| 30.04.2001 Mercedes-Benz 300 SL Roadster ![]() Das Auto Text: Sylvain Reisser Fotos: Dominique Fontenat Anzeige Die amerikanische Herausforderung Ende der 50er-Jahre übernimmt der 300 SL Roadster, würdiger Erbe des berühmten 300 SLR, im Mercedes-Programm die Nachfolge des legendären 300 SL mit den Flügeltüren. Bevor man über den 300 SL Roadster spricht, muss man zu den Ursprüngen des 300 SL im Jahr 1951 zurückgehen. Bei seiner Entstehung ist der 300 SL (SL steht für ‘Sport Leicht’) ein reiner Rennwagen mit einem vor allem im Vergleich zu den herkömmlichen Leiterrahmen erstaunlich leichten und verwindungssteifen Rohrrahmen. Die Entwickler des 300 SL hatten keinen Vertrieb an ein breiteres Publikum im Sinn, doch zögert man bei Mercedes nicht, eine Herausforderung anzunehmen – erst recht nicht, wenn sie aus Amerika kommt: Ende des Jahres 1953 überbringt der Mercedes- und BMW-Importeur für die USA, Max Hoffmann, eine Bestellung von sage und schreibe 1000 300 SL Coupés in ziviler Ausführung. Es liegt nun beim Werk, die Bestellung mit einer Ableitung des berühmten 300 SL – dem mit den Flügeltüren! – zu beantworten. Dieser Wagen beendete eben seine Karriere auf den Rennstrecken der Welt, nachdem er knapp ein Jahr lang bei diversen Rennen bestanden hatte und bei den 24 Stunden von Le Mans und bei der Carrera Panamericana 1952 siegreich war. Auf diese Weise kam der 300 SL über den New Yorker Autosalon von 1954 auf die Landstraße – mit Flügeltüren, die noch viel weiter hinuntergingen. Und wie gelangt der Roadster in die Geschichte? Nun, zumindest dem Namen nach gab es ihn bereits mit der Version 300 SLR, doch wies zunächst nichts darauf hin, dass aus diesem Modell eine Straßenversion entstehen könnte. Zudem machte der sportliche und kommerzielle Erfolg des Coupés jegliches weitere Projekt für 1955 und 1956 überflüssig. Daher erschien erst im März des Jahres 1957 beim Genfer Autosalon ein Roadster auf der Basis des 300 SL. Und wieder ist Max Hoffmann nicht fern: Auf der anderen Seite des Atlantiks ist die Roadster-Mode voll im Schwunge. Mercedes seinerseits hatte das Nachlassen der Verkäufe des Flügeltüren-Coupés bereits gespürt und die Gelegenheit genutzt, die Produktion zu stoppen, nachdem 1372 Coupés aus Stahl und 30 aus Aluminium gebaut worden waren. Der 300 SL Roadster ist die einzige Weiterentwicklung des Flügeltürers. Neben dem Verschwinden der berühmten Türen hat Mercedes die kleinen Schwächen dieses Wagens mit einer neue Hinterachse, der teilweise Neugestaltung des Rohrchassis’ und mit dem auf 235 PS gesteigerten Sechszylinder-Motor behoben. Wie bei den Coupés unterschied sich auch hier die europäische von den US-Version hauptsächlich durch die Form der Scheinwerfer. Der Roadster wurde serienmäßig mit Lederausstattung und optional mit Hardtop verkauft, Scheibenbremsen an allen vier Rädern hatte er erst ab 1961. Als der letzte 300 SL Roadster (Nr. 3258) am 8. Februar 1963 (am selben Tag wie der letzte 190 SL) aus dem Werk rollt, ist er der 1858. dieses Namens, ohne drei Fahrwerke mit früheren Nummern mitzuzählen, die erst 1964 das Werk verlassen haben. |
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