Alfina in Spa: Nicht vorne, aber zufrieden

Nach erfolgreichem 400km-Rennen auf der Nürburgring Nordschleife im Rahmen des Oldtimer-Grand-Prix, nahm das von ClassikDriver untersützte Team „Alfina“ um Teamchef Christian Bovensiepen den Langstrecken Klassiker „6-Stunden-Spa“ in Angriff. Vom 13. bis 15. September wurde das 10. Jubiläum dieser Veranstaltung auf der bekannten und berüchtigten „Ardennen-Achterbahn“ in Belgien gefeiert. Über 700 Rennfahrzeuge waren in verschiedenen Rennen am Start, darunter historische Formel 2, Vorkriegsmonposto, Supersports und auch moderne GTs wie Chrysler Viper und Marcos. Diese Sprintrennen bildeten das Rahmenprogramm um das 6-Stunden-Rennen, an welchem 85 historische Tourenwagen und GT's bis Baujahr 1965 teilnahmen.

Alfina in Spa: Nicht vorne, aber zufrieden Bereits am Donnerstag reiste das Team „Alfina“ an und bezog mit der bekannten grünen Alfa Romeo Giulia die zugewiesene Box. Später stellte sich heraus, dass just über dieser Box einem gewissen Michael Schumacher vor zwei Wochen noch der Siegerpokal übergeben wurde. Das Siegerpodest lag nämlich genau über der Alfina-Box. Ein gutes Omen? Andererseits reiste Teamchef Christian Bovensiepen mit einem flauen Gefühl in der Magengegend an.
Rückblende: Was heute als 6-Stunden-Langstrecken-Rennen bezeichnet wird, wurde in den 70ern über 24 Stunden ausgetragen! Vor genau 29 Jahren ließen bei diesem 24-Stunden-Rennen in Spa die beiden Fahrer Peter Joisten (BMW-Alpina) und Roger Dubos (Alfa Romeo GTV) hier bei einem fürchterlichen Unfall ihr Leben. Teamchef von Alpina damals und heute: Burkhard Bovensiepen.

Alfina in Spa: Nicht vorne, aber zufrieden Vor diesem Hintergrund wurde das Training am Freitag von den Fahrern Martina Bossert, Ron Noll und Reinhard Wählen besonders aufmerksam aufgenommen und ohne Probleme abgeschlossen. Den Fahrern Bossert und Noll ist der Alfa Romeo Renntourenwagen nicht fremd, sie konnten solch ein Fahrzeug schon im Team „Furiani Racing“ bewegen. Ron Noll ist darüber hinaus ein erfahrener Nordschleifen-Instruktor (bei Interesse bitte hier klicken). Reinhard Wählen gibt sonst auf einer Lotus Cortina Gas und war sehr von den guten Bremsen der Giulia angetan. Außerdem ist er als Teilnehmer der historischen Rallye-Europameisterschaft auch an das Fahren bei Nacht gewöhnt. Dies kam auch in Spa zum tragen, da das Rennen bis 23.00 Uhr dauern sollte!
Nachdem am Donnerstag und Freitag strahlender Sonnenschein herrschten, war es am Samstag bewölkt. Dies bedeutete früh einsetzende Dunkelheit, man war froh im Vorwege die stärkeren Scheinwerfer montiert zu haben. Das Rennen wurde dann aufgrund eines ausgebrannten Formel 2 erst um 17.15 gestartet. Ansonsten wirklich eine top organisierte Veranstaltung.

Rennverlauf: Zahlreiche Ausfälle
Reinhard Wählen fährt den ersten Turn und spult konstante Rundenzeiten um 3.30 min. ab. Mit vollem Tank ist die Eau Rouge im vierten Gang nicht einfach „voll“ zu fahren. Allerdings haben die vier Ford GT 40 hier mehr Probleme, sie werden so stark nach unten gedrückt, dass alle vier Reifen an der Karosse schleifen und „Rauchzeichen“ geben. Von Minute zu Minute wird das Feld dann durch Ausfälle dezimiert, die Rennleitung greift bei Regelverstößen hart mit „Stop and Go“ Strafen durch. Dann der erste Fahrerwechsel. Martina Bossert „greift“ ins Lenkrad und steuert nach einem schnellen Stop wieder die Eau Rouge an. Auch sie spult gleichmäßige Runden ab. Zwischenzeitlich fallen immer mehr Fahrzeuge aus, unter anderem muss ein Lotus 23 in der Box gelöscht werden. Dann die erste Schrecksekunde. Bossert kommt vorzeitig in die Box, es lassen sich kaum noch Gänge einlegen.

Alfina in Spa: Nicht vorne, aber zufrieden Das Problem ist schnell lokalisiert, die Kupplung muss nach gestellt werden. Vier Minuten später ist Bossert wieder auf der Strecke und zeigt beim nächsten Vorbeifahren, dass alles ok ist. Doch dies sollte die letzte Runde der grünen Giulia sein. Ein Ermüdungsbruch an der Steckachse hiuten sorgt für das Aus. Bossert hat keinen Vortrieb mehr und kann nur noch ausrollen. Ärgerlich, doch leider kaum vermeidbar, da bei diesen Steckachsen auf altes Material zurückgegriffen werden muss.
Am Ende siegt der Jaguar E Type von Minshaw/Stretton vor zwei Ford GT 40. Die mit elf Fahrzeugen besetzte Klasse der Tourenwagen bis 1600ccm gewinnt der der Alfa GTA von Shipman/Hales. Trotz Ausfall landet das Team „Alfina“ noch auf dem 6.Platz der FHR-Wertung.
Der grünen Alfa Romeo Giulia wird nun schnellstens eine neue Hinterachse spendiert, um zum Höhepunkt dieser Saison, dem 1000KM-Rennen auf der Nordschleife vom 3. bis 6. Oktober, wieder einsatzbereit zu sein.

Sollten Sie Interesse haben einmal beim Team „Alfina“ dabei zu sein, finden Sie hier weitere Informationen.

Text/Fotos: Christian Bovensiepen

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