Tundra Buggy: Der mit den Eisbären tanzt

Wer glaubt, Land Rover Defender, Mercedes G oder Unimog seien an Purismus nicht zu übertreffen, der irrt. Im kanadischen Manitoba arbeitet sich ein Vehikel durch die Permafrostregion, das den Begriff Nutzwert unübertroffen nüchtern interpretiert: der Tundra Buggy.

Churchill, die kleine Gemeinde im Staat Manitoba ist bekannt für seine weißen Riesen. Gemeint sind damit nicht nur die zahlreichen Eisbären, die in der Trundra-artigen Eis- und Geröllwüste Kanadas auf Beutefang gehen, sondern auch jenes Expeditionsfahrzeug, um diese bei ihrem täglichen Streifzug aus nächster Nähe zu beobachten. Gemeint ist der rund zehn Tonnen schwere Tundra Buggy.

Wenn man einem Kind sagen würde, male einen Schulbus, der über Stock und Stein fahren kann – jeden Wette, es würde ein treffender Designentwurf für dieses kanadische Vehikel herauskommen. Doch die Kombination aus Passagierkabine und Monstertruck-Chassis bietet in der unbarmherzigen Region Manitobas nun einmal das perfekte Transportmittel, um eine Schar von Touristen an die entlegensten Eisbärenplätze zu befördern. Für standesgemäßen Vortrieb sorgt ein 7,6 Liter großer Sechszylinder-Turbodiesel mit 260 PS. Die Kraft wird mittels eines 3-Gang-Automatikgetriebes inklusive zweistufigem Vorschaltgetriebe an die vier jeweils 1,7 Meter hohen Stollenreifen geleitet. Der Zugang zum Motor erfolgt über den Innenraum des Tundra Buggy. Sollten einmal Reparaturen während eines Ausflugs durchgeführt werden müssen, sind die Mechaniker somit vor etwaigen Eisbärangriffen geschützt. Damit der Antrieb bei Temperaturen bis minus 60 Grad Celsius nicht einfriert, verfügt der Turbodiesel über eine Webasto-Heizung, die das Kühlwasser im Stand erwärmt. Dem Treibstoff werden derweil Additive beigemischt, um ihn bei Eiseskälte flüssig zu halten. Apropos Treibstoff: Im Schnitt verbraucht der Tundra Buggy satte 100 Liter auf 100 Kilometern.

Tundra Buggy: Der mit den Eisbären tanztTundra Buggy: Der mit den Eisbären tanzt

Umweltbewusster ist dagegen das Fahrgestell des Geländewagens konzipiert: Zur Schonung der Eisbären gibt es an Unterboden und Fahrgestellt keine scharkantigen Elemente, an denen sich das Raubtier beim Nahkampf verletzen könnte. Denn es kommt schon mal vor, dass ein in Aufrechtstellung bis zu drei Meter großer Eisbär sich am weißen Riesen auf Rädern vergreift. Ganz zur Freude der Touristen, die von der Aussichtsplattform am Heck aus beste Sicht auf das Spektakel haben.

Tundra Buggy: Der mit den Eisbären tanzt

Bisher wurden 16 Tundra Buggys in der kanadischen Provinz Churchill von Hand gefertigt. Der Preis für den Passagier-Geländewagen ist nicht bekannt. Eine ganztägige Expeditionsausfahrt kostet immerhin 399 kanadische Dollar, buchbar unter tundrabuggy.com.

Fotos: tundrabuggy.com

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