| 06.05.2008 Maserati 3500 GTI Sebring ![]() Uhrwerk Hinter dem traditionellen Kühlerschlund des Maserati 3500 GTI arbeitet ein Reihensechszylinder mit 3.485 cm³ Hubraum, ausgestattet mit Doppelzündung und mechanischer Benzineinspritzung. Eine Einspritzanlage war in den Sechszigerjahren keineswegs üblich. Damals wurden für die Gemischaufbereitung überwiegend ein oder mehrere Vergaser angeflanscht. Wirklich salonfähig wurde die Einspritzanlage erst später, auch dank elektronischer Steuerung. Gestartet wird das Triebwerk des Maserati 3500 GT per Knopfdruck. Aus der zweiflutigen Abgasanlage rausch es vornehm im Arbeitstakt. Kein infernalisches Gebrüll, der Sechszylinder schnurrt wie ein Kätzchen. Understatement in der Luxusklasse. Mit zunehmender Drehzahl verbinden sich die Arbeitstakte zu dem sämigen Klangfeld einer Bassgitarre. Anzeige Geschaltet wird über ein manuelles Fünfganggetriebe von ZF mit kurzen Schaltwegen. Das Einlegen der Gänge bedarf etwas Fingerspitzengefühl oder Routine. Gleiches gilt für die indirekte Lenkung, für die der Maserati 3500 GTI bekannt ist. Nach einigen Kilometern durch den Hamburger Stadtverkehr sitzen die Handgriffe. Dann präsentiert sich der Gran Turismo erstaunlich wendig. Große Fensterscheiben sowie zierliche B- und C-Säulen ermöglichen einen komfortablen Schulterblick – beim Spurwechsel. Halt! 1960 wurde die 3500er-Baureihe mit Scheibenbremsen vorne ausgestattet. Unser Exemplar hat sogar hinten Scheiben. Umso besser. ![]() Auf dem Kopfsteinpflaster der Hamburger Hafen City zeigt sich der Maserati von seiner komfortablen Seite. Während die hinteren Blattfedern beim Richtungswechsel eher fade agieren, gleichen sie die steinigen Unebenheiten bravourös aus. Auf der gepflasterten Straße mit den historischen Rotklinkerbauten im Hintergrund fügt sich der Maserati stilgerecht ins Straßenbild ein. Es scheint, als wäre hier die Zeit stehen geblieben. ![]() Aussteigen möchte man eigentlich gar nicht. Die frisch bespannten Sitze bieten angenehmen Reisekomfort. Der Innenraum schafft mit seinem roten Veloursteppich eine wohlige Theateratmosphäre. Hinter dem Dreispeichenlenkrad befindet sich nahezu die gesamte Schalter- und Anzeigenkulisse. Öldruck, Öl- und Kühlwassertemperatur, Tankinhalt, Drehzahl und Tempo – kaum ein Bedürfnis oder Leid der Technik könnte dem Fahrer entgehen. Die Suche nach der Fensterkurbel endet mit einer Überraschung: elektrische Fensterheber! ![]() Zeitreise |
![]() Rushhour ![]() Uhrwerk ![]() Zeitreise ![]() Ziffernblatt |
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