Einmal wieder hat die Rétromobile ihren Stellenwert bewiesen: Die Mischung aus glänzenden Hersteller-Ständen, überraschenden Einzelausstellungen und qualitativ hochwertigen Händler-Angeboten machte die Pariser Klassikermesse zum idealen Jahresauftakt.
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Die großen Hersteller Mercedes-Benz, BMW, Porsche, Citroën, Peugeot und Renault feierten ihre Ikonen mit ausgesuchten, perfekt restaurierten Modellen der Unternehmensgeschichte. Bei Mercedes etwa wurden zum Thema Le Mans nicht weniger als ein SSK, ein wundervoller 1950er Mercedes-Benz 300SL Rennwagen und der letzte Mercedes, der ein 24-Stunden-Rennen gewinnen konnte, der Sauber Mercedes C9, ausgestellt.
Bei BMW wiederum war ein 2002 Turbo zu sehen, der sich den Stand mit einem 1960er Formel-F2-Rennwagen teilte. Dazu mischten sich einige Enduro-Motorräder der Bayerischen Motorenwerke. Renault zeigte derweil ein Potpourri farbenfroher Alpine A110 und R5. Die optisch etwas gedämpfteren Straßenversionen zeigten hingegen, dass es noch andere Facetten gibt, als breitreifige, mit Stickern beklebte Rallyemaschinen. Citroën wiederum feierte auf der Rétromobile einige seiner Avantgarde-Modelle, darunter den psychedelisch anmutenden GS, ein Exemplar von „Citroën et L’Art“.
Auf der anderen Seite: Porsche. Die Zuffenhausener zeigten einen Porsche 917 Langheck im Flower-Power-Design, ein 356 Coupé in elegantem Grau und einen Chromstoßstangen-Elfer in strahlendem Metallicblau. Dazu gesellte sich ein Porsche 911 der neuesten Generation, die Baureihe 991. An einem anderen Ort der Messe fand sich die legendäre Mullin-Kollektion, darunter der metallic-blaue 1936er Bugatti Type 57SC Atlantic – ein typischer Pebble-Beach-Teilnehmer.
Begeisterte Zuschauer sah man, als zwei originale Ferrari 250 GTO zur Messe eintrafen – ein Vorgeschmack auf die Feierlichkeiten, die zu Ehren des 50. Geburtstages der Ikone in diesem Sommer anstehen. Am Stand von Peter Auto (Tour Auto) wurde ein weiterer Porsche 917 präsentiert, der dieses Jahr an der Le Mans Classic teilnehmen wird. So auch – hoffentlich – einige Ferrari 250 GTO. Das Team Noblet/Guichet fuhr 1962 in einem GTO als Zweites durchs Ziel, nur fünf Runden hinter den siegreichen Ferrari-Prototyp. Danach fuhren sie mit dem Auto zurück nach Paris, zu einem Sonntagabend-Dinner. Wahre Klasse!
Und wer sich für die Le Mans Classic begeistern kann, der war im Bereich der Händlerstände auf der Rétromobile bestens aufgehoben. Am Stand des Londoner Händlers Fiskens etwa hatte Gregor Fisken persönlich keinen Geringeren als den Grand-Prix-Rennfahrer Olivier Panis engagiert, um mit ihm zusammen drei außergewöhnliche Automobile vorzustellen: den ehemaligen Ford-France-GT40 von 1980, einen Ligier JS11/15 (Grand-Prix-Gewinner) sowie einen Titanen der automobilen Pionierzeit, den Panhard-Levassor aus dem Jahr 1908. Der frühe Vorkriegswagen ist ein Veteran des French-Grand-Prix von Dieppe.
Der Klassikspezialist Hall & Hal sorgte mit seiner Auswahl an wertvollen Klassikern für einiges Staunen bei den Besuchern. Blickfänger war zweifelsfrei der erste Brabham-F1-Rennwagen, in dem Ecclestone 1972 seine ersten Rennen für die Briten bestritt. Nicht minder beeindruckend war der 1970er De Tomaso, den Piers Courage für das Team Williams erfolgreich pilotierte. Wer plant, bei der diesjährigen Le Mans Classic an den Start zu gehen, für den hat Hall & Hall in Paris ganz Spezielle Renner im Angebot: den letzten Werks-Porsche 962, einen schönen Jaguar D-Type und ein seltenes Mirage M3 BRM Coupé.
Die Auswahl an hervorragenden Klassikern ist nicht zuletzt der starken Präsenz der weltweit wichtigen Klassikhändlern wie Lukas Hüni, Marreyt Classics oder Klaus Werner zu verdanken. Und selbstverständlich kamen auch Freunde der Autokunst und Automobilia in Paris auf ihre Kosten. Sie wurden nicht nur in den Hallen fündig, sondern auch auf den beiden Auktionen der Rétromobile von Artcurial und Bonhams.
Abschließend bleibt nur noch zu sagen, das die Rétromobile eine Ausnahmeveranstaltung im Jahreskalender für Klassikfreunde ist – und hoffentlich noch lange bleibt.