„Sounds of Speed“

Allzu oft stehen sie nur noch aufgereiht hinter Absperrbändern im Museum. Hinweistafeln erzählen aus ihrem bewegten Leben. Die Zeiten, als sie noch brüllend über den Asphalt donnerten, sind längst vergangen. Quicklebendig und lautstark kann man automobile Klassiker dagegen bei der ADAC Salzburgring Classic „Sounds of Speed“ 2005 am Samstag, 27. August erleben. Das Besondere daran: Hier ist die pure Lust am Fahren angesagt. Jeder gibt so viel Gas, wie er mag – und die meisten mögen viel davon! Obwohl es hier ausdrücklich einmal nicht um Bestzeiten oder Wertungspunkte geht.

Ein Konzept, das aber offensichtlich ankommt: Rund 200 teils äußerst rare und wertvolle Rennsportklassiker vom sportlichen Grand Tourisme bis zum offenen Monoposto werden in diesem Jahr in fünf Gruppen je drei Mal auf die malerisch gelegene Hochgeschwindigkeitsrennstrecke im Salzburger Land gehen. Alle zusammen lassen sie Renngeschichte früherer Jahrzehnte lebendig werden, lassen Drehzahlen in der Magengegend spüren und das Gemisch von verbranntem Gummi, Öl und Benzin in die Nase stechen.

Die Begeisterung der Fahrer, ihre automobilen Schätze nach Lust und Laune sportlich bewegen zu können, springt, aus Erfahrung, auch auf das Publikum über. Vor allem im für jedermann zugänglichen Fahrerlager liegt buchstäblich „Benzin in der Luft.“ An diesem Renntag herrscht nirgendwo Hektik oder Getue. Piloten und Mechaniker sind jederzeit ansprechbar und geben bereitwillig Auskunft über die Besonderheiten ihrer Fahrzeuge. Hier sind Vorkriegsklassiker vom Schlage eines Alfa Romeo P3 von 1932 genauso am Start wie ein Ferrari P330 aus dem Jahr 1964. Raritäten wie Veritas RS (1948) wetteifern mit Pretiosen à la Porsche 550 Spyder (1955). Die Porsche-Palette reicht vom 356 bis zum 911 und hält selbst reinrassige Rennwagen wie den Carrera 6, den 908 oder gar einen 917/10 bereit. In der Klasse der Tourenwagen und der kleinen GT finden sich aber auch bekannte Alltagsautos vergangener Tage wie Opel GT, Renault Alpine, BMW 2002 oder Triumph TR6. Exoten wie der De Tomaso Pantera ringen mit Ginetta G4, Sunbeam Tiger und Ford Mustang. Und auch die edle Zunft der Mercedes 300 SL Flügeltürer oder Aston Martin DB6 hat Spaß an schnellen Runden. Voll und ganz in ihrem Metier aber sind die Formelwagen. Vom ehrwürdigen Formel V bis zum March 753 Formel 3, vom Lotus 69 Formel 2 bis zum Formel Ford sind Monoposti jeder Couleur vertreten. Die Rundenzeiten werden zwar zur Information der Fahrer erfasst. Wertungskriterien für den Klassensieg bei der „Sounds of Speed Trophy“ sind jedoch Sound, Seltenheit, Originalität und Erhaltungszustand der Fahrzeuge sowie der Fahrstil der Piloten nach dem Urteil einer kompetenten Jury.

Doch auch wer als Besucher mit einem Klassiker anreist, kommt ganz einfach und kostenlos in den Genuss einiger Runden auf dem Ring: Beim schon traditionellen Oldie-Korso in der Mittagspause. Zudem gibt es – solange Platz vorhanden ist – einen eigens ausgewiesenen Oldtimer-Parkplatz im Fahrerlager. Ob mit oder ohne Oldie, der Eintrittspreis ist für alle gleich günstig: Gerade mal 6 Euro kostet das Ticket. Den Salzburgring erreicht man von Bayern aus über die A8 München – Salzburg, dann weiter über die österreichische A1 in Fahrtrichtung Wien bis zur Ausfahrt Thalgau. Von dort der Beschilderung Salzburgring folgen.

Weitere Informationen gibt es unter www.salzburgringclassic.de.

Text: J. Philip Rathgen / ADAC
Fotos: Gerorg Gerleigner


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