Aston Martin DB4 by Beacham

„Diesen Wagen muss man einfach besitzen“, sagt der langjährige Aston Martin Spezialist Nicholas Mee aus London. Ich treffe Ihn an diesem, überraschend schönen Januartag in Chiswick, West London. Wir stehen vor seiner Brackenbury-Garage, während hinter uns der DB4 warm läuft. Und wenn ich dieses Meisterwerk betrachte, teile ich Nick’s Ansicht. Die Jungs von David Brown haben ihren Job wirklich gut gemacht. Selbst die Tatsache, dass die später verbauten 6-Zylinder sich als viel zweckmäßiger erwiesen ändern nichts dran, dass die Modelle der ersten DB4–Serie das gewisse Etwas besitzen. „Der DB4 ist in dem Sinne kein unmodernes Auto, aber auf den heutzutage überfüllten Strassen sollte man ihn nicht als Alltagswagen benutzten.“, fährt Nick fort.

Aston Martin DB4 by Beacham Das mag stimmen, doch wir stehen nicht neben einem “gewöhnlich“ restaurierten Aston Martin DB4 – sondern einem “Beacham–DB4“. Der von Beacham restaurierte DB4 ist die Antwort auf die Probleme, die einem für die fünfziger Jahre maßgeschneiderten Sportwagen in der Verkehrswelt des 21. Jahrhunderts begegnen. Die in Neuseeland beheimatete Firma Beacham ist eigentlich bekannt für die Restauration und Modifikation von Jaguar Modellen. In diesem Falle wurde der DB4 von Grund auf überholt. Besonders Bereiche die ein Auto alltagsfähiger machen, wurden modifiziert ohne den typischen einzigartigen “Aston“- Charakter dabei zu verändern. Dieser spezielle Wagen, ein begehrenswerter DB4 Serie II Modell, ging nach Neuseeland, wurde “Beachamised“ und kehrte kürzlich ins Land (England) zurück.

Die grundsätzlichen Verbesserungen haben nicht nur ausschließlich Leistungssteigerung als Ziel, vielmehr kann man sich sicher sein, dass der 4.2 Liter Motor für lange Reisen bestens geeignet ist, und das alles basierend auf dem „heiligen Gral“ des Motorenbau: 'Noise Vibration and Harshness'. Die Aufhängung wurde rundherum verbessert. Beurteilend nach meiner letzten Fahrt, muss eine wahnsinnige Arbeit in das Eindämmen der Motorgeräusche gegangen sein. Eine elektrisch-hydraulische Servolenkung wurde eingepasst. Und David Browns 4-Gang-Schaltung ist durch eine moderne 5-Gang-Schaltung mit einer leichtgängigen Kupplung ersetzt worden. Eine Klimaanlage, Zentralverriegelung und ein angemessenes Sound-System sowie modernes Gurtsystem machen das Cockpit zu einem komfortablen Ort für eine Reise. Unnötig zu erwähnen, dass dieser Wagen wunderbar gepflegt und lackiert ist, basierend auf der kompletten Grundrestauration. In diesem Fall ziert der Wagen Nicolas Mee’s eigenes Brackenbury-Grün mit einem dunklen St. James Burgunder rotem Leder-Interieur.

Aston Martin DB4 by Beacham Nick bewegt den Wagen flott durch den heute moderaten Londoner Verkehr. Der erste Eindruck: sanft und ruhig. Der dröhnende Auspuff wurde zum Schweigen gebracht und die Schlaglöcher in der Strasse werden ausgeglichen, vergleichbar mit einer Fahrt in einem modernen Wagen. Ein nettes Brummen durchdringt den Innenraum. Aber man will in so einem Automobil auch nicht die totale Ruhe, oder wollen Sie? Ein kurzer Ritt über die A4 zeigt, dass trotz der SU- Doppelvergaser der Motor eindeutig auf Drehmoment getunt wurde. Er besitzt die nötige Kraft, um den ganzen Tag damit fahren zu wollen. Die Sitze sind gerade neu gepolstert worden. Sie sind komfortabler und höher als in den DB4’s, die ich erinnere. Aber es ist ja ein neues Auto und dies wird sich mit der Zeit sicherlich legen. Mittlerweile ist der Wagen warm gelaufen und es ist meine Zeit gekommen, um auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen.

Nur kurz die Beine unter das leicht verkleinerte Lenkrad gestreckt, dann noch den„Lebensretter“ über meine rechte Schulter – und schon geht es los. Eine ausgewogene Lenkung mit einer leichten Schaltung und einfachen Gangwechseln machen es angenehm, den Wagen in der Stadt zu fahren, keine Frage. Eine Sache kriegt man allerdings nicht aus dem Kopf wenn man ein EUR 100 TSD + Auto fährt. Man glaubt, die ganze Welt hat es auf einen abgesehen und der nächste Unfall wartet an der nächsten Ecke. Gott sei Dank blieb dieser aus und nach einer Weile konnte ich mich entspannen und die ganze Sache wurde dementsprechend einfacher. Nick informierte mich darüber, dass die Bremsen eingebettet sind. Nach einer kleinen Bedienungseinweisung, konnte ich mir das leicht hölzerne Gefühl abgewöhnen. Davon abgesehen, die gute Reaktion, einfache Bedienelemente und ein großartiges Originaldesign machen es zur großen Freude, diesen Wagen zu fahren.

Aston Martin DB4 by Beacham Aber soll das auch so sein? Der DB4 ist einer der größten Sportwagen, die je gebaut wurden. Vergleichbar mit der Reinrassigkeit eines Riva Powerboot. Gehören der Lärm und das Spiel mit den Muskeln nicht dazu? Nicht ausschließlich, sage ich! Wenn Aston Martin 1960 Zugang zu den mechanischen Feinheiten gehabt hätte, die in diesem Wagen verbaut wurden, sie hätten sie genutzt. OK, man würde ihn trotzdem nicht jeden Tag benutzen. Nick’s smart, den man im Hintergrund sehen kann, ist 100 mal praktischer. Aber man wird den Beacham DB4 dennoch öfter als einen Standard DB4 fahren. Für die zweiwöchige Europareise oder für den Ausflug nach Ascot oder Bayreuth ist er bestens geeignet. Abschließend gesagt: Man fährt ihn der Sache wegen, ohne Angst haben zu müssen, den Motor oder die Passagiere zu überhitzen.

Dieser Wagen steht zum Verkauf. Für weitere Informationen klicken Sie hier

Text/Fotos: Steve Wakefield

Fotos: Pagani