Aston Martin DBS Carbon Edition: Flaggschiff-Revitalisierung

Aston Martin DBS Carbon Edition: Flaggschiff-Revitalisierung

Annähernd fünf Jahre alt, erhält der Aston Martin DBS neue Außenfarben, ein neues Garmin Satellitensystem aus dem Virage und auf Wunsch eine Carbon Ausstattung. Die Kombination mit Flame Orange, aufbrechendem Himmel und geschwungenen Straßen in der Landschaft um Warwick gefällt.

Die erste Spezialedition des DBS war das Carbon-Black-Modell aus dem Jahr 2009. Die jüngsten Fahrzeuge werden nun gemäß den gleichen Spezifikationen aufgebaut und aufwändig gefertigt. Die Lackierung aus sieben Schichten erhält ein 25-stündiges Finish von Hand. Die Räder sind entweder durchgehend in schwarzem Hochglanz lackiert oder diamantgedreht. Das extrem leichte und dabei steife Carbon ist großzügig und sichtbar über das Fahrzeug verteilt: Abdeckungen der Seitenspiegel, Inlay am Heck, Frontmaske, die Touchtronic II Schaltpaddel und Schwellereinsätze zieren die Carbon Edition.

Im Innenraum gefällt Semi-Anilin Leder mit Handnähten, welches einen weicheren und natürlicheren Griff bietet. Obsidian Schwarz trifft hier auf Nähte in Madagascar Orange. Auch der Innenhimmel ist nun in Leder anstatt aus Alcantara gefertigt. Schließlich weist der DBS neben dem neuen Garmin GPS auch neue Scheibenwischer ohne Metallführung auf, die ebenfalls im Virage zum Einsatz kommen.

Aston Martin DBS Carbon Edition: Flaggschiff-Revitalisierung
Aston Martin DBS Carbon Edition: Flaggschiff-Revitalisierung Aston Martin DBS Carbon Edition: Flaggschiff-Revitalisierung


Vor allen Dingen die Elemente aus Carbon verleihen dem Aston einen enorm sportlichen Look. Es ist sofort sichtbar: Hier steht ein GT, mit Feuer und Temperament. Der 510 PS starke Motor ist allzeit zum Einsatz bereit. Ich schließe die Tür mit ihrer besonderen schwanenhaften Anmutung und sofort empfängt mich ein Eindruck von Solidität. Dieses Gefühl erfährt Bestätigung, wenn man den Motor startet und „Drive“ wählt. Wer es darauf anlegt, startet im Aston sofort durch. Das mit Alcantara bezogene Lenkrad liegt dabei gut und warm in der Hand und verbindet die Lenkung direkt mit den 8,5J und 20 Zoll großen Rädern.

Kraft ist im Übermaß vorhanden. Ein kleiner Tip mit dem Fuß genügt. Schon geht es vorwärts. Und wie! Die Leistung ist da. Sie schlägt einen nicht in den Nacken, sondern schiebt mit unnachgiebiger Kraft Mensch und Maschine Richtung Horizont. Ein klarer Fall von Suchtgefahr. Die CCM-Bremsen gebieten auf Befehl verlässlichen Einhalt. Das Fahrwerk harmoniert ausgezeichnet mit der sportlichen Natur des Autos und absorbiert dennoch die Ausfälle britischen Straßenbaus.




Wer sich im und am Aston umschaut, stellt fest: Die Design- und Carbon-Arbeiten sind sehr sorgfältig ausgeführt. Ich habe mich morgens noch mit dem Designer Chris Porritt über den Aston unterhalten. Tatsächlich werden Carbon und auch andere Hightech-Materialien zusehends in Gaydon beim Bau von Aston Martin eingesetzt – der One-77 ist hier nur ein weiteres Beispiel. Bei der Produktion der Carbon-Matten werden die Lagen von Hand justiert, damit die Richtung exakt der Formgebung des Armaturenbretts entspricht. Dieses macht die besondere Wertigkeit aus. Nicht nur teures Material einzusetzen, sondern es auch mit dem nötigen Qualitätsverständnis im Fahrzeug zu applizieren.
Aston Martin hat sich seit jeher mit der Herausforderung beschäftigt, den perfekten GT für lange Entfernungen zu bauen. Wir wollen ehrlich sein: Unter reinen Leistungsgesichtspunkten hat der DBS gegen die leichten Supersportwagen dieser Tage, die mit noch mehr PS aufwarten, nur wenig Chancen. Dennoch hat er seine Nische gefunden. Es geht um die pure Präsenz eines Aston Martin und die Qualitäten auf langen Reisen zu zweit. Nicht im Grenzbereich, aber im sportlichen Tempo jenseits von 200 km/h. Die Carbon Edition gibt dabei denjenigen, die nach dem gewissen Unterschied suchen, eben diesen. Insofern stellt der Paketpreis von umgerechnet knapp 258.000 Euro ein attraktives Angebot dar. Value for Money im klassischen Sinne, sportlich interpretiert.

Text: Steve Wakefield (aus dem Englischen von Mathias Paulokat)
Fotos: Aston Martin