ich frage mich, ob ich diese süße Sucht nicht etwas günstiger mit diesem „Drive Yourself Road Test“ von International Motoscope aus den fünfziger Jahren bedienen könnte. Es verlangt vom Spieler, sein Auto auf einer scrollenden Panoramastraße zu lenken. Um den realistischen Effekt zu erhöhen, bewegt sich der Sitz in Richtung des Lenkrads während ein blinkendes grünes Licht anzeigt, dass man noch keinen Crash erlitten hat. Schaltet das Licht auf Rot, weiß man, was passiert ist. Schätzwert: 4.000 – 6.000 US-Dollar.


Ich versuche mir manchmal vorzustellen, welches Geräusch Kinder zukünftig erzeugen werden, wenn sie spielen, dass sie ein elektrisches Auto fahren. Der Einfall, das dämonische Heulen eines Lampredi-Vierzylinders aus den Fünfzigern nachzumachen, wäre ihnen so fremd wie der Besuch auf einem fernen Stern. Allein schon aus diesem geschichtsträchtigen Motiv heraus sollte man sich die irgendwie niedliche Tretauto-Version des Ferrari Tipo 500 sichern. Mit ihm gewann Alberto Ascari sieben Weltmeisterschaften und war seinen Kontrahenten quasi immer einen Schritt voraus. Schätzwert: 2.000 – 4.000 Dollar.

 

Welch Freude einen unrestaurierten Porsche 356 in seiner ganzen verwitterten Fjord Green-Glorie erleben zu dürfen. Dieses Schiebedach-Exemplar, Juni 1975, soll ein später T-1 sein, aber bereits schon mit einigen T-2-Komponenten an Bord. Bis vor wenigen Monaten residierte der Porsche 47 Jahre lang bei einer Familie. Das Auto besitzt mehrheitlich ursprüngliche Teile und wird mit einer kleinen Bibliothek an Handbüchern und Optionen aus der Zeit wie Gepäckträge, Nardi-Lenkrad und Blaupunkt-Radio angeboten. Ach ja, und die wunderschöne Laguna Seca-Plakette. Schätzwert: 90.000 – 100.000 Dollar.


Nur weil ich bereits einen TR6 besitze, heißt das noch lange nicht, dass ich nicht noch einen haben kann – vor allem, weil dieser auch noch in meiner Lieblingsfarbe „Damson Red“ lackiert ist. Das Auto wirkt „gut präsentiert“, hat einen ordentlich aussehenden Motorraum und muss wirklich schön knurrig klingen dank der „Six-into-two-into-four“-Auspuffanlage. Als US-Fahrzeug hat es Doppelvergaser statt Einspritzung, aber mit diesen hohen Sitzen und den roten Reifenwänden sieht dieser TR6 sowieso eher wie ein Cruiser als ein Racer aus. Schätzwert: 30.000 – 40.000 Dollar.


Er ist groß und sollte aufdringlich wirken – mag sein, dass mir mein persönlicher Geschmack gerade abhanden gekommen ist, aber Virgil Exners Chrysler 300C von 1957 sieht aus jeder Perspektive betrachtet unglaublich elegant aus. Dieses Auto giert so augenfällig danach, gemächlich die USA von Küste zu Küste zu bereisen, zumal sein Interieur mit sechs Sitzen Komfort in Hülle und Fülle bietet. Der Hemi-Motor 392 CI bietet mit einer Leistung von 380 PS mehr Power-Potenzial, als man von dieser unerwartet freundlich anmutenden Front erwarten würde. Schätzwert: 50.000 – 60.000 Dollar.

Die komplette Liste der verlockenden „Geared Online“-Lose bei Gooding & Company erwartet Sie im Classic Driver Markt.