Das Familienkürzel „Passat“ ist weg – und das macht wohl den größten Wert der Produktaufwertung von Volkswagens Oberklasselimousine aus. Denn außer dem Namen ändern sich beim CC nur Details.
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Hirachien sind etwas Feines. Am Firmenparkplatz erkennt man den Status, ebenso wie an der Wahl des Dienstwagens. Da ist es für den Absatz eher hinderlich, wenn sowohl der Chef als auch der Angestellte das gleiche Modell fahren. Im Falle des Passat CC war dies für Volkswagen besonders ärgerlich, hatte man sich schließlich für die Führungsetage extra ein komplett eigenes Modell überlegt. Nur der Name mit dem bürgerlichen Beigeschmack war so manchem Kunden ein Dorn im Auge. Doch damit ist jetzt Schluss: Volkswagen hat ein Einsehen und streicht ab Februar den Familiennamen „Passat“ aus dem Stammbaum des CC.
Dass dies auch bereits die größte Neuheit an dem seit 2008 gebauten Modell ist, mag auf den ersten Blick enttäuschen, auf den Zweiten registriert man es jedoch wohlwollend. Das Design der satt und geduckt auf der Fahrbahn ruhenden Limousine ist offenbar so sauber gezeichnet, das es auch einen längeren Zeitraum unbeschadet übersteht, denn veraltet wirkt der lediglich an Front und Heck geringfügig modifizierte CC nicht. Neue, aufwendig designte Bi-Xenonscheinwerfer und LED- Rückleuchten, geänderte Schürzen und vor allem ein etwas weniger protzig daherkommender Kühlergrill im modernen Chrom-Stil verschaffen dem CC zwar ein frisches Aussehen, lassen das Vormodell aber auch nicht zum wertlosen Gebrauchtwagen verblassen. Seine Nähe zum Oberklassemodell Phaeton dokumentiert der neue CC mit Details, wie den vier rahmenlosen Türscheiben, die jetzt , ebenso wie die Frontscheibe, in besonderem Akustikglas ausgeführt sind, oder aber den zahlreichen besonders hochwertigen Karosserieapplikationen.
Unter dem Blech blieb dagegen alles beim Alten. Spitzenmotorisierung ist der kräftige 3,6 Liter V6 mit dem der CC sportliche Fahrleistungen erzielt. 100 km/h werden unter einem herrlich sonorem Trompeten aus den verchromten Endrohren nach nur 5,6 Sekunden erreicht und auch für die auf 250 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit benötigt der Top-CC nur wenig Anlauf. Unter diesem Modell rangieren diverse Derivate bekannter Volkswagen-Aggregate in Diesel- und Benzinerversion mit einem Leistungsspektrum von 140 bis 210 PS, darunter ein Euro 6 Diesel. Der ausschließlich beim Topmodell erhältliche Allradantrieb "4motion", das Sechs- bzw. Sieben-Gang-DSG Getriebe und die aufwändige Radaufhängung wurden ebenfalls nur marginal überarbeitet. Gibt es am Antrieb nichts auszusetzen, so hätte die optional mit einer variablen Dämpferkennung arbeitende Radaufhängung etwas mehr Feinschliff gut getan. Auf Querfugen neigt der mit 18-Zöllern üppig bereifte Top-CC an der Hinterachse bisweilen zum Versetzen. Zudem leidet der Fahrkomfort erheblich unter der allzu straffen Abstimmung, die sich selbst auf Stellung „Comfort“ noch bockig zeigt.
Neu ist dagegen die erheblich aufgewertete Elektronik: Sämtliche derzeit verfügbaren Assistenzsysteme lassen sich nun auch für den CC ordern und machen ihn zu einem wirklichen Langstreckenexperten. Egal ob „Lane Assist“ für eine saubere Linie, der Müdigkeitswarner oder der abstandsgeregelte Tempomat, VW bietet jetzt im CC der Konkurrenz Paroli. Ein optionaler Einparkassistent erspart zudem den Ärger über die schlechte Übersichtlichkeit des CC, denn wer sich in diesem Volkswagen auf sein eignes Talent verlässt, riskiert schnell angeschrammte Stoßfänger. Im Innenraum sorgt die neu arrangierte Mittelkonsole sowie frische Innenraumfarben und Hölzer für ein neues Erscheinungsbild. Kleine Aluminiumapplikationen sowie die sorgfältige Verarbeitung machen aus dem CC einen echten Luxusliner, der sich weit von seinem ehemaligen Namensgeber entfernt hat.
Mit Preisen ab 43.275 Euro (300 PS, V6, 4motion ) ist dieser Volkswagen allerdings auch der Passat-Kundschaft weitestgehend entglitten. Kommen nur ein paar der zahlreichen Versuchungen aus der Optionsliste hinzu, werden schnell 50.000 Euro erreicht, während das Ende weitestgehend offen ist. Es oblag den Marketingexperten, den CC dort zu positionieren, wo man im Volkswagenkonzern meinte, noch eine Lücke im Modellprogramm zu erspähen. Dass es sich dabei nun endlich um ein eigenständiges Modell handelt, wird die Sache in Zukunft nur leichter machen.