AMI: Auto Mobil International 2008

Am vorletzten Tag der AMI herrschte reges Treiben in den Leipziger Messehallen. Endspurt am finalen Messesamstag, dem 12. April 2008. Noch einmal wurden die automobilen Präsente poliert, die Tribünenböden gewienert, ein richtender Griff am Messe-Kleidchen getätigt. Hier erhalten Sie einen Eindruck vom „Big Saturday“ aus erster Hand.

Lohnt es sich zur AMI zu fahren? Immerhin finden fast alle wichtigen Messen – Detroit, L.A., Genf – am Anfang des Jahres statt, dort werden bereits die wichtigsten Neuheiten des bevorstehenden Jahres enthüllt. Auf der Leipziger Messe ist das anders, da gibt es wenige bis gar keine Weltpremieren – und das wirkt beruhigend. Statt von einem Messestand zum anderen zu hetzen, genießt man auf der AMI sein persönliches Messeprogramm. Man arbeitet sich einfach sukzessive durch die Exponate, die man im Messerummel des Genfer Autosalons kaum wahrnehmen konnte. Zeit für ein ausgiebiges Probesitzen, einen Blick in den Kofferraum, ein Gespräch mit dem Messepersonal. Schreiben Sie sich am besten vorher eine Agenda mit Ihren persönlichen „AVI“s (Automobilen von Interesse).

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Unser kleines Messealphabet beginnt bei P wie Porsche. Dessen Stand war vollständig bestückt, immerhin steht das Tochterwerk gleich um die Ecke. Probesitzen im neuen Porsche GT2. Für Classic Driver naht der Fahrtermin, da ist ein erster Eindruck hilfreich – und der löst Spannung und Ehrfurcht aus. Im Rückspiegel prangt ein Turbo Cabriolet in – wir nennen es einfach mal so – Candy-Braun mit creme-beigem Interieur. Appetitlich. Bei Volkswagen steht der neue Scirocco und der Passat CC. Platznehmen im „Volkssportwagen“, einmal vorne, einmal hinten. Platz ist tatsächlich auch in der hinteren Reihe, vorne versprüht der Scirocco GTI-Feeling. Von außen zeigt sich das Coupé stattdessen eigenständig, keine Spur vom biederen Golfcharakter. Die Karosserie hätte aus Italien kommen können, so extravagant und formschön wirkt der Wolfsburger. Am viertürigen Volkswagen Coupé, dem Passat CC, haftet dagegen Sternenstaub, vergleicht man ihn mit dem Viertürer aus Stuttgart. Den Volkswagenkunden kann es nur recht sein – in jedem Fall dürfen sie sich auf eine elegante Alternative zum herkömmlichen Passat freuen.

Sinnflutartiger Besucherandrang am Mini-Stand. Das Raumkonzept der ausgestellten Clubmänner wird bis ins Detail inspiziert. Anders bei BMW. Auf Anhieb sitzen wir hinter dem Steuer der 1er-Reihe im Rennoverall – mit Straßenzulassung. Wer bereit ist, rund 13.000 Euro zusätzlich zu investieren, bekommt das Komplettpaket mit Bremsanlage, 19 Zoll Alurädern, Schwellern, Diffusor, Rallye-Streifen, Alcantara-Innenraum, Rennschalensitze, verkürzte Schaltwege mit sehr kurzem Schaltknauf (etc.). Der BMW Concept CS ist leider nur Anschauungsmaterial, hier bleiben die Türen geschlossen.

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Am Audistand beugt sich alles über das Heck des neuen Audi A4 Avant. Bei einem Distanzblick auf die Seitenlinie wird klar, schöner war Audi nie und wird es vermutlich auch nicht mehr werden. Der wird erfolgreich – auch wenn die ganze Konkurrenz einen größeren Stauraum hätte. Hat sie aber nicht. Allein die Fahrerkulisse – Kombiinstrument, Lenkrad, Armaturenbrett, Mittelkonsole – zieht einen wie ein Magnet hinters Steuer. Genug geschwärmt. Neben dem Audi RS6 Avant steht der brandneue Audi Q7 V12 TDI, der in Genf als Diesel-Studie „Coastline“ Premiere feierte. Auf das Potential des Geländesportlers weisen unter anderem die wohl größten Karbon-Bremsscheiben, die in einem Serienfahrzeug je zum Einsatz kamen.

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Neben weiteren großen Konzernen wie Mercedes-Benz wurden auf dem Gemeinschaftsstand der „Autozeitung“ teils veredelte, teils originale Hochleistungssportwagen gezeigt. So etwa ein Mercedes-Benz SLR McLaren Roadster, ein Ford GT von Geiger Cars, ein ABT Audi R8, ein BMW 6er von Alpina (B6), ein Maserati GranTurismo und ein einsamer Artega GT. Slow-Motion vor dem Artega-Stand – das Design des Zweisitzers wirkt erschreckend schön, kompakt, kraftvoll und angenehm fremd. Wir sind gespannt auf die Verkaufszahlen. Nicht ganz alltäglich kommt auch der Apollo am Gumpert-Stand daher. Kaum vorstellbar, dass dieses Geschoss mit Straßenzulassung ausgeliefert wird. Auf der Rennstrecke in der stärksten GT-Rennserie würde der Gumpert Apollo weniger auffallen.

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Pünktlich um 18:00 erlischen an den ersten Messeständen die Lichter. Auf dem Weg ins Freie durchqueren wir noch einmal das gläserne Hauptcenter, entlang an den ehemaligen Gefährten berühmter Staatsoberhäupter und anderer Persönlichkeiten. Die After-Show-Party der AMI ist noch nicht gefeiert – es wird Zeit, die Hallen zu verlassen und das Kapitel an dieser Stelle zu schließen. Bis zum nächsten Mal…

Weitere Informationen zur AMI finden Sie unter www.ami-leipzig.de.

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Text: Jan-Christian Richter
Fotos: Classic Driver / VW



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