ADAC-Eifelrennen 2011: Berenberg Bank lässt die Elefanten los

ADAC-Eifelrennen 2011: Berenberg Bank lässt die Elefanten los

Großwild auf der Rundstrecke! Beim diesjährigen ADAC-Eifelrennen gingen auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings erneut schwere Vorkriegsboliden an den Start – präsentiert von der Berenberg Bank. Classic Driver lässt den lautstarken und dynamischen Demolauf Revue passieren.

Das alljährlich stattfindende ADAC-Eifelrennen zählt zum Pflichttermin in zahllosen Rennkalendern. Auch wir vom Team Classic Driver haben hier schon unsere Erfahrungen sammeln dürfen – ausdrücklich positive. Beim nunmehr 70. ADAC-Eifelrennen am Nürburgring präsentierte Mitte September 2011 Deutschlands älteste Privatbank, die Berenberg Bank mit Hauptsitz an der Hamburger Binnenalster, die Neuauflage eines alten Rennkampfes: Das beeindruckende Elefanten-Rennen, der vermutlich sportlichste aller Wettstreite auf einer Rennstrecke. Das 45-minütige Renngeschehen wurde formal in Gestalt eines Demolaufes abgehalten, der deswegen jedoch nicht weniger beeindruckend ausfiel.

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Die historische Vorlage ist legendär: Man schrieb das Jahr 1930. Mercedes-Benz hatte vor über 80 Jahren die großen Kompressorwagen S, SS, SSK und SSKL (steht für Sport, Super Sport, Super Sport Kurz und Super Sport Kurz Leicht) entwickelt. Der leistungsfähigste aufgeladene Motor leistete mit seinem sogenannten Elefanten-Kompressor annähernd 300 PS aus über sieben Litern Hubraum. Die in den Rennfarben der Deutschen Nation weiß lackierten Werksfahrzeuge aus Untertürkheim hatten dann auch schnell ihren Spitznamen weg. Sie hießen an den Rennstrecken der Welt einfach „weiße Elefanten“. Bei den weltbekannten 24 Stunden von Le Mans im Jahre 1930 lieferte sich Mercedes ein erbittertes Gefecht um den Sieg mit den gestarteten Bentleys. Beide Marken mit ihren Fahrern wollten den weltbekannten Langstreckenwettbewerb für sich entscheiden.

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Was war das für ein Duell! Die Gentlemen-Driver aus dem Vereinigten Königreich starteten mit ihren dunkelgrünen britischen Boliden. Die erinnerungswürdigen „Bentley-Boys“ um Captain Woolf Barnato waren eine überaus eingeschworene Gemeinde – mit entschlossenem Siegeswillen. Schon 1928 und 1929 hatte Barnato auf Bentley in Le Mans gesiegt. Die Marke mit dem Stern auf dem Bug ging 1930 mit dem erfolgreichen Rudolf Caracciola in einem Kompressor-Mercedes (weißen Elefanten) an den Start. Caracciola selbst hatte zuvor sein fahrerisches Können mit fulminanten Siegen auf dem neu eröffneten Nürburgring unter Beweis gestellt. Das Ergebnis aus Le Mans indes entschieden die Briten noch einmal für sich: Bentley gewann das Duell. Die ausgleichende Gerechtigkeit folgte schon bald. Mehr noch: Fast alle Jahre danach siegte nur noch Mercedes-Benz. Beim ADAC-Eifelrennen am Nürburgring im vergangenen Jahr feierte jenes Elefanten-Rennen ein vielbeachtetes und mehr als grandioses Revival.

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In diesem Jahr wurde nun erneut ein solches Elefanten-Rennen der Vorkriegswagen auf dem Grand-Prix-Kurs der Eifelrennstrecke initiiert. Bei Mercedes-Benz in Stuttgart fand das Rennen ein so großes Echo, dass man sich diesmal zu einer Werksbeteiligung mit einem SSK aus dem Jahr 1927 mit Jochen Mass oder DTM Legende Roland Asch am Volant entschloss. Zahlreiche Bugatti, Aston Martin, Lagonda, schnelle Invicta und Talbot gaben mit Privatfahrern beim Berenberg-Bank-Elefanten-Rennen 2011 ebenfalls ihr Stelldichein. Oftmals vergessene Marken tauchten wieder mit den sportlichsten Vertretern ihrer Art am Nürburgring auf. Das Starterfeld umfasste insgesamt 35 Vorkriegsboliden und eine entsprechende Anzahl wagemutiger Haudegen hinter den großen Lenkrädern.

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Gestartet wurde das Rennen stilvoll mit einem Le-Mans-Start. Schnell spurteten die Fahrer zu den Vorkriegsrennwagen. Gänsehautgefühl machte sich breit, als die großen Kompressormotoren die Rundstrecke in ein einziges Infernal verwandelten. Packender historischer Motorsport folgte während der 45 Minuten auf dem Grand-Prix-Kurs. Mit einem ohrenbetäubenden Lärm und mit atemraubender Geschwindigkeit legten die schweren Rennwagen ihre Strecke zurück. Weit über 200 km/h schnell fuhren die Rivalen damals. Manche erreichen das Tempo heute noch. Wenn man sich die Technik dieser Fahrzeuge vor Augen führt, eigentlich ein Wunder. Im kommenden Jahr kann man erneut darüber staunen: Vom 8. bis zum 10. Juni findet das ADAC-Eifelrennen um den Jan-Wellem-Pokal im Schatten der Nürburg statt.

Zahlreiche Vorkriegs-Klassiker finden Sie im Classic Driver Marktplatz.

Text: Mathias Paulokat
Fotos: Classic Driver