08.06.2012 Bonhams verkauft Scheunenfund-Ferrari in Goodwood
Teurer Staub: Nach Jahrzehnten der Hochglanz-Restaurierung sind heute vor allem Originalität und Patina ein Qualitätsmerkmal für klassische Automobile. Neuester Scheunenfund auf dem Markt: Ein herrlich abgespeckter Ferrari 250 GTE, der beim Goodwood Festival of Speed unter den Hammer kommt.
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Stumpfer Lack, speckiges Leder, hier und da ein wenig Rost – wo normalerweise die Alarmglocken klingeln, werden bei einem Sechzigerjahre-Ferrari eher Begehrlichkeiten geweckt. Denn im Ernst: Gibt es einen lässigeren Auftritt, als mit einem durchgerockten 250 GTE durch die Straßen von London oder Paris zu brausen, auf dem Rücksitz einen alten Leder-Weekender (Erbstück) und ein paar zerlesene Ausgaben der Times oder Monde Diplomatie? Angesichts einer digitalisierten Hochglanzwelt sind Patina und Geschichte wieder hoch im Kurs – und Auktionshäuser bemühen sich, bei jeder wichtigen Versteigerung mindestens einen kunstvoll verstaubten Scheunenfund mit Spinnweben in den Speichenfelgen im Katalog zu präsentieren. Der Ferrari 250 GTE von 1961, den Bonhams am 29. Juni 2012 im Rahmen des Goodwood Festival of Speed unter den Hammer bringt, ist jedoch wirklich etwas Besonderes – trägt der Gran Turismo doch noch seine ursprüngliche Zweifarb-Lackierung. Während die Karosserie in dunkles „Blu Sera“ getaucht wurde, erstrahlt das Dach in maritimem „Azzuro“. Der Schätzpreis liegt 75.000 bis 85.000 Pfund – und wir raten dem zukünftigen Besitzer inständig, wirklich nur das nötigste Restaurieren zu lassen.
Weiterführende Links
Einen umfassenden Artikel über die Bonhams-Auktion beim Goodwood Festival of Speed sowie die komplette Auktionsliste finden Sie in unserer englischen Ausgabe. Einen ausführlichen Bericht über die Glasius-Lotus-Collection, die ebenfalls in Goodwood zum Aufruf kommt, lesen Sie hier.