Alfa Romeo Squadra Storica beim RAID 2004


Alfa Romeo 8C 2900 B Le Mans

Heutzutage gibt es fast keine Klassik-Rallye, an der nicht mindestens ein großer Automobilhersteller mit seiner Traditions-Abteilung beteiligt ist. Dieses Engagement ist natürlich höchst positiv zu bewerten, da es dazu beiträgt die Events am Leben zu erhalten. Doch kommt es leider häufig vor, dass die als originale Klassiker präsentierten Konzern-Automobile originalgetreue Nachbauten sind. Alfa Romeos Squadra Storica dagegen setzt selbst auf langen Strecken wie dem RAID seine originalen historischen Rennwagen der Marke ein.

Erstmals außerhalb Italiens gehen drei rote Boliden bei einer der traditionsreichsten europäischen Langstreckenfahrten, den RAID Suisse-Paris, an den Start. Am Donnerstag, dem 19. August 2004, startet die Squadra Storica Alfa Romeo – zusammen mit 170 Klassikern aller Marken – von der Messe Basel. Erstes Ziel ist Karlsruhe. Dann geht es weiter nach Reims, um am 21. August schließlich im Zielort Paris einzufahren.


Alfa Romeo 1900 C Disco Volante Spider

Der älteste Teilnehmer aus der Squadra Storica ist ein 1938er Alfa Romeo 8C 2900 B Le Mans. Dieser historische Rennwagen mit einer Superleggera Karosserie von Touring verkörpert vielleicht am besten den Inbegriff einer fahrenden Skulptur. 1938 für das 24-Stundenrennen von Le Mans gebaut, bewies der Tourer mit den Fahrern Biondetti und Sommer seine absolute Überlegenheit, bis ihn ein Ventilbruch mit 160 Kilometern Vorsprung vor dem Nächstplatzierten kurz vor Veranstaltungsende aus dem Rennen warf. Die Presse taufte den 8C damals: "Die schnellste Berlinetta der Welt."


Alfa Romeo 2000 Sportiva Spider

Die beiden anderen Klassiker des in Arese gelegenen Werksmuseums sind ein Alfa Romeo 1900 C Disco Volante Spider, Baujahr 1952, und ein Alfa Romeo 2000 Sportiva Spider von 1954. Die Form des 1900 C Disco Volante scheint der Wind gezeichnet zu haben. Auch sie stammt vom Touring Superleggera. Von diesem spektakulären Spider wurden vier Exemplare, darunter ein Coupé, gebaut. Das Modell ging allerdings nie in Serie, bildete aber die Basis für weitere Entwicklungen. Der 2000 Sportiva Spider sollte den Disco Volante ablösen und war eine Ableitung des Seriencoupé 1900 Super Sprint. Bertone zeichnete und baute die Leichtmetallkarosserie. Für die Rennen der Sportwagenkategorie konzipiert, blieb das Auto ein Prototyp, weil der 1900 SS alle verfügbaren Ressourcen in Anspruch nahm und überdies für die Serienproduktion der Giulietta Sprint vorbereitet wurde.

Man darf über das Abschneiden der roten Schwadronen beim RAID gespannt sein. Wer gerne die Rallye live erleben möchte, findet alle Informationen und den Streckenverlauf unter www.raid-suisse-paris.ch.


Text: J.Philip Rathgen
Fotos: Raid Suisse Paris


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