Audi A4 Allroad Quattro: Das Abenteuer ruft

Audi A4 Allroad Quattro: Das Abenteuer ruft

Wer im Audi A4 auch abseits der Straße mobil sein möchte, hat Glück. Denn mit dem Allroad Quattro bieten die Ingolstädter als einer der ganz wenigen Hersteller eine geländetaugliche Variante ihres Mittelklassekombis. Classic Driver war mit dem frisch überarbeiteten Allroader auf Abenteuerfahrt in Portugal.

Abenteurer fühlen sich meist dort wohl, wo andere fern bleiben. Der A4 Allroad Quattro ist so ein Abenteurer – vergleicht man ihn mit seinen A4-Brüdern und der direkten Konkurrenz. Sicherlich lässt sich mit einem um 37 Millimeter erhöhtem Fahrwerk, Unterbodenschutz und permanentem Allradantrieb nicht die Sahara durchqueren, doch wer den Allroad im Alltag bewegt, ist stets bereit für einen kleinen Ausflug ins Ungewisse. Dass ein gesteigerter Nutzwert auch gut aussehen kann, haben bereits andere Allroad-Generationen aus Ingolstadt bewiesen, auch wenn die bekannten Kunststoffschoner über den Radläufen sicherlich Geschmackssache bleiben. Dafür gibt es einen eindrucksvollen, eigenständigen Singleframe-Kühlergrill sowie weitere Edelstahl- und Aluminiumelemente, welche die Exklusivität dieses besonderen A4 unterstreichen.

Audi A4 Allroad Quattro: Das Abenteuer ruft
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Um die gesamte A4-Familie weiterhin attraktiv am Markt zu präsentieren, hat das Audi-Designteam bei der Produktaufwertung vor allem Eines bewiesen: Liebe zum Detail. Mit markanteren Frontscheinwerfern, einem an den oberen Ecken abgeschrägtem Kühlergrill, weiter nach außen ragenden Lufteinlässen in der Stoßstange (nicht beim Allroad Quattro) und einer nach oben gewölbteren Motorhaube liegt der neue A4 optisch kraftvoller und satter auf der Straße. Am Heck betonen neu gestaltete Rückleuchten, die es gegen Aufpreis auch mit LED-Lichttechnik gibt, und eine modifizierte Heckschürze mit kleinem Diffusor das Design der mittlerweile achten A4-Generation – zählt man den Audi 80 mit, der 1972 mit der Baureihe B1 startete.

Audi A4 Allroad Quattro: Das Abenteuer ruft
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Weniger hat sich, zumindest optisch, im Innenraum des Audi A4 getan. Und dennoch macht den Ingolstädtern hier weiterhin keiner etwas vor. Im neuen A4 kommt für ein nochmals hochwertigeres Ambiente mehr Aluminium zum Einsatz, unser Audi A4 Allroad ist zudem mit den erstmals für die A4-Baureihe erhältlichen, edlen Schichtholz-Dekorleisten ausgestattet. Passend dazu serviert Audi ein neues Portfolio an Lenkrädern, darunter nun auch das nach unten abgeflachte Sportlenkrad. Mehr Innovationen bieten hingegen die Infotainmentsysteme im neuen A4. Der Fahrer kann nun im Internet surfen und Emails abrufen. Für weitere Passagiere integriert das optionale Bluetooth-Autotelefon einen WLAN-Hotspot, der von bis zu acht Endgeräten gleichzeitig genutzt werden kann. Durch die Onlineverbindung werden zudem aktuelle Verkehrsinformationen an das Navigationssystem geleitet, das den Verkehrsfluss farblich auf dem Monitor kennzeichnet. Ein schönes Feature ist auch die Google-Earth-Karteneinstellung, die einem dreidimensionale Satelliten- und Luftbilder liefert. Für mehr Sicherheit an Board sorgen optional der Spurhalteassistent Active Lane Assist, die Active Cruise Control, die das Auto bei einem drohenden Auffahrunfall selbstständig abbremst, und die neue serienmäßige Pausenempfehlung. Sie errechnet anhand des Fahrverhaltens ein eigenes Profil des Fahrers und gibt eine optische und akustische Empfehlung, wenn der Fahrer eine Pause einlegen sollte.

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Der Griff ins Dreispeichen-Multifunktionslenkrad meines Testwagens, einem A4 Allroad 3.0 TDI Quattro, sitzt – und die vielfach verstellbaren, recht harten Sportsitze vermitteln nach etwas Justierarbeit guten Seitenhalt. Auf der ersten Geraden entlang der Atlantikküste gibt der 245 PS starke Sechszylinder einen Hinweis darauf, warum seine Motorsportbrüder seit einigen Jahren mit einem Dieselmotor in Le Mans antreten. Einmal beherzt ins Gas getreten, marschiert der A4 Allroad so ungehindert nach vorn wie die großen Wellen, die der Atlantik im Herbst an die Küste Portugals schickt. In Zahlen: 6,2 Sekunden von Null auf Hundert, 240 km/h Höchstgeschwindigkeit. Doch das Abenteuer liegt nicht auf der geteerten Landstraße, sondern auf der Schotterpiste Richtung Meer. Und hier zeigt sich der A4 Allroad offroad-erfahren und rollt mühelos über die von Felsen gespickten Sandwege. Auf den Serpentinen hinauf ins Hinterland von Cascais, westlich von Lissabon, zeigt der A4 Allrad dann wieder seine sportliche Seite – mit maximal 500 Nm Dehmoment zwischen 1.400 und 3.250/min schwächelt der Sechszylinder quasi in keinem Drehzahlbereich. Wer also im manuellen Modus nicht rechtzeitig vor der nächsten Spitzkehre herunterschaltet, braucht keine Angst zu haben, dass ihm der Hintermann im nächsten Moment auf der Stoßstange sitzt.

Audi A4 Allroad Quattro: Das Abenteuer ruft
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Gesteigert werden kann das sportliche Fahrerlebnis noch, in dem man mit dem Audi Drive Select den Modus Dynamic ansteuert: Direktere Gasannahme und Lenkung, härteres Fahrwerk und schnellere Schaltvorgänge der 7-Gang-S-Tronic verleihen dem Kombi mit Extra-Bodenfreiheit wahren Sportwagen-Charakter – das Auto liegt hart in der Kurve und lässt sich kaum aus der Bahn werfen. Ein Vorteil ist hier sicherlich auch die im Vergleich zum Basis-A4 etwas breitere Spur. Dabei bleibt der Verbrauch des im Rahmen der Produktaufwertung weiterentwickelten Sechszylinders erstaunlich moderat. Im Test sind es trotz zügiger Bergauffahrt zumindest unter zehn Liter. Minus 0,5 Liter gehen dabei auf das Konto der in allen A4-Modellen serienmäßigen Start-Stopp-Automatik mit Rekuperation und der neuen, elektromechanischen Lenkung, die allein 0,3 Liter einsparen soll. Und auch das Audi Drive Select leistet erstmals ausdrücklich einen Teil zur Verbrauchminimierung bei – mit dem neuen Fahrprogramm Efficiency. Unter'm Strich sind es – bei entsprechender Fahrweise – nur durchschnittlich 6,2 Liter auf 100 km.

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Insgesamt sind für die A4-Baureihe 23 verschiedene Motor- und Getriebekombinationen möglich, beim A4 Allroad ist das Angebot mit vier Varianten etwas übersichtlicher. Den Einstieg macht der 2.0 TDI mit Sechsgang-Schaltgetriebe, 177 PS, 380 Nm und einem Verbrauch von durchschnittlich 6,1 Liter für knapp 40.000 Euro. Wer einen Benziner bevorzugt, ist mit dem 2.0-TFSI-Motor (211 PS/350 Nm/wahlweise 6-Gang-Schaltung oder S Tronic) für mindestens 41.000 Euro gut bestellt. Er bietet ordentlich Leistung über ein breites Drehzahlband und verbraucht im Schnitt nur 7,2 Liter. Das Topmodell, der 3.0 TDI, kostet mit serienmäßiger S-Tronic bereits 48.500 Euro. Ungeschlagen ist sein drehmomentstarkes Leistungsangebot in Kombination mit dem geringen Verbrauch. Für ein Abenteuer sind sie indes alle gut.

Text: Jan Richter
Fotos: Jan Richter, Audi