Mercedes-Benz SLK 55 AMG: Mehr Kraft, weniger Durst

Mercedes-Benz SLK 55 AMG: Mehr Kraft, weniger Durst

Die Motoren in den AMG-Modellen von Mercedes waren immer schon wahre Kraftpakete. Das ist auch beim V8-Benziner im neuen SLK 55 AMG der Fall. Erstmals jedoch erreicht einer der hochgezüchteten Benziner aus Affalterbach einen Verbrauchswert deutlich unter der 10-Liter-Marke.

Dank einer Vielzahl in dieser Kombination einmaliger Technik-Tricks soll der 422 PS starke Roadster mit 8,4 Litern auf 100 Kilometern auskommen. Wichtigste Neuerung ist die Zylinderabschaltung. In Phasen mit geringem Leistungsbedarf bleibt die Hälfte der Brennkammern des V8-Triebwerks kalt. Die Technologie ist aus den Formel-1-Rennwagen des Herstellers entlehnt, wo sie etwa bei langsamen Kurvenfahrten oder in der Boxengasse zum Einsatz kommt. Auch andere Hersteller, vor allem General Motors, hatten bereits seit den 1970ern mit der Zylinderabschaltung bei Achtzylindern experimentiert, wirklich realisieren ließ sich das Sparpotential jedoch nie. Mercedes will es nun mit einer intelligenten Motorsteuerung und einer speziellen Ventilsteuerung, die Ladungswechselverlust bei den abgeschalteten Zylindern minimiert, besser machen.

Mercedes-Benz SLK 55 AMG: Mehr Kraft, weniger DurstMercedes-Benz SLK 55 AMG: Mehr Kraft, weniger Durst
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Die Zylinderabschaltung wird im SLK auf Knopfdruck aktiviert, arbeitet dann aber vollautomatisch. Selbst bei nur vier laufenden Kolben stehen immer noch 230 der insgesamt maximal 540 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, was für die meisten Fahrsituationen ausreichen dürfte. Die Ab- und Zuschaltung der Zylinder dauert rund 30 Millisekunden und soll für die Insassen nicht spürbar sein. Zusätzlich wartet der an eine Siebengangautomatik gekoppelte 5,5 Liter große V8-Saugmotor mit weiteren verbrauchsreduzierenden Kniffen auf. Dazu gehören etwa eine strahlgeführte Direkteinspritzung mit 200 bar Druck und eine hohe Verdichtung von 12,6:1. Zudem ist serienmäßig ein Start-Stopp-System an Bord. Resultat ist ein Verbrauch, der um 3,6 Liter unter dem des direkten Vorgängers mit 360 PS liegt. Trotzdem kann der SLK mehr als Sparen. Der Spurt von null auf Tempo 100 ist in 4,6 Sekunden absolviert, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Dank einer Sportabgasanlage mit integrierter Klappe sowie einer Zwischengasfunktion für sportlichen Sound soll auch das akustische Emotionspotenzial während der Fahrt nicht zu kurz kommen.


Optisch differenziert sich das AMG-Topmodell unter anderem durch eine spezielle Frontschürze mit großen Lufteinlässen, abgedunkelte Klarglasscheinwerfer und ein Lüftungsgitter an den Vorderkotflügeln. Am Heck finden sich ein Diffusor und verchromte Abgasendrohre. Die Preise für den SLK 55 AMG starten bei 72.590 Euro und damit knapp 1.800 Euro über denen der Vorgängergeneration. Mit Sonderausstattungen wie der Nackenheizung Airscarf oder einem Glasdach mit Selbsttönungsfunktion sowie zahlreichen Individualisierungsoptionen für außen und innen lässt er sich aber noch deutlich höher schrauben. Wer sich Kreuze auf der Optionsliste sparen will, kann auch gleich das Einführungs-Sondermodell „Edition 1“ wählen, das besondere optische Akzente setzt. Soll das Fahrverhalten schärfer werden, ordert man das AMG Handling Package mit strafferem Fahrwerk, Hinterachs-Sperrdifferential und Verbund-Bremsscheiben.

Wettbewerber für den schnellen Roadster sind dünn gesät. Bei Porsche fährt der 310 PS starke Boxster S (ab 63.404 Euro) genau wie der 340 PS starke Audi TT RS eine Leistungsklasse tiefer. Und ein BMW Z4 M steht noch aus.

Text: Holger Holzer
Fotos: Daimler

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