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Ausgabe 23/2009 | 49.984 Abonnenten NEWSLETTER WEITEREMPFEHLEN > EDITORIALFlossen
hoch! Während die amerikanische Begeisterung für Luft- und
Raumfahrt das US-Automobildesign schon zu Beginn der Fünfzigerjahre
zu immer größeren Flügeln, Turbinen und Raketenformen
inspirierte, zündete das Space Age in der Bundesrepublik
erst 1959: Daimler-Benz präsentierte damals die erste Heckflosse,
mit der nicht nur die pummelige Ponton-Limousine, sondern auch die staubige
Piefigkeitsästhetik der Fünfzigerjahre weggewischt werden
sollte. Reichlich Chrom und die besagten Flügel am Heck zelebrierten
den Comic-Book-Look, doch die Ingenieure vermissten eine schwäbisch-rationale
Erklärung für die schnittigen Flossen - und verkauften sie
kurzerhand als optische Einparkhilfen. Die Mischung aus amerikanischer
Exzentrik und "German Gemütlichkeit" war es letztlich
auch, der die Mercedes Heckflosse ihren Sonderplatz in der Automobil-
und Popgeschichte (oben im Bild eine Zeichnung von André Franquin
aus der Comic-Reihe Spirou und Fantasio) verdankt.
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