Alfa Romeo Brera: Hoffnungsträger

Dass Concept Cars eins zu eins in Serie gehen, ist ungewöhnlich, aber nicht unmöglich. Ein Beispiel zeigt uns Designmeister Giorgetto Giugiaro mit dem Alfa Romeo Brera, der schon im Januar 2006 auf den Markt kommt. Unter dem charakteristischen Kleid des Brera verbirgt sich die Plattform des 159 und mit ihr technische Innovationen, die in punkto Fahrdynamik neue Maßstäbe setzen: Q4-Allradantrieb in der Topversion, überarbeitete Radaufhängung sowie ein kurz abgestuftes Sechsgang-Schaltgetriebe. Somit verspricht das Coupé auch bei einer maximalen Motorleistung von 260 PS ausreichend Traktion und kontrollierbaren Fahrspaß.

Im Auftrag von Alfa Romeo schuf Giorgetto Giugiaro für den Genfer Autosalon 2002 das Sportcoupé mit dem Namen Brera. Das raffinierte an seinem Designentwurf war die Tatsache, dass er in zwei verschiedene Welten passte: einerseits spektakulär und innovativ genug, um als Konzeptstudie Visionen zu vermitteln, andererseits realistisch genug, um in absehbarer Zeit möglicherweise in Serie zu gehen. Die Resonanz auf das Coupé war hervorragend und so viel die Entscheidung bei Alfa Romeo – bis auf einige weinige Details – ein Serienmodell treu der Designstudie zu fertigen. Prägnant wirken dabei die Dreifach-Frontscheinwerfer – aufrüstbar durch Bi-Xenon-Scheinwerfer – die stark ausgeprägte Wölbung der Motorhaube, die V-förmige Heckscheibe sowie die Vierrohr-Abgasanlage. Mit seinen Proportionen von 4,41 m Länge, 1,83 m Breite und 1,37 m Höhe wirkt der Brera muskulös-kompakt und nimmt zugleich den Maßstab berühmter Klassiker wie Alfa Romeo 1900 SS, Giulietta Sprint, Alfetta und Giulia Sprint GT erneut auf.

Angetrieben wird er 2+2-Sitzer wahlweise von Vier-, Fünf- und Sechszylindermotoren: Zur Auswahl stehen zwei JTS-Benziner mit 2,2 und 3,2 Litern Hubraum sowie ein 2,4 Liter Fünfzylinder-Turbodiesel, der ab April 2006 das Angebot ergänzen soll. Letzterer kombiniert moderne Common-Rail-Technologie mit der JTD-Multijet-Einspritzung sowie einem Turbolader mit variabler Geometrie und Ladeluftkühlung und leistet 200 PS. Als Topversion bietet Alfa den 3,2 Liter V-Sechszylinder mit 260 PS an. Dieser stellt dank variabler Nockenwellen-Steuerung zwischen 1.800 bis 6.250/min ein Drehmoment von mindestens 290 Nm zur Verfügung – also rund 90 Prozent des Maximalwerts von 322 Nm, der bei 4.500 Touren anliegt. Für den Spurt von null auf 100 km/h benötigt der Brera mit Sechszylinder 6,8 Sekunden; seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h. Die kleinste, 2,2 Liter Vierzylinder-Version leistet immerhin 185 PS bei 6.500 Umdrehungen sowie ein maximales Drehmoment von 230 Nm bei 4.500 Touren und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h.

Ein sportlich abgestuftes Sechsganggetriebe gehört bei allen Motorisierungen zur Serienausstattung. Nur für die Topversion ist hingegen das aus dem Alfa Romeo 159 bekannte, jedoch nochmals verfeinerterte Q4-Allradsystem vorgesehen, welches die Antriebskräfte zwischen Vorder- und Hinterachse im Verhältnis 43:57 verteilt. Beim Alfa Brera kommen zudem neu konstruierte Radaufhängungen, wie eine Doppelquerlenker-Konfiguration an der Vorderachse und eine Mehrlenkerachse hinten, zum Einsatz. Das Stabilitätsprogramm VDC (Vehicle Dynamic Control) gehört zur Serienausstattung.

Erhältlich ist das Coupé in zwei Ausstattungsvarianten: In der Version „Medio“ verfügt der Brera unter anderem über eine Audioanlage mit CD und sechs Lautsprechern, eine Zweizonen-Klimaautomatik, ein Multifunktionsdisplay und Parksensoren. Das Modell Brera „Sky View“ besitzt zusätzlich ein fest installiertes Panorama-Glasdach, dass den Innenraum mit Licht durchflutet. Ein dreiteiliges, elektrisch betriebenes Sonnenrollo schützt vor zu intensiver Sonneneinstrahlung. Zur Serienausstattung gehören hier beispielsweise elektrisch anklappbare Außenspiegel, zahlreiche Aluminium-Applikationen im Innenraum, Multifunktionstasten am Lenkrad und 17-Zoll-Leichtmetallräder.

Allgemein ist das 2+2-sitzige Interieur des Alfa Brera stilvoll und fahrerorientiert ausgelegt und bietet gegen Aufpreis exklusive Features wie ein BOSE-Soundsystem, eine Bluetooth-taugliche Funk-Freisprecheinrichtung, Navigationssystem sowie exklusive Leder-Innenausstattungen und drei verschiedene Sitzbezüge in „Poltrona Frau Pieno Fiore“-Leder. Das Sicherheitspaket des Brera umfasst serienmäßig sieben Airbags.

Text: Jan Richter
Fotos: Alfa Romeo


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